OTTOBRE design woman 2/2006, Modell 5 (Bluse)

Da ich bislang noch keinen guten Basis-Schnitt für eine Bluse hatte und dieser zumindest von der schlichten Form her geeignet wirkte, habe ich ihn für meinen Batistbluse gewählt.

Auf den Bildern wirkt der Schnitt wie eine schmale, aber dennoch lockere Bluse. Ideal für unter Kostüm und Hosenanzug. Allerdings hatte ich im Forum schon gelesen, die Schnitte würden eher klein ausfallen und so die größere Größe genommen. (Ich liege vom Brustumfang her zwischen 46 und 48 und habe 48 gewählt.) Zur Hüfte hin habe ich den Schnitt dann noch um zwei Größen vergrößert, da es ein Mehrgrößenschnitt ist, ist dies nicht allzuschwer.

Es handelt sich um eine schlichte Bluse mit Stegkragen mit zwei Längsabnähern hinten sowie Längs- und Brustabnäher vorne. Da mein Stoff nur noch für kurze Ärmel reichte, habe ich die langen Ärmel dahingehend geändert. Manschette und Ärmelschlitz mußte ich also nicht arbeiten.

Da ich ohnehin weiß, in welcher Reihenfolge ich eine Bluse nähe, habe ich die Anleitung ignoriert. Wobei die Reihenfolge der Anleitung auch sinnvoll ist. Die Methode, zuerst einmal die Bluse grob zu heften und anzuprobieren ist sicher sinnvoll. (Ich mache es natürlich trotzdem nicht… *g*) Hat man die vorgeschlagene Nahtzugabe von einem Zentimeter benutzt wird das allerdings nicht viel helfen, sollte es sich dann als zu eng herausstellen…. 😉

Zwar ist der Blusenschnitt einfach und somit durchaus für Anfänger geeignet (auch wenn man Kragen und Manschetten exakt arbeiten muß), die Anleitung setzt aber gewisse Grundkenntnisse voraus. Was man etwa wann wohin bügeln sollte wird nicht vorgegeben. Andererseits gibt es einen etwa einseitigen allgemeinen „Einleitungsteil“ zu Beginn des Anleitungsheftes, der viele anfängergerechte Tips gibt. Auch das Nähen eines Stegkragens ist mit Zeichnungen sehr schön dargestellt. (Für erfahrene Näher ist es hingegen etwas lästig, den Einleitungsteil komplett lesen zu müssen, um zu erfahren, wie es mit Zugaben und so bestellt ist.)

Bis auf die Wahl der größeren Größe habe ich meine üblichen Änderungen vorgenommen: Die Schultern einen Zentimeter verschmälert, den Oberkörper 1,5 cm gekürzt.

Die Paßform der fertigen Bluse ist… okay. Über der Brust spannt sie, ist also trotz größerer Größe zu eng. Der Kragensteg schaut bei geschlossenem Kragen an den Schulternähten etwa 2mm hervor. (Den Blick auf die Rückseite hat Ma-San vorgenommen.) Die Schultern sind etwas überschnitten, Ma-San meint, ich sollte sie noch verschmälern, ich bin der Ansicht, sie dürfen durchaus leicht überschnitten sein. Der Brustpunkt sitzt etwas zu hoch. Und am vorderen Armausschnitt sieht es auch etwas seltsam aus.

Das klingt aber dramatischer als es ist. Ich werde an dem Schnitt weiterarbeiten, in der Hoffnung einen gut passenden Basis-Blusenschnitt daraus herstellen zu können. Beim nächsten Versuch wird erst mal der Kragensteg etwas verschmälert und eine FBA durchgeführt, damit es über der Brust nicht mehr spannt. Und dann mal sehen, wie sich das auf den Armausschnitt auswirkt…

Batistbluse: Ärmel säumen oder der Kampf mit dem Säumerfuß

Nach der Theorie des Säumerfußes jetzt also die Praxis…

Schmale, aber saubere Säume sind bei durchscheinenden Stoffen ja Pflicht.

Test mit Säumerfuß

Und damit das schnell und einfach geht, gibt es den Säumerfuß. Zumindest schreibt das David Page Coffin in seinem Buch Shirtmaking so.

