Täschchen-Tutorial, 4. Teil und Finale.

Das vordere, offene Ende des Reißverschlusses lege ich einfach etwas übereinander.

Quasi schräg übereinander geschlagen. Verschwindet ja innen.

Futter annähenAls nächster Schritt wird das Futter am Reißverschlußband angesteckt.

Ich gebe zu, mit den ganzen Nadeln innen und außen wird es allmählich recht pieksig, aber zum Heften bin ich zu faul.

Und Kleben will ich hier nicht, weil ich die Tasche ja nicht waschen will und Angst habe, Kleber auch außen draufzubringen. Ich bin begabt für Sauereien dieser Art. :o)

unsichtbare Handnaht Jetzt muß der Reißverschluß natürlich noch eingenäht werden. Und damit es schön aussieht, am besten unsichtbar.

Das geht gut von Hand. Da die Technik vielleicht nicht alle bekannt ist, versuche ich mal, sie etwas ausführlicher zu erklären.

Der Trick ist, daß man auf der Oberseite des Stoffes immer nur ein oder zwei Gewebefädchen erfasst. Bei passendem Nähgarn und wenn man den Nähfaden nicht megabrutal anzieht bekommt man eine stabile und unsichtbare Naht.

Und so gehts: Ich steche von der Futterseite auf die Oberstoffseite durch alle Lagen (Oberstoff, Reißverschlussband, Futter) und ziehe den Faden durch. (Achso, der Anfang sollte natürlich gut vernäht sein… *g*) Dann steche ich einen oder zwei Gewebefäden hinter der Ausstichstelle wieder ein.

Da man den Nähfaden auf dem Bild nicht gut erkennen kann, weil er ja die gleiche Farbe hat wie der Stoff, habe ich ihn mit einem helleren Rot nachgepünktelt.

Es ist wie auf dem Bild, man sticht wirklich direkt rechts neben der Ausstichstelle wieder ein, die Nadel geht durch alle Stofflagen auf die Rückseite und dann durch alle Stofflagen wieder auf die Vorderseite, etwa sieben bis neun Milimeter links von der ersten Ausstichstelle. (Da wo der rotgepünktelte Faden rauskommt.)

Den Faden durchziehen und einen Gewebefaden rechts von der Ausstichstelle wieder einstechen… und so weiter, bis der ganze Reißverschluss drin ist.

Auf der Futterseite bleibt der Stich natürlich sichtbar.

(Am geschlossenen Ende des Reißverschlusses muß man etwas tricksen, denn direkt durch die Metallzähne kann man schlecht nähen. Hier habe ich einen Stich nur durch den eingeschlagenen Oberstoff gemacht und dann normal weiter. Das Futter bleibt auf einen knappen Zentimeter ungenäht, das ist aber nicht schlimm.)

Diese Technik, einen Reißverschluß einzunähen eignet sich übrigens auch für edle Kleider oder Röcke, ebenso wie Stoffe (etwa Samt) wo ein maschinengenähter Reißverschluß deutlich sichtbar wäre. In dem Fall würde man den Reißverschluss natürlich verdeckt einnähen.

Kordeldicke auswählenJetzt braucht die Tasche natürlich noch einen Schulterriemen zum Umhängen.

Die schwarze Kordel aus Viscose, die ich noch da habe, glänzt etwas und paßt somit perfekt. Allerdings ist sie etwas arg dünn.

Glücklicherweise habe ich noch drei Meter davon und kann sie doppelt nehmen.

Ich nähe sie von Hand auf der Seitennaht der Tasche an. Damit die beiden getrennten Kordeln die Naht schön verdecken und mehr nach „Absicht“ als nach „ich hatte grad nix anderes da“ aussehen, verdrehe ich sie zu einer Kordel. während ich sie festnähe.

Dabei muß ich drauf achten, nicht zu sehr zu verzwirbeln, denn die zusammengedrehte Kordel soll ja glatt auf der Seitennäht liegen und sich nicht zusammenziehen.

Die Technik des Annähens versuche ich zu beschreiben, ich fürchte, das ist nicht ganz einfach. (Einfacher zu nähen als zu beschreiben, wie so oft.)

Ich benutze schwarzen Faden und beginne oben, an der Öffnung der Tasche.

Kordel von Hand annähen

Ich steche in der Seitennaht aus lege den Faden einmal um die Kordel herum und steche sehr nahe bei der Ausstichstelle wieder in der Seitennaht ein.

Dann führe ich die Nadel zwischen Futter und Oberstoff und steche einen knappen Zentimeter weiter unten wieder aus. Dann den Faden fest anziehen, damit er die Kordel fixiert.

Ich habe versucht, auf dem Bild die Nadel (blau) und den Fadenweg (rot) etwas zu verdeutlichen.

Etwa bei jedem dritten Stich steche ich nicht weiter unten aus, sondern auf gleicher Höhe wie mein Einstich und nähe dann noch einmal durch die Kordeln durch und nähe dann meinen Stich nach unten weiter. Das fixiert die Drehung, die ich den beiden Kordeln verpasse.

So nähe ich mich bis ich unten an der Tasche angekommen bin. Dort mache ich einige feste Schlingstiche um die Kordel, nähe ein paar mal durch, wickle den Nähfaden um die Kordel, vernähe ihn schließlich und schneide ihn ab.

fertige SeidentascheZuletzt werden die Kordelenden unten auf die gleich Länge gebracht und ausgefranst, so daß kleine Quasten entstehen.

Süß, oder? 😉

Und wenn man sich ran hält, leicht an einem (verregneten…) Nachmittag zu schaffen.

Täschen-Tutorial, Teil 3

Und weil wir eh schon so schön beim Schneiden sind, machen wir an der unteren Ecke, also da, wo der Stoffbruch ist, gleich weiter.

Damit sich der Stoff hinterher hier nicht so knubbelt, schneide ich eine Ecke ab. Dabei natürlich die Steppnaht, die die Seitennähte hält, nicht verletzen.

(Am Futterbeutel mache ich das gleiche.)

Jetzt habe ich schon zwei Taschenbeutel, einen aus Futter, einen aus dem Oberstoff. Beide liegen immer noch mit der linken Seite nach außen.

Saum

Jetzt wird die obere Kante 1,5cm nach links (also nach außen) umgeschlagen und festgesteckt. (Falls jemand die Bilder zu klein findet… man kann drauf klicken und bekommt eine größere Version angezeigt.)

Anschließend eventuell bügeln, die Rosenseide nicht zu fest, damit sie nicht plattgedrückt wird.

Wer sich hier nicht mit pieksigen Nadeln rumschlagen möchte kann auch heften oder kleben. Ich habe mich gegen Kleben entschieden, weil ich erst mal nicht vor habe, die Tasche auch zu waschen.

Und zum Heften war ich zu faul… *g* Also bleiben die Nadeln drin und ich arbeite vorsichtig…

Futter in Tasche stecken Als nächster Schritt wird die Seidentasche gewendet, so daß die „schöne“ Seite mit der Borte wieder außen ist.

Und der Futterbeutel wird in den Seidenbeutel hineingeschoben.

Anschließend wird es richtig fisselig. Oben soll die Tasche nämlich einen Reißverschluss bekommen, damit nichts herausfallen kann. (Und der Inhalt auch etwas besser gegen Taschendiebe geschützt ist.)
Reißverschluss einstecken

Ob es da einen „Königsweg“ gibt, weiß ich nicht. Vielleicht hätte ich ihn besser vor dem Schließen der Seitennähte eingenäht, aber dann wäre das wieder fisselig geworden. Tja…

Weil ich ihn gerade da habe, benutze ich einen normalen schwarzen Hosenreißverschluß.

