Simplicity S9384 (Oberteil)

Das erste Ergebnis habe ich beim Schlafanzug ja schon gezeigt. Da ich den Schnitt das erste Mal verwendet habe, auch ein paar Worte dazu.

Gekauft habe ich mir den Schnitt, um mal etwas schönere Oberteile für den Sport zu bekommen. Die gekauften sind nutzbar, aber halt weder auf große Oberweite ausgelegt, noch auf breite Hüften. Oder Säcke. (Und wenn dein Sport „Tanzen“ ist, siehst du dich auch ständig im Spiegel…) Dieser Schnitt hat vorne Wiener Nähte (und hinten entsprechend geformte Teilungsnähte) die dann in bequeme Raglanärmel hinein laufen. Und damit es unten am Saum nicht so langweilig wird, sind noch Falten in die Teilungsnähte gearbeitet sowie eine Falte in der vorderen Mitte.

Was ich an den amerikanischen Schnitten generell gerne mag ist, dass man oft einen Baukasten bekommt. Das Shirt gibt es in drei Lägen, in zwei Ärmelvarianten und wahlweise mit Kapuze oder mit Abschlussbündchen. Und alles beliebig kombinierbar. Da ich eh einen Schlafanzug brauchte, war das ideal, um den Schnitt zu testen.

Ich habe mich für die mittlere Länge, den längeren und weiteren Ärmel sowie die Variante ohne Kapuze entschieden. Im Bett weder nötig noch praktisch.

Ich habe mich für Größe 20 entschieden und weil die Fertigmaße an der Hüfte ausreichend waren, habe ich da auch nicht wie meistens erweitert. Was mir an der Maßtabelle positiv auffällit ist, dass auch angegeben wird, dass die Hüfte 23 cm unterhalb der Taille gemessen wird. Da kann man auch besser sehen, ob man eventuelle Mehrweite tatsächlich an der Hüftlinie des Kleidungsstückes braucht, oder ob die eigene Anatomie den maximalen Umfang woanders hinsetzt.

Dazu brauchte ich natürlich eine FBA, wie immer ausgerechnet nach der Maßtabelle. Meine Oberweite liegt 5cm über dem Tabellenwert für Größe 20, also kommen an jeder Seite 2,5cm Mehrweite dazu. (Und am mittleren Vorderteil auch die entsprechende Mehrlänge, die sich draus ergibt.) Nicht ganz so optimal ist, dass kein Brustpunkt angegeben ist (andererseits läge der genau auf der Naht), aber die Höhe der Brustlinie hilft ausreichend weiter. Und nein, ich orientiere mich nicht an den Fertigmaßen und „passt schon rein“, sondern mache auch bei elastischen Stoffen eine FBA, weil der Stoff einfach besser fällt. (Bei sehr weiten Shirts, also wenn ich 20 cm Designzugabe auf der Brustlinie habe mache ich die FBA eventuell etwas kleiner. Weil man bei solchen Schnitten meistens keine so stark gebotenen Nähte haben will.)

Die andere „übliche“ Änderung war, dass 3cm Länge oberhalb der Taille rausgenommen habe. Die zusätzliche Kürzung in der hinteren Mitte habe ich diesmal weggelassen, der Schnitt ist nicht so eng und auch nicht so lang, dass das nötig wäre.

Die Raglanärmel haben keine Abnäher auf der Schulter, daher habe ich auf meine übliche leichte Kürzung der Schulternaht verzichtet.

Als Stoff hatte ich einen gemusterten Baumwolljersey mit Elasthan (ein Maß für die nötige Dehnbarkeit des Stoffes ist auch auf der Schnittmustertüte), der nach der Bestellung doch etwas weniger ansprechend war als auf der Webseite. Die Bündchen habe ich aus einem etwas gerippten Jersey aus meiner Trigema-Kiste gemacht. (Aus dem ich auch die Schlafanzughose genäht habe.

Bei der Anleitung habe ich mich weitgehend dran gehalten, außer dass ich alles mit der Overlock genäht habe. Ich habe schon rausgefunden, dass Overlocknähte sich von selber bevorzugt in eine Richtung legen und habe das bei der Nahtrichtung so gemacht, dass sich die Falten dann freiwillig in die richtige Richtung legen. (Die Originalanleitung sieht vor, dass man die Nahtzugaben der Teilungsnähte auseinanderbügelt. Den Punkt, wo die angeschnittenen Faltenzugaben sich treffen zu treffen war mit der Overlock auch nicht so einfach, aber da die Falten zur Seite gelegt werden, war das egal.