Also habe ich den Säumerfuß auf meine Wunschliste gesetzt und zum Geburtstag auch bekommen. Und endlich habe ich eine Gelegenheit, ihn auch einzusetzen.

Allerdings besitze ich schon einen Rollsaumfuß und von da ist mir noch in guter Erinnerung, daß der Umgang damit etwas weniger trivial ist, als es in der Anleitung steht.

Also nehme ich mir erst mal einen Rest des Originalstoffes und übe.

Die erste Hürde ist das Einlegen des Stoffes in die Schnecke. Beim ersten Versuch klappt es überraschend gut, danach nicht mehr. 🙁

Aber im Buch wird auch eine ganz andere Technik dafür beschrieben. Die funktioniert sogar ganz gut. Und ist nicht so schwierig.

Der Testsaum sieht auch gut aus. Wieder mit dem Stickgarn, natürlich, damit da auch noch etwas Farbe hinkommt.

Feiner Saum

Frohgemut lege ich also den ersten Ärmel unter den Säumerfuß, linke Seite nach oben, und lege los.

Um es mir nicht noch schwerer zu machen, werde ich die Ärmelsäume erst hinterher nähen. Außerdem bin ich mir nicht so ganz sicher, ob der Säumerfuß über eine französische Naht drüber kommt. Ich schätze eher, dafür ist er nicht gemacht… :-/

Die ersten zehn Zentimeter flutschen nur so rein.

Dann gibt es eine Falte.

Maschine stop, Nahttrenner heran, alles wieder aufgetrennt. Mittendrin neu ansetzen geht ja an der Stelle nicht unauffällig.

Wieder von vorne… diesmal geht es 15 Zentimeter gut. Dann kommt die Falte.

Maschine stop, Nahttrenner, Faden ziehen (glücklicherweise habe ich ja noch viel Stickgarn… :o).

Der nächste Versuch schafft etwa zwanzig Zentimeter, bis die böse Falte entsteht.

Mit viel Trennen und Stück für Stück wird der Ärmelsaum fertig.

Und irgendwann auch der zweite.

Aber ganz ehrlich… da wäre von Hand nähen schneller gewesen. :o)

Bis der Fuß und ich Freunde werden, sind wohl doch noch ein paar Meter Saum nötig. (In einem Buch heißt es ja, man müßte keine hundert Meter säumen, um den Säumerfuß im Griff zu haben, aber ich habe da gewisse Zweifel… Ich sollte Gardinen nähen. Sehr viele Gardinen. gg )

Revue de Presse: Threads November 2006 (Number 127)

Das satte „Pfluff“ im Briefkasten diese Woche ließ mich aufhorchen. Zeitschriftenabos kommen alle am Montag, bestellt hatte ich nichts.

Ein neutraler Umschlag… welch wunderbare Überraschung, die liebe Tanna hatte bei ihrem USA-Besuch an mich gedacht und mir gleich nach ihrer Rückkehr die November-Threads zugeschickt. Pech für die Gutachten, die ich an dem Tag noch hatte schreiben wollen. Und Pech für die große Tüte Mandelsplitter im Schrank. gg

Mit braunen Mandelsplittern in der einen und dem kontrastreichen Titel in rot, grau, schwarz und weiß plaziere ich mich auf dem Sofa… die vorgestellten Autorinnen der Ausgabe kenne ich alle nicht, aber egal, Namen sind eh Schall und Rauch… (eine Frau, die „Fred“ heißt?? Amis…)

Leserbriefe… freudig und kritisch… je nach dem. Rosa Rollschneider und Schneidmatte? Wer muß denn so was haben??!? Ne, auch nicht, wenn es der Brustkrebsvorsorge dient. (Amis… kopfschüttel) Ein kurzer Bericht über das Bra-makers Manuar von Beverly Johnson… ja, will ich eh haben, aber die deutsche Übersetzung von Ela war für meinen Geburtstagswunschzettel nicht rechtzeitig fertig.