Den stecke ich zuerst nur am Oberstoff fest, und zwar so, daß die Zähnchen frei bleiben.

Der Reißverschluß wird am Ende quasi den „oben drauf“ liegen und die Tasche abschließen.

Reißverschluss Das letzte Bild zeigt den eingesteckten Reißverschluss. am hinteren, geschlossenen Ende des Reißverschlusses muß man den bereich der Zähnchen lose lassen. Was auf dem Bild als „Schwänzchen“ übersteht, wird einfach in die Tasche hineingeschoben.

Links und rechts muß dann genug Stoff „frei“ stehen, daß man den Reißverschluss hineinbekommt.

Täschchen-Tutorial, Teil 2

( Falls es jemand noch nicht bemerkt hat, das wird mal wieder eine ausführliche und anfängerfreundliche Anleitung. Ich weiß, daß man sich als Anfänger oft an teuere und gute Stoffe nicht hintraut… aber gute Stoffe machen auch leichter gute Ergebnisse. Und so ein kleines Projekt kann jede(r) bewältigen, versprochen! Und die erfahrenen Näherinnen können für ein paar Tage weggucken. 😉 )

Borte knappkantig aufsteppen So von alleine hält die Borte natürlich nicht, der Klebstift ist auch nicht dauerhaft, also wird sie angenäht.

Hilfreich ist beim Umgang mit so feinen Stoffen natürlich die richtige „Hardware“: Ich benutze ganz feine Nadeln, 60er von Organ (Auf keinen Fall den automatischen Einfädler benutzen! Das Öhr ist so fein, daß da der „Fädelhaken“ nicht durchpasst und sich daher mindestens verbiegt.), ganz feines Nähgarn, hier das gute Alterfil in Stärke 150, das ich von meiner üblichen Quelle in Aachen habe.

Um exakt auf der Kante zu steppen benutzen viele gerne einen Fuß mit Kantenführung. Ich habe festgestellt, daß ich es am besten kann, wenn ich genau sehe, wo die Nadel hinsticht. Deswegen kommt der offene Stickfuß zum Einsatz.

Die Stichlänge stelle ich auf 3, die Naht muß ja keiner Belastung standhalten und wenn die Stiche länger sind, ist die Gefahr, daß sich etwas verzieht geringer.

Und dann im Zweifelfall einfach gaaanz langsam nähen….

Versäubern am Nahtanfang und Nahtende ist übrigens nicht nötig, weil die Seiten zusammengenäht werden und das Nahtende dadurch gesichert.

überstehende Enden abschneiden

Der nächste Schritt ist dann ganz einfach: die überstehenden Enden der Borte bündig mit dem Taschenstoff abschneiden.

(Ich habe die Borte einfach gerade abgeschnitten, bevor ich sie aufgenäht habe. Das erzeugt zwar ein kleines bißchen Verlust, aber wie man sieht ist das nicht mal ein Zentimeter. Hätte ich die Borte gleich versucht schräg zu schneiden, hätte der Winkel nie ganz exakt zum Stoff gepaßt. Zusätzlich kann ich durch die überstehende Borte die Stiche ganze sauber bis zum Rand führen, weil ich ja auf der Borte anfangen und aufhören kann zu nähen. Und gerade bei Maschinen die vielleicht gelegentlich etwas „zickig“ sind, wenn es um den Stofftransport geht, kann das die Rettung bringen. Meine transportiert den Stoff prima, aber es gibt keinen Grund, sich das Leben schwerer zu machen als nötig. 😉 )

Ach ja, wer mit dem Rollschneider begradigt, sollte natürlich die Schneidematte unterlegen, nicht den Bügeltisch… *gg*

Seitennähte stecken Jetzt werden das Futter und der auf der Rückseite mit Organza beklebte Oberstoff der Länge nach gefaltet (also da, wo beim Zuschnitt auch der Stoffbruch war), mit der rechten Seite nach innen.

Beim Futterstoff ist das ja relativ egal (zumindest bei meinem Venezia), beim Oberstoff sieht man deutlich, daß der schwarze Organza jetzt außen liegt.

Dann die Längskante, also die Seitennähte stecken und nähen.

Wie man sieht, habe ich zum Stecken Stahlkopfnadeln genommen. Allerdings nicht irgendwelche, sondern es gibt extra feine von Prym. Sie rentieren sich eigentlich ab dem ersten Mal, wenn man feine Stoffe näht, weil sie die Gefahr, daß sichtbare Löcher im Gewebe bleiben doch deutlich reduzieren. Ich hebe meine getrennt von den anderen Stecknadeln auf, dadurch bleiben sie auch lange „gut“, also schön spitz und nutzen sich nicht so schnell ab.

So feine Stoffe zu stecken und dann über die quer gesteckten Nadeln zu nähen ist allerdings immer ein Risiko. Einmal kann die Nadel brechen, auch die Stecknadel kann kaputt gehen, wenn die Nähnadel genau drauf trifft. Und der Transporteur funktioniert natürlich auch nicht ganz so gut. Ich nähe immer sehr langsam drüber und kann das inzwischen auch ganz gut.

Wer weniger Erfahrung hat, sollte sich überlegen zu heften (von Hand) oder zu kleben. Wondertape (auch wasserlöslich) böte sich an.

genäht und versäubertTja, hier wollte ich zeigen, wie die Nähte verlaufen, aber das Nähgarn (120er von Alterfil) passte farblich leider zu gut. Deswegen die blauen Tupfen.

Da diese Nähte halten sollen und ich ja die quer gesteckten Stecknadeln zu übernähen habe, habe ich mich für eine 70er Nadel (auch von Organ) entschieden. Die ist etwas stabiler als die 60er, aber immer noch fein genug.

Als Nahtzugabe hatte ich einen Zentimeter zugegeben, also verläuft die Naht mit Steppstich auch einen Zentimeter von der Schnittkante entfernt.

Da sowohl die Seide als auch der Organza fusselden Stoffe sind, habe ich knapp daneben noch eine Versäuberungsnaht gesetzt. Die Nahtzugaben werden also zusammen versäubert. Ich habe den „offenen Overlockstich“ benutzt, denn er ist genauso stabil wie ein normaler Zickzackstich, näht sich aber schneller und braucht weniger Garn. Wer „nur“ einen ganz normalen Zickzackstich hat, kann den genauso gut nehmen. Stichbreite etwa Einstellung 3, Stichlänge 2,5.Naht einknipsen

Danach wird knapp neben der Zickzacknaht abgeschnitten.

Anschließend wird noch mal vorsichtig geschnitten.

Der obere Rand der Tasche hat ja eine Zugabe von 1.5cm, die nach innen geschlagen werden soll.

Da die zusammengefasst versäuberte Nahtzugabe etwas steif ist und sich nicht gut einklappen ließe, wird hier (siehe Pfeil) ein Schnitt bis fast an die Steppnaht gemacht.

Wichtig ist hier, daß die Schere scharf sein sollte, besonders an der Spitze, damit man die Naht nicht durchtrennt.

*Uff*, schon wieder so lang, der Eintrag… also geht es morgen weiter. (Oder so… das Beschreiben dauert ja wieder viel länger als das Nähen… )

Revue de Presse: Burda Modemagazin Juni 2007

Wir unterbrechen unser Täschchen-Tutorial für eine aktuelle Meldung… (aber keine Sorge, morgen oder so geht es weiter….) die Juni-Burda fand den Weg in meinen Einkaufskorb. Und nachdem die „Wochenendpflichten“ (z.B. Spargel kochen und Erdbeerkuchen backen) abgearbeitet sind, kann ich mich wieder dem Geschriebenen zuwenden.

Wie gerne im Sommer ist „weiß“ das Thema. Der Titel läßt strahlendes weiß vermuten. Gefällt mir gut, steht mir aber nicht wirklich. Aber man kann ja auch in off-white und creme-Tönen nacharbeiten.