Die Falten werden von rechts festgesteppt, das habe ich mit der Nähmaschine gemacht, auch die Bündchen zum Ring schließen war ein Job für die Nähmaschine, denn die Nähte brauchen keine Dehnbarkeit, sollen aber flach liegen.

Den Saum habe ich brutal gecovert. Das funktionierte gut, allerdings muss man die Faltenbrüche dann etwa kräftiger flach bügeln. Für ein Shirt für „schön“ könnte man sich da noch was hübscheres überlege .

Sonst funktionierte an der Anleitung aber alles. Abgesehen davon, dass ich am Ärmel vorne und hinten eine Passmarke hatte, am Oberteil aber nur an einer Stelle. Ich habe nicht überprüft, ob ich das beim Kopieren übersehen habe, aber genau das gleiche Problem hatte ich schon bei einem anderen Schnitt mit Raglan von Simplicity…

Mit dem Ergebnis bin ich so zufrieden, dass es schon eine weitere Version in „cropped“ und mit Kapuze gibt. (Bilder kommen noch.) Aus flauschigem Sweat-Stoff, der weniger elastisch ist, als die Anleitung angibt. Passt aber trotzdem.

Den Saum finde ich ein wenig zu kurz zu Leggings, da werde ich bei der nächsten Version (dann hoffentlich für den Sport) am Saum die 3cm zugeben, die ich oben rausgenommen habe.Vielleicht auch fünf oder sieben…

Die Ärmelbündchen könnten aus einem etwas festeren Stoff sein, aber für den Schlafanzug ist es okay.

Mit der Falte in der vorderen Mitte bin ich mir noch nicht ganz sicher. Die Falten werden jeweils zu den Seiten gelegt, aber an der vorderen Mitte wird es dadurch unsymmetrisch. Ich bin noch am Überlegen, ob ich die Falte weglasse oder einen zusätzlichen Faltenboden für eine Kellerfalte zufüge, damit es symmetrisch ist. Und dann vielleicht hinten auch noch eine Kellerfalte und… noch ein bisschen länger?

Mal sehen…

Keks-Verpackung 2025

Natürlich gab es letztes Jahr auch wieder Täschchen für die Keks- und so Geschenklis. Allmählich wird es aber herausfordernd, noch Vorlagen zu finden, die irgendwie ein originelles Konstruktionsprinzip haben.

Aber ich wurde noch mal fündig. Eigentlich handelt es sich hier um die Kosmetiktasche Delis von Sew Simple.

Da ich ja noch einiges aus dem gemischten Reißverschlusskonvolut habe, das ich vor einigen Jahren von einer Freundin bekam, konnte ich diese hübschen Täschchen nähen.

Der Schnitt ist ein kostenloser Downloadschnitt und es gibt eine sehr ausführliche Bildanleitung. Da ich ohnehin ein anderes Format brauchte (und der Download ein bisschen arg viele Registrierungsschritte benötigt) und die Bildanleitung sehr gut erkennbar ist, habe ich mir den Schnitt selber erstellt.

Futter gibt es im Gegensatz zum Original nicht und ich habe immer zwei Taschenteile aus zusammenpassenden Stoffen zugeschnitten, die Schräge durch beide Lagen im „Freischnauze“ Winkel zugeschnitten und dann immer zwei gegengleiche Taschen genäht. So konnte ich wieder gut Reststoffe aufbrauchen und mit Weihnachtsstoffen kombinieren. Der schräge Reißverschluss ist nicht nur optisch ein interessantes Detail, sondern ermöglicht eine sehr große Öffnung. Das ist bei einer Kosmetiktasche/Kulturbeutel (die Anleitung umfasst unterschiedliche Größen) praktisch, aber natürlich auch im Kekse ein Weihnachtssüßigkeiten einzufüllen.

Und die Beschenkten waren auch wieder alle begeistert.

Mal gucke, was ich nächstes Jahr finde…

Noch eine typischen Herbst/Winter Tätigkeit: Sneaker Socken stricken

Dieses Jahr bin ich in einigen Sachen recht antizyklisch. Und nicht nur im fertig werden, auch im Anfertigen generell.