Dann mal die Lesertips flöhen… ist was interessantes dabei…? Also die amerikanische Sorge, es könnte sich jemand an weggeworfenen Nadeln im Müll verletzen… immer wieder rührend. Das Müllauto wird es danken. Nein, keine Offenbarung dabei, diesmal. Aber nett, das die besten Tips mit Büchern von Taunton belohnt werden…

Die Schnittest-Abteilung… Ponchos, Jacken, Mäntel,… Die Park Bench Jacke gefällt mir (macht das eigentlich viel Sinn, Winterjacken von jemandem testen zu lassen, der auf Hawai wohnt? 😉 ) Der Vogue-Mantel sieht auch klasse aus, leider nicht für meine Figur… Burda ist mit einem Bleistifrock vertreten… Die Testerinnen waren offensichtlich mit allen Schnitten zufrieden, keine Ausfälle bei Paßform und Anleitung. Was grinst mich denn da von der Werbeseite an? Das ist doch der Microfun mit Nöppchen! Nur in anderen Farben. seufz Schade, daß der aus dem Programm genommen wurde…

Wie finde ich den richtigen Nähkurs… blätter sehr auf die amerikanische Situation bezogen. Da kommt vor allem Neid auf, ob des Angebots an verschiedenen Kursen, die es dort zu geben scheint. Leider nicht wirklich auf die deutsche Situation übertragbar. Aber für Onlinekurse würde hier wohl auch niemand was bezahlen wollen… Dienstleistung hat hier ja kostenlos zu erfolgen…

Oh… JA! Ich sehe Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke für die halbe Familie! der One-seam Poncho ist genial… und Silvia hat dieses Jahr ja so einiges an feinem Samt, Seide, Viscose, Pannesamt… da fehlte mir nur noch die Idee dazu. Für Sachen, die schnell zu verarbeiten sind. Langwierig zu verarbeitenden Ideen habe ich ja schon genug…

Mit ausgefransten Säumen geht es weiter. Die konnten mich ja bislang nicht wirklich begeistern… Ach, drei verschiedene Techniken? Hm… das mit der zusätzlichen Stofflage… hat doch was. Naja, vielleicht irgendwann mal. Wenn es in zwanzig Jahren wieder modern ist. Diesmal schaffe ich das eher nicht mehr. :o)

Fingerschutz… erst Mal schnittsichere Handschuhe (wofür auch immer… bißchen aufpassen tut es auch; und wenn ich mich schneide, dann am ehesten, weil es irgendwo ganz fummelig ist und ich deswegen die Finger drunter habe. Dann hätte ich aber die Handschuhe auch nicht an. Diverse Fingerhüte… Handcremes für Näherinnen??? I wont ask…

25 heiße Tips, um beim Nähen cool zu bleiben. Oder Zen, wie der Ami sagt. (Aus Frankreich kenne ich den Ausdruck ja auch…) Das meiste ist nicht neu. Aber die Idee, um am Bund weniger Stofflagen aufeinander zu haben ist nicht schlecht. Das könnte auch das Knopfloch einnähen deutlich erleichtern…

Aber hier wird es spannend… gemusterte transparente Stoffe und was aus ihnen werden kann… blätter guck genau guck Karos aus Streifen hatte ich ja schon mal gesehen… Farben verschwinden lassen auch.. Streifen aus Karos… ah ja… und Streifenmuster aus Punkten?? Spannend, spannend. Nächsten Sommer mal nach transparenten Stoffen mit Muster spähen…

Die Verarbeitungshinweise für transparente Stoffe bringen mir jetzt gerade nichts neues, aber sind eine hervorragende Zusammenfassung zu dem Thema. So hat man immer saubere Nähte und Säume. (Und alles ohne Overlock…)

Die Raffungen an den Röcken gefallen mir auch sehr gut, besonders die im Art-Deco Stil. In Saumhöhe ist das meiner Figur angemessener. 😛 Mit Anleitung, wie man sich den Schnitt entsprechend verändert. Das behalten ich mal im Kopf… mal sehen, wann ich dazu komme, es anzuwenden.