Frau Reindl erkenne ich ja inzwischen auf dem Bild im Editorial, aber die zweite Person sagt mir diesmal gar nichts. Soll wohl auch prominent sein… Sat1-Moderatorin… ich seh zu wenig fern, will mir scheinen… Ach ja, die Leserbriefe, so behaupten sie wenigstens, waren von den Veränderungen begeistert. Oder so. Ah ja. Naja, gucken wir mal lieber, was die Mode bringt….

„Farbtrend“ ist weiß, nicht überraschend. Der Stoff der ersten Jacke springt mir gleich ins Auge. Sehr schön bestickt. Auch der Schnitt Jacke 170 mit den „Doppelsäumen“ gefällt mir. Mal wieder nicht meine Größe, aber das sollte mit einem anderen Schnitt imitierbar sein. Hose mit Lochmuster auf den Knieen… das wäre vielleicht auch mal was, beim nächsten Loch…. nicht flicken, sondern zur Lochzange greifen. *g* (Gelber Lidschatten… wie sieht das denn aus??!) Ein Stricktop auch mit dabei… das gefällt mir auch, die Stricksachen in das Modethema integriert. Der Stoff von Shirt 110 erinnert hingegen sehr an billige Gardine… Und Kleid 109 zeigen sie sicherheitshalber nicht im Stehen. Ich habe diese Schnittform ja in Südfrankreich schon „bewundern“ können, ich weiß also warum. So hindrapiert sieht es natürlich niedlich aus…. (Trägt man Rouge jetzt eigentlich so, daß es wie angemalt aussieht? Ich dachte, die roten Apfelbäckchen wären seit dem Biedermeier aus der Mode…) Bluse 111… hm… spannt an Brust und Ärmel, und sieht mehr nach „verzogen“ aus, als nach absichtlich schräg. Das Titelmodell ist das… sieht man gar nicht. Auf dem Titel erkennt man ja nichts vom Modell.

„Schmuck des Monats“ gibt es diesmal (Redaktion leidet immer noch unter Logikschwäche…?) Bunte Plastikarmreife… nun gut, die kann man billig im Kaufhaus erwerben.  Von Kenzo und mit angehängtem Handtäschchen… *nachdenk* *murmel* dashabichdochschonmalgesehen *murmel* istaberschoneineWeileher *murmel* mußwohlSchmuckdesMonats2006gewesensein *grübel*

„Casual“ gibt Ethnostil. Viel Gewürztöne, nicht überraschend. Ich sollte doch mal wieder zu Toto oder in die Stoffgeschäfte an der Goutte d’Or gehen…. Eine Hose bis Größe 46… mit diesem gruselgen Pumphöschen-Effekt am Knöchel… schon mal gesehen, wie das wirkt, wenn jemand eine andere als magere Figur hat? Genau…. Noch zwei Bollen mehr am Körper… Äh.. wie? Das soll ein „Sarouel“-Effekt sein? Wer hat denn da getextet? In den 80ern waren Sarouel-Hosen jedenfalls noch Hosen, wo der Schritt megabreit war und irgendwo auf Kniehöhe hing… Mit Pumphosen hatte das aber rein gar nichts zu tun… *Böh* Dafür schon wieder ein Ballonrock…  Wird durch Wiederholungen nicht schöner…

Tasche mit Raffungen… eingebundene Perlen und Kordeln, sehr nett. Kann man vielleicht mal brauchen, die Idee. Und „schickes shoppen“ im Ethno-Stil. Shoppen sehe ich, aber wo war doch der chic?

Noch mal die „schräge“ Bluse, diesmal als Nummer 112 aus dem Crash-Stoff sieht sie gar nicht so übel aus. Auch bis Größe 46. *hm* Och… und auch hier wird das Schlabberjerseykleid mit Sack-Look liegend präsentiert. Na was für eine Überraschung…  Und wie das Corsagen-Top 117 wohl sitzt? Das Photo verhindert mal wieder effizient, daß man was erkennt.

Basics „Lady in Leinen“. Das sagt mir von der Idee ja schon mal zu… Mit dem Braunton vom Kostüm könnte ich sogar leben, ist nicht zu braun. Wieder die Jacke 107. Mit dem Bleistiftrock allerdings wohl besser nicht für meine Figur. Aber sonst… schön. Die karierte Sommerbluse 120C mit der Schluppe hingegen…  Ne, Muster und Schnitt einfach nur langweilig. Shirt 110 noch mal, diesmal Uni. Schon besser. Wobei Raglanärmel an schmale Schultern anpassen ja kein Vergnügen ist. Und der Ausschnitt sieht auch gefährlich tief aus, für Leute, die so was auch mal zur Arbeit tragen wollen. Wobei mir gerade auffällt.. das Photomodell scheint ja mal so was ähnliches wie Kurven zu haben. So ansatzweise möglicherweise sogar einen Po… :o)

Grobgestrickt aus Bändchengarnen und in weiß… ich bin sicher, ich habe da noch einen Pulli aus den 90ern (aus der „nicole“) mit Zöpfen und Lochmuster… wenn er noch pasen würde, könnte ich den glatt wieder rauskramen…

Dann „Urlaub“, für Burda offensichtlich ein Synonym für „Strand“. (Schon mal auf den leisen Gedanken gekommen, daß es ziemlich viele Möglichkeiten gibt, im Sommer einen schönen Urlaub zu verbringen, ohne am Strand rumzuhängen? Zu gewagt, der Gedanke, nehme ich an… *g*) Top 118 sieht in der Schnittzeichnung ja interessant aus, auf dem Photo hingegen… wie soll das denn überhaupt sitzen, wenn es paßt? Wasistdasdenn???!? Hose 104… macht euch keine Sorgen mehr, Mädels, wegen einem kleinen Katzenbart am Selbstgenähten… diese Hose wirft Querfalten, die man schon beinahe als Babytragetuch benutzen könnte… So macht die Hose ganz sicher keine „gute Figur“ und „schmeichelnd“ ist da auch nix. Oder war nur mal wieder das Model zu mager? Jacke 107 noch mal… diesmal mit einer witzigen Tasche. Wirklich schade, daß die nicht größer im Heft ist.

Kaufmode Badeanzüge und Bikinis… *iih* was ist das denn? Ein Badeanzug der Falten wirft! Leute, dann IST das Model zu mager. Wenn ihr kein geeigneteres findet, dann zeigt gleich alle auf Puppen. Das sieht besser aus.

„Star&Style“ befasst sich jetzt intensiver mit der unbekannten „Prominenten“. Jedenfalls weiß ich jetzt, daß es eine Bettina Cramer gibt udn auf Sat1 ein Boulevard-Magazin namens „Blitz“. Nun gut… So viele echte Prominente gibt es in Deutschland wohl einfach nicht.