Eigentlich wollte ich ja mal nicht mehr als 100 verschiedene Garne in meinem Ravelry-Stash haben. Aktuell sind es allerdings 150 und das ist schon deutlich mehr, als ich möchte. Nicht alle habe ich selber gekauft, einige sind geschenkt und nicht alles sind komplette Garne, auch Reste sind dabei. Aber trotz Abarbeiten bei den Obdachlosensocken (von denen ich auch nicht wahnsinnig viele gestrickt habe) sind es noch… viele.

Ob das zumindest mittelfristig zu ändern, arbeite ich mich gerade mit kleinen Projekten von Hinten am Vorrat entlang. Sprich, ich nehme das älteste Garn (oder eines der älteren) und suche dafür ein Projekt, mit dem ich das Garn dann aufbrauchen kann.

Das hier ist Regia Bamboo Color, Ich hatte das Garn mal geschenkt bekommen, fand es schön, nur nicht so für mich, daher wurde es ein Wingspan, der verschenkt wurde. Allerdings war noch ein Knäuel übrig und das reicht noch für ein paar Restesneaker.

Das Garn besteht zu großen Teilen aus Rayon, was bedeutet, dass es wenig elastisch ist. Gleichzeitig ist die Färbung so wild, dass jegliches Muster darin verloren ist, das hatte ich am Wingspan schon gesehen.

Daher habe ich hier langweilig gestrickt, unten einfach glatt rechts und auf dem Fußrücken ein paar breite Rippen, um für einen besseren Sitz ein bisschen mehr Elastizität in die Socke zu bringen.

Gestrickt habe ich sie schon Oktober/November, aber Zeit zum Bloggen muß ja auch sein.

Ein kleiner Rest ist noch da, aber 2027 stricken wir ja wieder Socken für Obdachlose, da sollte dann wieder Reste dezimiert werden.

Da in den letzten Jahren auch ein paar Sneaker Socken dünn wurden, ist ein weiteres Paar auch keine Verschwendung…

Baby-Christmas

Da ich vor Weihnachten so am Sticken und dann auch am Rumstöbern in den Stick-Shops war, fiel ich quasi über dieses ITH Motiv bei Embroidery Library.

Mit meinem Patensohn hatte ich eigentlich besprochen, dass sein Sohn noch kein Geschenk bekommt, weil der eh genug hat und das mit sechs Monaten noch nicht zu schätzen weiß, aber so ein kleines Teilchen für die Eltern, durfte dann doch mit rein.

Die Stickmaschine war noch aufgebaut, den Cord hatte ich in meinen Resten (und nur noch kleine Stücke davon) und das Garn ist von Alterfil, wo ich vor zwei Jahren oder so mal je ein Miniking Stickgarn in „Weihnachtsrot“ und „Weihnachtsgrün“ (meine Definition) bestellt hatte. In der Vermutung, dass ich diese Farben über die Jahre öfter brauchen werde.

Bei dem Stick habe ich dann wenigstens verstanden, warum man eine Schneidevorlage für oben und eine für unten hat, das muß ja spiegelverkehrt sein. (Ja, man könnte es auch einfach drehen… aber gut.) Da meine „Lebkuchensterne“ ja symmetrisch waren, war mir das da nicht so klar gewesen.

Stickvlies hatte ich mein aktuelles Reißvlies verwendet, das etwas papierartig und aus Baumwolle ist. Das kam bei der Stichdichte am Rand tatsächlich an seine Grenzen… aber die Stickerei fiel gerade so nicht raus. Obenauf hatte ich hier eine Lage wasserlösliches Vlies gelegt und ich würde sagen, es war eine gute Idee, denn die Buchstaben kommen auf dem eher flauschigen Cord gut raus.

Das Aufhängband hatte ich noch, könnte mal von Butlers gewesen sein. War jedenfalls ein Rest, der noch genau reichte.

Das kleine Geschenk kam jedenfalls gut an und ich bekam „Beweisphotos“, dass es am Christbaum hing. (Jetzt muß ich es mir nur merken, falls es mal ein Geschwisterchen gibt, muß ich andere Farben nehmen, schätze ich…)

Aktueller Nadelblick Februar 2026

Viel noch nicht gebloggtes, daher wenigstens was für den Überblick.