Alte Jeans verändern… Hosenboden betracht ja, könnte ich gerade brauche… Reverse Applique und Perlen aufsticken sind jetzt nicht gerade neue Ideen… Aber das mit dieser Bänderstickerei… einfach klasse, was die immer wieder für Techniken ausgraben! Dummerweise nur alles nicht wirklich optimal für Löcher am Hosenboden geeignet. Zumindest, wenn man den nicht extra betonen will… gg

Schnittanpassung… scheint eine ganze Serie zu sein. Diesmal die Schultern. Okay, da habe ich keine so großen Probleme. Schmäler machen, aber an der Form muß ich nicht viel ändern. Aber ich stecke ja auch immer mal für andere ab, also doch mal durchlesen… Ah, es wird nicht nur gezeigt, wie man das für den eingesetzten Ärmel ändert, sondern auch für angeschnittene und Raglanärmel. Davor drücken sich ja die meisten Nähbücher…

Und schon wieder so eine wunderbare embellishment Idee… lange werdeich an Walk nicht mehr vorbeikommen… und auch noch mit einem Art Deco Motiv! (Wann, oh wann soll ich das alles jemals machen?!?)

Leserfragen… Nähmaschine für den LKW… originelle Fragen… Was haben wir noch? Schnitt von einem passenden Kleidungsstück abnehmen, mit Abnähern, Ärmeln und allen Schikanen. Nun ja, gekaufte Kleidungsstücke passen mir eh nicht, von daher stellt sich das Problem nicht wirklich… Auf der anderen Seite hilft so was immer, den Aufbau von Schnitten generell zu verstehen… das schadet wiederum nie.

Ganz schnell durch die Anzeigenseiten blätter Bevor ich wieder interessante URLs finde… 😀 Die Kurzgeschichte… na gut… und noch ein paar Worte über Mohair. Wenig neue Info… als sie noch die Detailbilder alter Kleidungsstücke hinten drauf hatten gefiel mir das besser.

Oh, schade.. schon aus. 🙁

Fliegt im Dezember wieder jemand rüber? 😉

Batistbluse: Stegkragen

Einen Stegkragen zu nähen ist auch nicht weiter schwierig, nur etwas aufwendig, weil viele Schritte nötig sind. Leider war meine Digicam gerade nicht verfügbar, so daß ich nur beschreiben kann, wie ich bei transparenten Stoffen vorgehe. 🙁

Stütznaht am HalsausschnittWas ich immer mache: Ich nähe eine Stütznaht, gleich nachdem ich die Schulternähte geschlossen habe. Das heißt ich nähe mit Gradstich (Länge 2,5) am Halsausschnitt entlang und zwar ein bißchen neben der späteren Ansatznaht des Steges. Meine normale Nahtzugabe ist 1,5cm, die Stütznaht kommt so bei 1,2 cm.

Dadurch kann sich der Halsausschnitt schon mal nicht mehr verziehen (was gerade bei feinen Stoffen besonders leicht passiert) und man kann die Nahtzugabe auch beruhigt einschneiden, ohne befürchten zu müssen, zu tief zu schneiden. Das kann das Ansetzen des Kragens oder Steges erleichtern.

Bevor der Kragen drauf kann, müssen allerdings die vorderen Kanten gearbeitet werden. Die bekommen auf dem angeschnittenen Beleg auch wieder hautfarbene G785 Vlieseline, die das helle durchscheinen verhindert. Allerdings mag ich den Beleg nicht so „roh“ hängen haben, sonderen verpasse ihm auch eine Nahtzugabe, die ich einschlage. Und die liegt dann von Außen gesehen vor der Vlieseline, bleibt also sichtbar.

Im Nachhinein… hätte wohl besser ausgesehen, den Besatz gleich in doppelter Breite zuzuschneiden und zweimal einzuschlagen. Naja. Zu spät.

Die Belege werden also einfach sauber nach links gebügelt und dann von Rechts mit rotem Stickgarn festgesteppt. Einmal an der vorderen Kante, einmal an der Besatzkante. Den Abstand wähle ich so, daß ich einfach den Geradstichfuß an der Kante entlang führe.

Einen Stegkragen zu arbeiten gibt es generell zwei Möglichkeiten: Zuerst den Steg an das Kleidungsstück nähen und dann den fertig genähten Kragen zwischenfassen.

Oder zuerst den Steg an den Kragen zu nähen und dann an das Kleidungsstück. Das ist meine bevorzugte Variante, ich kann es so einfach besser. Aber… Geschmackssache.