„Lifestyle“ diesmal in glänzendem Chrom oder Edelstahl… Ja, Designhanteln wollte ich auch immer schon mal. Oder ein Geweih als Garderobe? Nur weil es jetzt silbrig glänzt ist es dennoch ein ganz alter Hut, wenn ihr mich fragt…

Gut gefällt mir das exclusiv-Design von Evelin Brandt. Hemdblusenkleider sind eigentlich gar nicht mein Geschmack, aber dieses hier hat so ein bißchen mehr Pfiff und sieht elegant aus, nicht truschig. Müßte ich nur 20 Kilo verlieren und schlanke Waden bekommen… sonst ist die Rocklänge sehr unvorteilhaft. :o)

„Szene“ bringt nichts spannendes.. naja, die Tanzkostüm-Ausstellung in Paris vielleicht…

Oooh… *dahinschmel* Fächer… ich liebe Fächer! Leider komplett aus der Mode gekommen… aber Fächer machen, das würde ich auch zu gerne mal probieren.  Ob man wohl Fächer-Rohlinge irgendwo bekommt? Oder muß ich selber Schnitzen lernen? Nein, Finger weg, ich habe eh keine Zeit dafür. Aber falls ich mal in Straßburg bin… muß ich da mal hingucken…

Endlich der Teil für Dicke. Von „Curves&Co“ hatte ich ja noch nie was gehört… Aber Jacke 130 gefällt mir wirklich sehr, sehr gut. Besonders aus Leinen, Jeans wäre da jetzt nicht so meine Wahl… (Ich fürchte, trotz meiner schlechten Erfahrungen mit der Burda-Paßform könnte ich mal wieder in die Falle gehen. *grummel* Ich werde es bereuen. *grummel* Aber ich habe ja gerade keine Zeit… noch zu viel anderes zu nähen…) Mit Hose 133 als sommerlicher Hosenanzug… wirklich, sehr schön. Bitte mehr davon!

Och, schade, schon vorbei mit dem interessanten Teil? Nagellack.. (wer trägt so was noch?) Haarentfernung, Thema mit brennenden Neuigkeiten, nehme ich an… :o) (Nein, außer Rasieren, epilieren oder Haarentfernercreme wissen die Burda-Macher auch keine neue Technik…. gleiches gilt für die Fußpflege.) *blätter* Kosmetik *blätter* Medizin *blätter* wellness *blätter*

STOP! Was ist DAS denn? Einseitige Crash-Diäten (1 Pfund pro Tag) und die werden auch noch als „gesund“ bezeichnet??? Aus meiner Sicht grenzt das ja schon an vorsätzliche Körperverletzung. Der perfekte Einstieg ins Gewichtsjojo. 🙁 Mit „well“ hat das sicher nichts zu tun.

Dann doch lieber eine Fahrt nach Avignon. Leider steht auch hier im Artikel nichts drin, was nicht jeder Reiseführer auch bietet. Speziellere Emfpehlungen für Näherinnen wären doch viel spannender. So kann man sich den Reiseteil sparen, „Brigitte“ kann das deutlich besser.

*gähn* Die Modeberatung weckt mich auch nicht auf. Na gut, die Kindersachen sehen wieder recht süß aus. Der Stil erinnert mich etwas an BizzKids, nur ein wenig ruhiger… ach, Marybel heißt das Label und kommt auch aus Holland. Scheint tatsächlich ein „landestypischer“ Stil zu sein.

Horoskop… *wiedereinschlaf* kreativ… *einAugeöffen* Schmetterlinge. Viele Schmetterlinge… allerdings (fast) nichts, wo für man eine Bastelanleitung bräuchte… wie man fertige Dekoschmetterlinge aufklebt bekomme ich auch selber noch hin. *uff* überstanden…

(Und wieder nicht kurz geworden… ich lern das wohl nie…)

Täschchen-Tutorial oder Noch mehr Rosenseide…

Nachdem die Jacke erfolgreich fertig gestellt ist, bleibt mir noch so der eine oder andere Rest von dem Stoff. Und der ist natürlich viel zu Schade, um ihn wegzuwerfen. (Obwohl ich mich von kleinen Resten inzwischen sonst ganz gut trennen kann, weil ich sie eh nie verarbeite…)

Bevor der Rest aber auf ewig in der Restetruhe versauert, was läge näher, als zumindest noch eine kleine, einfache Tasche daraus zu nähen? Nicht so monstergroß, wie meine Tasche sonst, sondern wirklich nur ein kleines Täschchen, das das Nötigste faßt:

Bei mir ist das meine Agenda , Schlüssel, Taschentuch und Lippenstift.

Die Agenda ist das größte Teil, also gibt sie das Format vor. Ich falte an einem DinA4 Blatt ein wenig herum, bis mir die Größe sinnvoll erscheint und schneide mir dann aus einem anderen Blatt mein Schnitteil aus: 21cm breit und 23 cm hoch.

Dabei sind an den Seiten je ein Zentimeter Nahtzugabe vorgesehen, oben ein eineinhalb Zentimeter breiter Rand als Abschluss und unten wird der Stoff im Stoffbruch gelegt. Mein Reststück ist noch groß genug.

ZuschnittUnd da das Teil rechteckig ist, eignet es sich perfekt, um mit dem Rollschneider zugeschnitten zu werden.

Also die Schneidmatte herausgekramt, einen schönen Stein (aus der Normandie) zum Beschweren des Schnitteils gesucht und losgerollert.

Damit die Ränder auch wirklich grade werden, schneide ich an einem Metallineal entlang. Tut allerdings der Klinge nicht optimal gut, wenn ich vom rechten Weg abkomme… :o)

Damit die Tasche stabiler wird, bekommt sie eine Einlage.

Wegen der bekannten Problematik des Stoffes aber keine aufgebügelte, sondern ich bleibe bei dem Seidenorganza, den ich auch in der Jacke verwendet habe. Was überdies den Vorteil hat, daß ich auch davon noch reichlich übrig habe… Das ist natürlich nicht so stabil wie eine feste Vlieseline oder gar Schabrackeneinlage, aber es soll ja ein elegantes Täschchen werden, kein „den halben Hausrat mit rumschlepp-Sack“ wie meine Taschen sonst. *g*

Und damit es von innen auch hübsch aussieht, das ganze noch mal aus Futterstoff. Von dem ist ja auch noch da.

Auf dem Bild liegen die drei Stoffstücke jeweils im Stoffbruch neben dem Schnitteil.

Sprühfixierer auf Organza

Als nächstes muß das Organzateil auf das Seidenteil. Hier benutze ich ganz profan Sprühkleber. Und zwar denjenigen, der nicht dauerhaft klebt. Manchmal heißt der auch „Sprühfixierer“, aber es gibt auch Sprühfixierer, die dauerhaft kleben. Wichtig ist, daß irgendwo auf der Spraydose was von „vorübergehend“ oder „temporär“ oder so steht…

Weil immer wieder Leute Probleme mit dem netten Zeug haben oder sich gar überhaupt nicht dran wagen, kommt hier jetzt eine ausführlichere Anleitung. (Ich dachte nämlich auch lange Zeit, das wäre was, was man nur für die Stickmaschine braucht… dabei kann es so nützlich sein.)

Wichtig ist also zuerst, daß es, wie oben schon geschrieben, ein temporärer, also nicht dauerhafter Kleber ist. Ich benutze diesmal den von Goldzack, es gibt aber von vielen Marken derartige Produkte. Der wichtigste Unterschied ist eigentlich, daß manche davon wasserlöslich sind und andere nicht. Gemeinsam ist beiden, daß die Klebwirkung nach einigen Tagen von selbst verschwindet.

Bei den wasserlöslichen (Goldzack gehört dazu), kann man den Kleber auch durch Waschen schneller entfernen. Bei der anderen Sorte sollte man das auf keinen Fall tun, denn da bewirkt das Wasser oft eine sehr, sehr dauerhafte und häufig häßliche Klebwirkung. Die Anleitung auf der Spraybombe zu lesen empfiehlt sich also…

Wichtig ist, daß man nie den Stoff besprüht, sondern die Einlage. Hier also der Seidenorganza.

Und daß man wirklich nur einen Hauch (!) Kleber verwendet. Nicht das Teil nehmen und wie mit der Lackdose flächig einsauen, sondern nur einen feinen Nebelstoß mehr über als auf das Teil sprühen, so daß der klebrige Sprühnebel, wenn er von der Schwerkraft angezogen zu Boden sinkt, eine sehr, sehr feine Schicht bildet.