Wie man unschwer erkennt, bin ich wieder beim Restevernähen. Prinzessin Barbie ist wieder dran, diesmal allerdings in einem rustikal ländlichen Stil. Farblich natürlich ungewöhnlich, aber thematisch nicht so unpassend, denn im Barock und noch mehr Rokoko liebte es der Adel, Schäferidyll bei Picknicks im Park nachzuspielen. Wenn sie das heute noch machen würden, hätte sich Barbie sicher natürliche Farben ausgesucht. 😉

Auch bei meinem Seafoam Lace Schal ging es ein Stück weiter.

Etwas mehr als 5 Rapporte habe ich geschafft und nachdem ich am Anfang mehrfach zurückstricken musste, ist jetzt alles so weit, dass ich die „Schlüsselstellen“ im Muster sehe und gleich merke, falls ich einen Fehler mache.

So richtig wird man das Muster erst nach dem Spannen sehen, wie das bei sehr feinem Garn und Lace halt so ist.

Wenn ich mein Garn richtig gewogen habe, sind schon etwa 20 Prozent aufgebraucht.

Das Spannen wird also auch nötig sein, um den Schal auf eine sinnvolle Länge zu bekommen. Aber er ist kraus rechts gestrickt, das ist in der Länge dann auch ziemlich elastisch. Hoffe ich.

Allerdings hat der Schal erst mal Pause, weil ich versuche, meinem Bruder zum Geburtstag Socken fertig zu stricken.

Da es Sommersocken sind, werden das Sneakersocken. Auf ein Muster habe ich auch verzichtet, das erhöht die Chance, dass sie fertig werden. (Ich habe seinen Geburtstag plus ein paar Tage…)

An sich strickt es sich ja relativ zügig, wenn man dran strickt.

Garn ist Regia Cotton in Andorra Color.

Die Baumwöll-Sockengarne gehen mir tatsächlich allmählich aus. Was ich noch habe ist Rosa und das sind nur noch zwei oder drei.

Da muss ich also mal wieder auf die Pirsch gehen. Wobei ich sie ja lieber Uni oder Farbeverlauf habe, damit man auch Muster stricken kann. Ich glaube, die wirklich selbstmusternden in Baumwolle bin ich los. Die sind einfach nicht für mich.

Ja und wenn wir bei Zeit sind… zumindest wenn ich bei mir Zuhause bin, ist die Verlockung einfach extrem groß, an meinem zweiten Hexispiel weiter zu arbeiten.

Man darf sich von der Perspektive nicht täuschen lassen, das fertige Stück ist noch nicht so groß.

Aber falls ich in dem Tempo weiter mache, brauche ich keine vier Jahre. Okay, ich habe das Falten der Hexagons nicht bei null angefangen, sondern musste nur den vorhandenen Vorrat ergänzen und konnte wieder loslegen.

Stoffe sind jedenfalls noch einige da, aktuell kaufe ich also auch keine „Reisestoffe“ dazu.

Und man glaubt es kaum, ich bin schon bei Buch drei für dieses Jahr.

Über Silvester und Anfang Januar habe ich mich im Pariser Appartment eingeschlossen (weitgehend) und viel gelesen.

Dann habe ich nicht nur meinen Zeitschriftenstapel abgearbeitet (der teilweise bis Mitte November zurück ging), sondern auch das Buch vom letzten Jahr beendet.

Was damit offiziell „Buch 1“ für dieses Jahr war. (Überraschenderweise konnte ich mich trotz der langen Pause noch an den Inhalt erinnern…)

Dann hatte ich noch eines dabei, was ich gleich mit „erledigt“ habe.

Und dann mit dem offiziellen Buch 3 für dieses Jahr begonnen.

Wenn ich mir die Zeit zum Lesen nehme, könnte es in absehbarer Zeit fertig werden.

So lange ich meinem Hexispiel nicht zu nahe bin… Das ist eine echte Konkurrenz.

So, das ist der aktuelle Stand. Es kommen aber noch einige Beiträge von Sachen, die letztes Jahr (und dieses Jahr) noch fertig wurden.

Aus dem Blogarchiv

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Februar 2012:
Der Monat, in dem ich mein Grannie Projekt das erste Mal vorgestellt habe.

Februar 2013: Ein Jahr Hexagons und andere Strickwerke

Februar 2014: gar nicht so wenig, für so einen kurzen Monat

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Februar 2020: Ein ausgeprägter Kleinkrammonat.

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