Allerdings muß zuerst einmal der Kragen genäht werden. Ich habe den Kragen zwei Mal aus dem Blusenstoff zugeschnitten (eigentlich drei Mal, weil ich einen Zuschnitt dazwischen verlegt hatte… ) und dann den Oberkragen wieder mit G785 in haut verstärkt. Dadurch bekommt er genug Form ohne unangemessen steif zu werden und die Nahtzugaben zeichnen sich nicht ab.

Ober- und Unterkragen werden rechts auf rechts gelegt und ganz normal genäht, ausgebügelt, Nahtzugaben zurückgeschnitten, verstürzt, noch mal gebügelt und mit rotem Stickgarn abgesteppt.

Beim Steg benutze ich für den Innensteg einen Rest des roten Futterstoffes. Das gibt noch einen Farbtupfer und Venezia-Futter trägt sich durchaus angenehm auf der Haut. Der Außensteg besteht aus dem hellen Batist und wird wieder mit G785 in haut bebügelt. (Übrigens… gut auskühlen lassen nicht vergessen. Und zwar flach liegend. Dann hält das auch.) Normalerweise verstärkt man den Innensteg, aber der ist ja nicht so durchsichtig.

Am Innensteg wird die Nahtzugabe an der Halsauschnittseite nach links gebügelt.

Dann kommt ein Sandwich: Außensteg mit der rechten Seite nach oben auf den Tisch legen. Den fertig genähte Kragen mit der (unverstärkten) Innenkragenseite drauf und zwar so, daß die Kragenansatznähte aufeinander liegen. (Logisch… ) Zuletzt den Innekragen drauf, mit der rechten Seite nach unten. die gebügelte Nahtzugabe liegt also oben sichtbar.

Das ganze stecken oder heften und einmal außerum nähen. Alle Seiten, bis auf die Seite mit der hochgebügelten Nahtzugabe. Die kommt ja hinterher an die Bluse…

Dann wieder bügeln, zurückschneiden, wenden, bügeln,…

Anschließen wird der Außenkragen rechts auf rechts an den Halsausschnitt der Bluse gesteckt (was einfacher geht, wenn man die Nahtzugabe der Bluse bis an die Stütznaht einschneidet) und festgenäht. (Bügeln, zurückschneiden,… etc. pp. ) Der Innensteg wird von Hand an die Ansatznaht genäht. Wenn man den Steg recht knappkantig absteppt kann man ihn evtl. auch so mit feststellen. Aber unsichtbar genäht sieht edler aus. Außerdem steppe ich „gradstichfußbreit“ ab, das ist doch schon relativ breit.

Ach ja, mit de Absteppen des Steges beginnt am am besten in der hinteren Mitte, direkt unter dem Kragen. Dann sieht man den Ansatz der Steppnaht nicht.

Batistbluse: Französische Naht

Bei transparenten und möglicherweise noch stark fransenden Stoffen stellt sich ja immer die Frage, wie man die Nähte versäubert bekommt. Eine breite Nahtzugabe schimmert unschön durch, schmale Nahtzugaben mit Zickzack abzunähen ist schwierig und ein Overlock hat nicht jeder.

Französische NahtDabei gibt es eine saubere Technik, die nur mit geraden Nähten auskommt, die Französische Naht. (Die die Franzosen „couture anglaise“, also „Englische Naht“ nennen. 😉 ) Eigentlich einfach zu nähen, ist sie eine perfekte und schmale Versäuberung für dünne Stoffe. Ich nehme sie auch gerne für Pyjamas aus feiner Baumwolle oder für Seidenblusen. Im ersteren Fall mit 7 mm etwas breiter, sonst 4-5mm breit und für transparente Stoffe geht es bis zu 3mm schmal. Da kann dann auch keine Overlock mehr mit.

Einzige Einschränkung: Sie funktioniert an geraden (oder halbwegs geraden) Kanten, für runde Nähte muß man sich was anderes einfallen lassen. Aber für die Schulternähte der Bluse und auch die leicht geschwungenen Seitennähte ist die Technik perfekt.