Deswegen sollte man auch nicht (obwohl es verlockend scheint) im Freien sprühen, denn jeder Windhauch treibt den Kleber unkalkulierbar durch die Gegend.

Organza auf Seide
Stattdessen decke ich die Umgebung des Sprühfeldes sehr, sehr großzügig mit Zeitungspapier ab. Und dann, wie beschrieben, ganz, ganz vorsichtig einen Hauch Kleber darüber sprühen.

Außerdem: Keine Panik, wenn es mal daneben geht!

Erstens verliert der Kleber nach einiger Zeit von selber seine Klebkraft. Und zweites ist er wasserlöslich und daher mit lauwarmem Wasser ohne große Probleme zu entfernen.

Weil drittens der Kleber zwar nach einigen Tagen nicht mehr klebt, aber zwischendrin in der klebrigen Fläche hängen gebliebener Staub, Krümel, Flusen und Brösel trotzdem häßlich auf dem Laminat aussehen. Und nur mit dem Staubsauger alleine nicht zu entfernen sind.

Aber wie gesagt… gut abdecken, Fenster zu und keine Zugluft, dann geht alles gut.

Und danach wird der besprühte Organza mit der klebrigen Seite nach unten auf die linke Seite der Seide gelegt und mit den Händen festgedrückt. (Wenn die Hände jetzt kleben, war es zu viel Kleber.. 😉

Borte festkleben

Da ich gerade bei der Resteverwertung bin… in den unendlichen Tiefen meiner Bänderkiste (na gut, so groß ist die nicht) ist auch noch ein Stückchen jener wunderhübschen Heckenrosenborte von Kafka. (Mal wieder bei Scherzkeks-Stoffe schwach geworden… *hüstel*) Die wollte ich schon lange verwenden, wußte aber nie, wozu.

Also ein Stück beherzt abgeschnitten und leicht schräg über den Stoff gelegt.

Und wieder angeklebt, manchmal ist heften doch zu lästig. (Von Goldzack gibt es nämlich auch einen Klebestift für Stoffe. Auch wasserlöslich. Angeblich kann man auch normalen Klebestift verwenden, das habe ich aber noch nicht ausprobiert. Ich bin mir dann doch immer nicht sicher, ob nicht doch irgendein Lösemittel den Stoff oder die Farbe angreift. Und ich habe diesen Klebestift jetzt seit mehreren Jahren und finde ihn recht ergiebig. Da entsteht kein riesiger Spareffekt.) Also Kleber auf die linke Seite der Borte getupft und die Borte auf den Stoff gedrückt. Das hält. Zumindest auf dem Weg zur Nähmaschine…

Revue de Presse: Burda Modemagazin Mai 2007

Durch Urlaub und so bekam ich die Mai Burda erst vor relativ kurzer Zeit in die Finger. Naja… so dringend ist sie eh nicht…..

Also erst mal in die richtige Stimmung bringen: „Ommmmm Burda ist keine Nähzeitung sondern ein Lifestylemagazin mit Nähbeilage ommm“

„30 Seiten mehr“ verspricht der Titel. Mode, Styling, Accessoires, Beauty und Wellnesse…. also 30 überflüssige Seiten mehr.

„Retro macht Spaß“ kündigt das Editorial an, mit einem Bild von Senta Berger. Na schau mer mal…

Der „Schuh des Monats“ ist schon mal eine Enttäuschung. Es gibt nämlich keinen, stattdessen die „Tasche des Monats“. Naja, logisches Denken ist wohl etwas schwieriger… liebe Redaktion, wenn ihr jeden Monat was anderes vorstellt, dann muß die Sparte „Accessoire des Monats“ heißen oder so. Denn ein „Schuh des Monats“, den es nur als singuläres Ereignis gibt, der macht so gar keinen Sinn.

Der „casual-trend“ Ist „Deauville“. Nun, zumindest das abgeildete lächerliche Strickkleid würde man bestenfalls an der Cote d’Azur tragen, aber nicht in den Seebädern. Außerdem sieht es genauso zwanghaft gewollt aus wie der weiland von Gernreich kreierte oben-ohne-Badeanzug. Glücklicherweise ist das ein Designerstück von Clare Tough und wir werden nicht mit der Anleitung behelligt. Die Farbgebung in weiß, blau und rot ist jedenfalls klassisch. Paßt allerdings nicht so gut zum mehr als deutlich kunstblonden Haar des Models. (Hätte man es nicht wenigstens so ausleuchten können, daß es etwas weniger nach „mißglückter Färbeversuch“ aussieht? Oder trägt man dieses künstlich gelbe blond jetzt so?) Die Kordeldurchzüge an Jacke 101 sind allerdings wirklich witzig. Rock 105 mit innovativen Verschlusslatz? Ich mußte mal meine alten nicoles aus den 80ern durchgehen, ich glaube, die hatten diese Idee damals schon… Und ob so ein Knebelknopf am langen Band als Hosenverschluss nun das non plus ultra ist? Ich würde ja noch zur Sicherheit einen Knopf zusätzlich empfehlen… Oh, 112A, mal wieder eine Hose bis Gr. 46. „Weit geschnitten“ sagt der Text. Äh… wie dünn ist das arme Model denn, wenn die Hose weit ist??

„lifestyle“ stellt Geschirr und Kleinkram in Grün vor. Naja, was sonst im Mai? (Äh… war da nicht sonst immer „Hochzeit“ das Thema?) Hübscher Farbklecks, aber nichts, was man wirklich braucht. Und Tinte mit Apfelaroma… ja, mit 14 findet man das noch toll, aber wer kann sich in dem Alter ein Schreibset für 149 EUR leisten?

„romantik-stil“ in Pudertönen geht es weiter. Die Farbgebung spricht mich schon mal an, weil mir diese sanften Töne auch oft gut stehen. Jacke 102 gefällt mir, so schlicht. Aber warum zwei Nummern? Das ist doch  101 in einer anderen Variante….? *Brust raus scheint die Pose zu rein, die dem Photographen besonders gefällt…* an Bluse 117 gefällt mir besonders die Spitze. Aber so wie das Model da sitzt habe ich starke Zweifel, ob das schön fällt, besonders der Übergang nach unten zur Bluse. Die aufgesetzte Spitze scheint keine Abnäher zu haben… na kein Wunder, wenn es nicht paßt… Toile de Jouy Print… als Bluse… doch, hat was. Kitschig, aber warum nicht? Der Schnitt mit dem attraktiven Ausschnitt ist auch nicht übel. (Toile de Jouy ist dieses Jahr überhaupt omnipräsent, bei Monoprix gibt es auch den Hackenporsche damit…. aber in leuchtendem pink… ) Spitzentop 109B sieht ein wenig so aus, als seien die Armausschnitte etwas zu eng unter der Achsel. Beliebtes Problem bei bielastischer Spitze. Einmal bewegt, und der Saum hängt unter dem Busen?  Die Satinbänder zur Akzentuierung des Schals 145 sind auch schön. Ausbaufähige Idee…

Das nach den Klamotten noch Kaufunterwäsche nach kommt ist wohl keine Überraschung. Alles nicht mein Format, daher nur ein kurzer Blick. Aha, die gruseligen Strings haben ausgedient? Die würde ich nicht vermissen. Auch ein Modell von C&A darf sich unter die Luxuswäsche mischen. Zeigt doch auch burda mal, daß modische Wäsche nicht immer superteuer sein muß.

„kleider“… jaaa, passend zum Trend, aber auch passend zum Wetter. Wenigstens der letzten Tage… aber es ist erst Mai, der Sommer hat noch viel Zeit zu kommen. Bis Gr. 46 natürlich mal wieder das Hemdblusenkleid… wie phantasievoll. Gut, hat Raglanärmel und einen einseitigen Koller… dennoch, es bleibt das *gähn* Hemdblusenkleid. Und noch eines mit Wickeleffekt. Dank Stoff und Pose ist schon mal gar nichts zu erkennen. 123 finde ich hingegen sehr hübsch als Schnitt. Mit den Fältchen an der Oberweite vielleicht auch für kleinere Körbchengrößen oder  um von breiteren Hüften abzulenken. 127… oh, ein 70er Jahre Sack mit Carmenausschnitt und Volants. Und einer hindrapierten Pose, so daß man besser nicht erkennt, wie so ein Kleid aussieht, wenn man es trägt. Schade um den schönen Stoff… 121, die Toile de Jouy Bluse noch mal als Kleid… aber mit dem gefältetelten Rock… dann doch lieber als Bluse. Und was hat der Ärmel denn da vorne so häßliche Knitterfalten? Zu eng…? Kurzgröße bekommt auch ein Kleid. Nett. Oder so…  124B sehr schön festlich… allerdings lassen die Querfalten am Oberteil vermuten, daß es nicht ganz passt. Laut Schnittzeichnung ist da keine Raffung… Aber sonst, sehr hübsch, sehr mädchenhaft und eine wunderschöne Spitze. (Deren Preis ich wohl gar nicht wissen will…)

Dar Maßschnitt ist auch ein Kleid. Hemdblusenkleid… wie einfallsreich…

„farbtrend“ ist schokobraun… nun ja… Top 130 einfach aber pfiffig. Allerdings… die Schnittzeichnung zeigt einen V-Ausschnitt, das Photo mehr so was wasserfallähnlich hängendes… besser einen guten BH drunter, damit nicht alles rausfällt, oder? 😀 Oh, und Hose 112, diesmal Variante B wird hier nicht mehr als „vorteilhaft weit“ beschrieben, sondern als „vorteilhaft schmal“… man sollte nicht vergessen, was man vor zehn Minuten geschreiben hat. Oder die Schlussredaktion sollte aufpassen… *gg*

Sonnenbrillen als“accessoires“, gut, schwarz habe ich noch, weiß steht mir nicht und Farbe habe ich auch noch, in türkis. Zwar nicht so groß und rund, aber ich will ja auch nicht beim „möglichst dämlich aussehen“ Wettbewerb mitmachen. Mir stehen die Riesendinger nicht. Und ich habe auch noch niemanden gesehen, bei dem das der Fall war…. Metallgestelle mit Straß sind auch nicht übel, aber das verhaken sich die Haare immer so drin, wenn ich sie hochschiebe…

„star & style“ mit Sony Kraus. Hmtja… gelb steht ihr auch nicht. Und wer trägt denn noch rot lackierte Fußnägel? *grusel* Das ist doch nur was für Kettenraucherinnen, die die gelben Nägel überdecken müssen… Im „exclusiv-design“ geht es prominent weiter. Frau Becker (die Ex von dem Ex-Tennis-Spieler..) darf jetzt Mode machen. Ehrlich gesagt, der Hosenanzug ist einfach langweilig.  :-/

Wie diesmal auch die „szene…“

Die „catwork“ Nachlese… ist schon interessant, daß auch wenn die Designerin ihre Zeichnung selber umsetzt, das Ergebnis so ganz anders aussieht als das Bild. Irgendwie… weniger sexy, dafür mehr sportlich. Die Zeichnung fand ich mehr glamour-mäßig, das Kleid schon beinahe street-wear. Aber so ist das, die Wirklichkeit läßt sich nicht so gut unterordnen, wie der Zeichenstift. *g*

„plus aktuell“. Drapierungen… Bluse 132 sieht auf dem Bild sehr gut aus, besonders der Kragen. Ich frage mich allerdings, wie der fällt und sich legt, wenn man  sich bewegt? Kleid 136 in origineller Form. Allerdings… Boule Kleider fand ich nie besonders vorteilhaft und nur weil es diesmal asymmetrisch beult… muß es nicht besser sein, oder? Und der Gehrock in A-Form… ne, das sieht schwanger aus. Und die extra-Weite hinten betont den Po bestimmt optimal… Aber der bestickte Stoff des Rockes ist schön. Die Linien sind jedenfalls mal was anderes… Ah, auch eine „neue“ Designerin. Gesine Moritz aus Köln. Mit einer Boutique in der Pfeilstraße. Hm, da bin ich bestimmt schon öfter vorbeigelaufen. Beim nächstenMal genauer hingucken… (Der Stoff des Mantels den Frau Moritz auf den Bildern trägt ist toll!)

Mit Nähen wars das dann wohl für das Heft. wobei die Teppiche von Michaela Schleypen finde ich jetzt auch noch interessant. Falls ich mir fürs Wohnzimmer mal was schönes kaufe.. das könnte eine Adresse sein. Weniger interessant die Sparte „internet“ lustlos zusammengestückelter Seitefüller, Seifen *blätter* Peeling (Same procedure as every Sommerbeginn, haben wir alle noch nie was von gehört… ) *blätter* Selbstbräuner…. *blätter* noch mehr beauty… Schönheits-OPs??!? Risken kommen aber schon nur in der Überschrift vor und da auch nur mit Fragezeichen…. was das den Bundesverband plastischer Chirurgen wohl gekostet hat… ? 😮

wellness…. *gähn… oh, prima, ein Reisebericht. Barcelona war ich noch nie. Gibts da Stoffläden? Tja, schade, darüber steht nichts drin. Alles andere hätte ich in jedem Reiseführer auch gefunden… Wobei ich trotzdem gerne mal die Gebäude von Gaudi sehen würde…

Womit darf uns die Promi-Parade diesen Monat beglücken? Mit dem Minirock. Oh Mann… sieht der wirklich so bescheuert aus? Und ich habe früher so was getragen… Peinlich, peinlich… aber passt damit zu den Kaufmode-Trends. *Gähn* Kann „Brigitte“ besser und ausführlicher.

Kindermode… ach guck, der Nähteil ist doch noch nicht ganz vorbei. (Könnte man das nicht aufteilen, zuerst das Nähen, dann den Rest? Dann müßte man sich durch den ganzen Müll nicht durcharbeiten. Allmählich ist es wirklich etwas viel Beauty und Wellnessgedöns.) Süße Kleidung für kleine Mädchen. Der Stoff der Tunika ist schon mal Klasse. Bunt, süß und poppig… würde ich nähen, wenn ich eine Tochter hätte.

Die peinlichen Horoskope sind auch wieder drin… gefolgt von Stricksachen. Das ist dann wieder eine Verbesserung. Das Kleid ist gruselig, aber der Zopfpulli oder der Fallmaschenpulli sind hübsch. (Warum die Anleitung wechselnd Prym- und Addistricknadeln empfiehlt frage ich mich allerdings… muß ich jetzt für jeden Pulli neue Nadeln kaufen oder wie? Das ist doch ein wenig lächerlich, oder..?)

*Uff* Überstanden. Mal sehen, was der Juni bringt, erscheint ja schon bald, die nächste Ausgabe… *g*

Alles Geschmackssache?

Vor einiger Zeit ließ ich mir von einer Freundin beim Abstecken helfen. Eine näherfahrene Frau, die selber Nähkurse gibt.

Angesichts noch allzudeutlicher Paßformfehler in Form von *hüstel* ‚Engstellen‘ fragt sie mich: „Wie willst du es denn haben?“ Ich sage: „Na, normal. Wo’s zu eng ist, ist ja klar.“

„Tja,“ bekomme ich zur Antwort, „das mit der Paßform ist halt so Geschmackssache. Die einen wollen’s so. Die anderen lieber weiter… da gibt es keinen Standard.“

Ich habe dann erst einmal geklärt, was ich wie haben will und es mir so abstecken lassen.