Zuerst kommen die Schulternähte: Ich lege die Schnitteile links auf links aufeinander und nähe sie zusammen.

Jetzt sind die Nahtzugaben auf der rechten Seite. Irritierend, aber richtig.

Ich habe 1,5cm Nahtzugabe vorgesehen, nähe jetzt aber nicht auf meiner Nahtlinie, sondern 3-4mm näher an der Schnittkante. Also auf der Nahtzugabe.

Naht zurückschneidenDiese Naht wird zuerst von beiden Seiten flach gebügelt, danach die Nahtzugabe auseinandergebügelt. Anschließend die Nahtzugaben wieder zusammen zu einer Seite bügeln.

Klingt total nutzlos, aber dadurch legt sich der Stoff hinterher sauberer. Glaubt es mir einfach. 😀

Danach wird die Nahtzugabe ganz schmal zurückgeschnitten, auf einen Milimeter oder so.

Französische NahtJetzt endlich kommen die Schulternähte in die gewohnte „Nähstellung“: Vorderteile und Rückenteil werden rechts auf rechts gelegt und ich nähe eine etwa 4mm breite Naht. Die ist jetzt genau da, wo meine Nahtlinie sonst gewesen wäre.

Und die zurückgeschnittene Nahtzugabe ist vollständig eingeschlossen, die Nähte sehen nicht nur von außen schön aus, sondern sind auch von innen sauber wie es kein Versäuberungsstich und auch keine Overlock kann.

Auch diese Naht wird wieder plattgebügelt und dann ins Rückenteil gebügelt.

Wollte man eine Naht betonen, könnte man sie sogar ähnlich einer Kappnaht von rechts absteppen.

Das will ich aber nicht.

Dafür nähe ich die Seitennähte mit der gleichen Technik, bevor es der Bluse an den Kragen geht.

Batistbluse: Abnäher

Abnäher in transparenten Stoffen bleiben unweigerlich sichtbar.

Bleibt also nur, entweder Schnitte ohne Abnäher zu wählen, was je nach Figur unterschiedlich gut aussieht oder sie besonders sorgfältig zu arbeiten. Dafür betonen sie auch die Transparenz des Stoffes, was dann wieder einen Reiz dieser Stoffe ausmacht.

Meine Bluse hat (schon aus Figurgründen) Abnäher, also werden sie sorgfältig gearbeitet.

Abnäher markierenEin Problem bei feinen Stoffen ist die Frage, wie man die Abnäher markiert, ohne daß hinterher Reste der Markierung sichtbar bleiben.

Meine Lösung ist einfach: So wenig wie möglich markieren.

Der Ottobre-Schnitt macht es mir einfach, denn die Abnäher sind alle gerade. Das heißt, die Längsabnäher bilden langgezogene Rauten, die Brustabnäher Dreiecke. In manchen Schnitten sind die Abnäher leicht geschwungen (einfach ein Lineal oder Handmaß anlegen, wenn man sich des Augenmaßes nicht sicher ist), aber in diesem nicht.

Und das bedeutet, ich kann die Lage des Abnähers alleine aus den vier Eckpunkten bestimmen. Denn die Linien dazwischen sind ja gerade und somit jederzeit mit Hilfe eines Lineals wieder herstellbar. (Ich zeige das hier am Beispiel der Längsabnäher, aber bei den Brustabnähern funktioniert das analog. Nur mit drei Ecken, statt vier.)

Also markiere ich mir nur diese vier Eckpunkte mit Fadenkreuzen. Die halten im Stoff und sind später leicht wieder zu entfernen.

Dann falte ich den Stoff so, daß der Stoffbruch eine gerade Linie zwischen der oberen und unteren Markierung bildet und die beiden seitlichen Fadenkreuze genau aufeinanderliegen. (Kann man mit einer senkrecht durchgestochenen Stecknadeln kontrollieren.)

Abnäherbruch steckenEntlang dieser Linie stecke ich die Stofflagen aufeinander. Damit der Stoff sich werder verzieht noch sonst Schaden nimmt, benutze ich die extrafeinen Stecknadeln von Prym. Leider gibt es die nur mit Stahlkopf. 🙁

Wichtig ist, den Stoff dabei auf der Unterlage liegen zu lassen und vorsichtig zu stecken.