Dann habe ich einige Tag nachgedacht.

Ist das so? Ist Paßform nur noch „Geschmackssache“?

Gut, das erklärte immerhin, warum ich immer wieder in Blogs Bilder sehe, wahlweise von deutlich zu engen oder formlos sackartig zu weiten Blusen, Shirts oder Jacken, unter denen steht: „Das ist mein Lieblingsschnitt, denn er paßt ohne Änderung perfekt.“

Aber… nein, verflixt.

Guter Sitz ist nicht nur Geschmackssache.

Es gibt Standards wo die Schulternaht verlaufen sollte, wo ein Revers sitzen, wie viel Bewegungsweite über die Brust gehört, wo der Stoff Falten werfen darf und wo sie nicht hingehören oder wie eine Hose den Po umhüllen. (Und oh ja, man sieht, ob ein Kleidungsstück einfach zu weit ist oder eine modische Mehrweite hat.)

Sicher, Beliebigkeit ist bequemer. Aber tun den Regeln in dieser Form weh?

Nein. Denn sie nehmen doch niemandem die individuelle Entscheidung weg zu sagen, „Ich persönlich will es aber enger.“ Oder „Ich will den Schritt aber tiefer.“

Und, ja, von einer Nähkursleiterin erwarte ich, daß sie diese Standards auch ihren Schülern erklärt und zeigt.

Denn erst wenn ich den Standard kenne, dann kann ich bewußt von ihm abweichen.

Und statt einem schlecht sitzenden Kleidungsstück habe ich meine ganz persönliche modische Aussage.

Was anderes tun die von uns oft bewunderten Couturiers, Modeschöpfer oder Fashion Designer auch nicht.

Und wir können das auch! Aber erst wenn ich die Regeln beherrsche, kann ich auch mit ihnen spielen.

Futterschnitt erstellen

Füttern scheint mir ja bei Burda ziemlich aus der Mode gekommen zu sein. (Sozusagen nicht nur verhungerte Photomodels, sondern auch „verhungerte“ Jacken. 😉 )Ich hingegen finde nach wie vor eine ungefütterte Jacke nicht sehr schön. Und ein so edler Stoff schreit um so mehr nach einem Futter. Trägt sich auch viel besser.

Aber da Burda sonst auch den Luxus eigener Futterteile nicht kennt, erstelle ich mir den Schnitt dafür halt selber. Denn damit ein Futter gut sitzt, sollten die Futterteile an den strategischen Stellen größer als der Oberstoff sein. Klingt unintuitiv, ist aber so. Die Bewegungsfalte im Rückenteil ist sicher allgemein bekannt: Das Rückenteil am Stoffbruch anlegen und zwei bis vier Zentimeter abstand zur Stoffkante lassen. Dann zuschneiden, die Stoffkante aber nicht durchteilen.

Gut, bei meinem Schnitt ist das etwas schwierig, denn das Rückenteil ist an der Mittelnaht extrem gekurvt und wenn ich es im Fadenlauf anlegen würde, dann hätte ich stellenweise 30cm Bewegungsfalte. Nicht praktisch. Also habe ich in diesem Fall den Fadenlauf geopfert und schräg dazu zugeschnitten, dafür mit gleichmäßigerem Abstand zum Stoffbruch. Beim Futter wird das ohne negative Folgen abgehen. (Denke ich… )

Futterschnitt Aber es gibt noch andere Stellen, an denen ich Weite zugebe. Eine davon ist das Vorderteil. Hier gebe ich 1-1.5 cm zu, die an der Schulter zu einer schmalen Falte gelegt werden und dann aufspringen. Das verhindert ein verzogenes Vorderteil.

Um den Vorderteilschnitt an der richtigen Stelle zu vergrößern, gebe ich die Mehrweite nicht an der Nahtkante zu, sondern in der Mitte. Die Mehrweite soll ja ab der Schulter beginnen, nicht ab dem Kragen oder Ausschnitt.

Meine Jacke bekommt nur die seitlichen Vorderteile aus Futterstoff, da die mittleren Vorderteile ja in Form von Belegen mit Stoff abgedeckt sind.

Da ich keine Lust habe, einen gesonderten Futterschnitt zu erstellen, nehme ich die nötigen Änderungen auf dem Stoff vor. Zuerst zeichne ich mit Kreide eine lange Linie im Fadenlauf. (Die schwarz gepunktete Linie auf dem Bild.) Genau auf diese Linie wird der Fadenlauf des Schnitteiles gelegt. (Hier ist der Folienschnitt praktisch, denn ich sehe genau, wo das Schnitteil liegt.

Futterzugabe im Vorderteil Dann zeichne ich mit Kreide oder Trickmarker die Schnittlinie des seitlichen Vvorderteils nach. und zwar an der Seite, die an den Beleg genäht wird.

Anschließend verschiebe ich meinen Folienschnitt um den gewünschten Betrag (1-1,5cm) und zwar so, daß der auf dem Stoff eingezeichnete Fadenlauf und der Fadenlauf auf dem Folienschnitt (blau gepunktete Linie auf dem oberen Bild) parallel bleiben.

Dadurch rutscht die Schnittkante meines Folienschnittes (blau gepunktete Linie auf dem Bild rechts) von der gezeichneten Linie (weiß gepunktet mit keinen „Ausreißern“ beim Nachzeichnen auf dem Touchpad… 😮 ) weg.

Beim Zuschnitt schneide ich dann zuerst entlang der gezeichneten Linie auf dem Stoff und ab Schulter bzw. Saumkante orientiere ich mich wieder an meinem Folienschnitteil. (Da ich die Nahtzugaben schon auf meine Schnitteile gezeichnet habe, muß ich diese nicht mehr zugeben, sondern kann direkt an der Folienkante entlang schneiden.)

Doch damit nicht genug, auch die Ärmel bekommen im Futter mehr Raum. Allerdings nicht in der Weite, sondern in der Länge. Und zwar wird im Bereich der Achsel 1,5 cm zugegeben. Futterzugabe am UnterärmelDa diese Jacke einen Zwei-Naht-Ärmel hat, ist das etwas umständlicher, aber auch nicht schwierig.

Der Zugabebetrag von 1,5cm bezieht sich auf die Stelle genau über den Seitennähten, also an der Mitte des Ärmels. Beim Zweiteiligen Ärmel liegt diese auf dem Unterärmel, somit beginne ich auch mit dem Unterärmel.

Ich zeichne 1,5cm über der Markierung für die Seitennaht an und lasse eine Linie zur ursprünglichen Schnittkante auslaufen.

„Ankommen“ sollte die Linie auf der Höhe des Paßzeichens. So großzügig ist Burda aber mit Paßzeichen nicht, für hinten gibt es keines. Aber ich kann ja schätzen. Der Punkt muß auf alle Fälle unterhalb der Stelle liegen, an der mit dem Einhalten des Ärmels begonnen wird.

Die Linie zur anderen Seite bestimmen ist etwas schwieriger, denn da geht es ja mit dem Oberärmel weiter.

Deswegen lege ich dann den Oberärmel Nahtlinie auf Nahtlinie daneben und zeichne die Linie wieder freihand ein. Aber nur bis zur Schnittlinie des Unterärmels.

Man sieht an den Kreidestrichen, daß ich mehr als einen Versuch gebraucht habe, bis ich einen annehmbaren Linienverlauf erreicht habe. *g*

Wichtig ist auch noch, zu messen, wie weit die neu gezeichnete Linie genau auf der Höhe der Längsnaht von dem Schnitteil entfert ist.

Denn ich muß ja sozusagen auf gleicher Höhe am Oberärmel wieder ansetzen, damit die beiden Teile hinterher wieder genau zusammenpassen.

Futterzugabe am Oberärmel

Und da es am Oberärmel auch eine Paßmarke gibt…. ist es ein Kinderspiel, die Linie zu zeichnen.

(Das ganze zu photographieren war schon schwieriger…. da mußte die Bildbearbeitung ran und die echten Farben mußten geopfert werden. Meine Folie ist nicht grün, sondern durchsichtig. Aber so erkennt man mehr.)

Tja… und dann zuschneiden und nähen. Da ich das Futter von Hand einnähen werde, wird es nicht ganz genäht, sondern nur teilweise:

Die Teilungsnähte im Rücken werden geschlossen, dann die Seitennähte. Die Schultern bleiben offen.

Und an den Ärmeln werden ebenfalls die Ärmelnähte geschlossen und zwei Reihen Kräuselfaden zum Einhalten mit der Maschine eingezogen.

Danach kommt viel Handarbeit, zum Beispiel auf dem Sofa vor dem Fernseher….

Das Schulterpolsterwunder

Jetzt ist es ja schon beinahe wieder eine Woche her, aber über Ostern bin ich natürlich zu nichts gekommen. Außer Wohnung aufräumen, Gästebetten herrichten, Osterbrot backen, Creme Bavaroise herstellen, Lammrücken braten,… und am Ende wieder alles aufräumen. (Ach so… wünsche schöne Ostern gehabt zu haben!)

Aber letzten Donnerstag war ma-san da und wir haben mal mit Schulterpolster herumgespielt. Die „professionellen“ waren leider einfach zu groß. Aber die kleinen Schaumstoffpolster… bringen die Falten im Rücken weitgehend zum Verschwinden. 🙂 Jedenfalls weit genug, um mich nicht ständig über die Jacke zu ärgern. (Zumindest wenn es so aussieht, wie auf dem Display von ihrer Digicam.) Der Rest scheint mir nötig zu sein, um eine gewisse Bewegungsmöglichkeit zu gewährleisten.

Also konnte ich die Ärmel einfach so einnähen wie geheftet.

Die restlichen Probleme wird hoffentlich die Ausarbeitung und das Futter richten: Der Rücken fällt unterhalb der Rückenstütze etwas ein. (Für die Zukunft: auch bei Dupionseide alles mit Organza unterlegen.) Auch der Oberärmel tut ähnliches, ob die kleine Ärmelstütze aus Organza, die ich einarbeiten werde, das beheben wird? Die kleinen Schulterpolster laufen nicht so sanft aus wie die Großen, zumindest an einer Seite scheint sich das Polster abzuzeichnen. Ich hoffe auch hier, daß der Effekt nicht mehr so stark ist, wenn die Polster mal richtig eingenäht sind und nicht nur gesteckt. Und beim nächsten Burdaschnitt für mich werde ich endlich den Ärmel auch mal am Oberarm weiter machen. Zwar sollte er eigentlich weit genug sein, aber ein bis zwei Zentimeter mehr scheinen mir optimaler. Burda konstruiert wohl für „Stengelärmel“… Bei anderen Schnittfirmen habe ich das Problem nämlich nicht.

Jetzt muß nur noch das Futter rein (von Hand, wie immer bei mir) und Knopf und Knopfloch gefunden bzw. gearbeitet werden. Könnte klappen, die Einladung ist im Mai…

Ärmeltricks

Nun gut, hier im Blog ändert sich im Moment noch zu viel, um mich ernsthaft mit dem Design zu beschäftigen. Erste Blicke ergaben, daß ich offensichtlich fast alles, was ich über html und css wußte wieder vergessen habe… also halte ich mich lieber ans Nähen.

Zumindest teilweise, denn mein Eingabeinterface zeigt mir derzeit gar keine Buttons für Formatierungen mehr an, ich muß alle Steuerzeichen von Hand eingeben…. Mal sehen, ob ich mich noch erinnere, wie das geht… :-P)

Aber halte ich mich erst mal ans Nähen… da weiß ich noch, wie es geht. Meine Jacke aus Rosenseide braucht ja auch Ärmel und wer schon mal versucht hat, Dupionseide kräuselfrei einzuhalten, der weiß, was mir bevorsteht. Ehrlich gesagt hoffe ich nicht darauf, die Ärmel ganz ohne Kräusel reinzubekommen, aber es gibt eine, etwas aufwendige Methode, von der ich mir zumindest ein annehmbares Ergebnis erhoffe.

Wie geht’s? Zuerst nähe ich am Ärmel die üblichen zwei Reihen Kräuselfäden antlang der Armkugel, mit großen Gradstich und gelockerter Oberfadenspannung. Anschließend stecke ich den Ärmel in den Armausschnitt, im unteren Bereich, also bis zum Beginn der Kräuselfäden, gerade, dann wird die Ärmelmitte an der Schulternaht angesteckt und die Kräuselfäden gezogen, bis die Armkugel in den Armausschnitt paßt. Die Enden der Kräuselfäden gut fixieren und den Ärmel wieder „ausstecken“.

(Hm, soll ich an der Stelle schon mal versuchen, ein Bild einzubinden? Mit der „alten“ Syntax aus dem alten Blog geht es nicht, das habe ich gestern schon mal versucht. Da werden die Bilder nicht angezeigt. Ich versuche es jetzt mal mit ganz altmodischem „Primitiv-HTML“. Mal sehen…. )
Armkugel einhalten(Vorschaufunktion scheint es im Moment auch nicht zu geben… ich werde das Resultat also erst sehen, wenn der Artikel erscheint.) Aber weiter am Ärmel… An dem Ärmel kann ich jetzt in Ruhe die vorher ermittelte Kräuselung gleichmäßig verteilen. Dabei natürlich darauf achten, daß das Ausmaß der Kräuselung vor der Schulter und hinter der Schulternaht sich jeweils nicht verändert.
Und jetzt kommt der Trick: ich gehe mit dem Dampfbügeleisen ran und bügle mir die Kräuselung ein, bis der Stoff zwischen meinen beiden Kräuselfäden glatt liegt. Bei Wolle geht das sogar sehr gut, bei der Seide ist es schwieriger, zumal ich hier auch aufpassen muß, nicht viel weiter als bis zur späteren Ärmelansatznaht zu bügeln, weil sonst die Stoffstruktur geplättet wurde.
Leider habe ich, wie so oft, nach Einbruch der Dunkelheit gearbeitet, so daß das Photographieren schwierig war. Ich hoffe man erkennt trotzdem ein wenig den Unterschied: Die linke Armkugel auf den Photo ist schon eingebügelt und hat keine erkennbaren Kräusel mehr, die rechte sieht noch aus wie ein Puffärmel.

Aber das habe ich ihr auch noch ausgetrieben.

Äemel eingesetzt Und auf diesem Bild (welches hoffentlich angezeigt wird…) sind die Ärmel jetzt schon eingeheftet. Mit feinem Nähgarn und genau auf der späteren Nahtlinie. Nachher kommt dann ma-san und wird sich das ganze auch von hinten beäugen. Ich hoffe ja noch, die letzten Rückenfalten durch ein bißchen ziehen oder schieben an der Ärmeleinsatznaht zu mildern können. Das geht aber nur mit einer kundig helfenden Hand und vielen Stecknadeln.

(Und einem anderen Pulli…. der Nicky den ich gerade anhabe ist definitiv zu dick dafür. 😉 ) (Ach ja… Blogger an Admin… Ein nur zwei Zeilen hohes „Fenster“ für die Texteingabe ist unpraktisch. Was nicht praktischer wird, wenn es breiter ist als der zur Verfügung stehende Bildschirm. Mein Laptop ist auf echtes Rumtragen eingerichtet, kein Breitbildschirm zum DVD gucken… :o) )