Nimmt man ihn einfach in die Hand, ist das Risiko bereits recht hoch, daß er sich verzieht oder die Stofflagen sich gegeneinander verschieben.

(Diese Vorgehensweise empfiehlt sich eigentlich bei allen flutschigen Stoffen, auch bei solchen, die nicht transparent sind. 😉 )

Abnäher heftenUnd weil der Stoff flutschig ist, tue ich etwas, was ich ungern mache. Aber die Erfahrung lehrt, daß Heften dann doch schneller geht als auftrennen. gg

Ich hefte von Hand, mit feiner Nadel und feinem Nähfaden und zwar von der Mitte jeweils zu den Spitzen hin.

Stellt sich die Frage, woher ich weiß, wo ich entlang heften muß? Tja… ist der Stoff nur fludderig aber nicht durchsichtig, dann nehme ich Handmaß oder Lineal und Markierstift und ziehe die Linien.

Aber das will ich ja diesmal vermeiden. Viele Markierstifte lassen sich wieder entfernen, aber zum einen ist auch das lästig, zum anderen… man weiß ja nie….

Also, ich beginne an der mittleren Ecke mit einem relativ langen Faden. Ich lege den Faden als Gerade zur Spitze, das zeigt mir die Linie, entlang der ich den Abnäher später nähen will. An der Spitze hält die eine Hand ihn fest, die andere führt die Nadel entlang des gespannten Fadens einmal in den Stoff und wieder heraus.

Dann den Faden loslassen, durchziehen und wieder von vorne zum nächsten Stich.

Das klingt umständlicher als es ist, mit einiger Übung geht das recht zügig.

(Oder ich mache es gleich nach Augenmaß… auch das kann man üben.)

Abnäher steppenSind die Heftstiche jetzt nicht hundertprozentig auf einer Linie macht das nichts. Das gleich der Transport der Nähmaschine aus, der näht nämlich prima geradeaus.

Wie generell bei Abnäher nähe ich auf die Spitze zu.

Ich setze also wieder an der mittleren Ecke an und lege den Stoff dann so unter den Nähfuß, daß eine Gerade durch die Abnäherspitze verläuft. Peilung nach Augemaß, ist nicht schwer. (Die schmale Öffnung des Geradstichfußes erleichtert die Sache zugegebenermaßen.)

Damit ich das Ende des Abnähers besser erkenne, habe ich genau auf diesen Punkt eine Stecknadel quer gesteckt.

Und dann nur noch langsam bis zum Ende nähen und noch ein paar Stiche darüber hinaus. Den Stoff gut führen aber nicht zerren. Genügend lange Fäden hängen lassen und den Abnäher von der Mitte zur anderen Seite hin genauso nähen.

Fäden verknotenAnschließend müssen die Heftfäden wieder raus, was etwas fitzelig ist, weil die Steppnaht leider genau durch die Heftnaht verläuft. Aber was tut man nicht alles für ein ordentliches Ergebnis. (Nahttrenner und Pinzette sollen sich ja auch nicht langweilen.)

Auch die Markierkreuze werden jetzt entfernt.

Dafür bemerke ich, daß einer dieser Fäden rosa abgefärbt hat. grrr Man sollte billiges „Syngarn“ aus dem Fundus wirklich nicht mal zum Heften benutzen. Ich sollte es wirklich besser wissen… grummelgrummel aber es lag halt so praktisch da… IneigenenHinterntret

Jetzt nur noch die Enden der Abnäher sichern. Dazu gibt es verschiedene Methoden, von denen letztlich keine besser als die andere ist.

Knoten anschieben

Ich halte es mit der alten, von Oma gelernten Methode der feinen Knoten.

Ich schlinge in die Endfäden einen Knoten, den ich aber nicht gleich zuziehe.

Diese Schlinge kann ich dann mit Hilfe einer Stecknadel ganz nah ans Nahtende schieben. (Daß die Stecknadel im Stoff steckt liegt daran, daß ich beide Hände für das Photo brauchte… normalerweise tut sie das nicht.)

Und da ziehe ich sie zu.

Faden abschneidenMit der gleichen Technik mache ich zwei weitere Knoten im Abstand von wenigen Millimetern und schneide dann den Faden neben den Knoten ab. Sind die Konten schön eng gesetzt, ist der Faden nur gut einen Zentimeter lang.

(Das Bild zeigt keine Knoten? Tja… sie sind so fein, Mikroskop habe ich nicht. 😉 )

Revue de Presse: Burda Modemagazin Oktober 2006

Noch ein Teil meiner Kongressbeute… braun mit etwas rosa, aber auf dem Kongress selber hatte ich ja ohnehin keine Zeit, sie mir näher anzusehen.

Wie? Männer im Editorial? Und es soll gar noch um Männermode gehen? Na sowas aber auch… ein Mann, der sich festlegen kann? lachprust Und festlegen auf…? Mhm. Die Männermode ist kernig, sportlich-lässig und elegant zugleich. Sagt der Mann. Ja, so kenne ich Männer, von allem ein bißchen was und auf nichts festlegen. :o)

Aktuell ist braun und elegant… Raubtierdruck… oh, was ist das an Mantel 111? Henkel? Wozu?? Ah, Pattentaschen… nicht schlecht, eigentlich, wenn man sich dran gewöhnt hat. Der Titelmantel hat eine schöne Form, aber diese aufgesetzten Mülltütentaschen??? Nun ja… Das Kostüm hingegen wäre fast wieder Motivation, drei Kleidergrößen abzunehmen. 😉 Die Schnittführung der Jacke hatten wir aber schon mal, oder? Als Lieblingsmodell käme es jedenfalls spontan in Frage. Das Kleid mit dem Wickeloberteil auch. Aber das steht nicht zur Auswahl. Und wenn ich mir den Ausschnitt so ansehen… das wäre dann wohl eher das Lieblingsmodell aller Männer im Umkreis. Ich meine, das Modell sitzt schon mit sehr aufrechtem Oberkörper… was da wohl passiert, wenn sie sich bewegt? :o) Oh.. Jacke 103… was ist dann das für eine Schnittführung… murmelmurmelguck … ??

Freizeit mal wieder im Marinestil. Dunkelblau mit Naturweiß steht mir zwar, aber kommt das Thema nicht ein bißchen arg oft? Nein, keine Gummistiefel für mich. Auch keine Designer-Gummistiefel. gähn Ah, Parkaschnitt… ich bräuchte mal dringend wieder was für den Übergang… ich laufe immer noch in einer von Mami geerbten Aldi-Jacke rum, wenn es regnet. Jacke auf Prioritätenliste nach oben schieb. Leider wieder nur bis Gr.44. Und ohne Kaputze, oder? In Anleitungsteil blätter Schade. 🙁 Für unsicheres Wetter ist „mit“ einfach praktischer.

Hoppla, fast übersehen… es gibt eine Janome-Nähmaschine zu gewinnen… zum 85ten Firmenjubiläum. Da guck an, so lange gibt es die schon.

Rot, yeah! Noch mal der Blazer mit dem „Kreuzschnitt“. Paspeltaschen… hyperelegant, aber für Fleißige. Das Kleid noch mal in schwarz.. also der Ausschnitt… na ja… aber rotes Kostüm.. da kann ich ja wieder kaum widerstehen…

Ein Lieblingsmodell für Männer??? Das wäre ja vielleicht was für meinen Mann, aber ich fürchte, einen Tag in Offenburg wüßte er so gar nicht zu schätzen. Hose, Kurzmantel… hm… gefällt er mir oder finde ich ihn zum K… muß ich mal drüber schlafen. Einerseits hat er was… andererseits… irgendwas stört mich. Nur was? Und die Steppweste… na gut. Opas Westchen. Und das ist jetzt wieder modern? Ein Glück, daß meinem Herzblatt Mode herzlich egal ist. 😉 Immerhin, sie ist nicht tristgrau und -schwarz, wie der Rest.

Dafür geht der Retro-Trend um so bunter weiter. Aber muß es Petrol mit grün und senfgelb sein? bäh Ne, Petrol mit Orange macht es auch nicht besser. blätter Ne, die Bluse wird nicht mein Lieblingsstück. Aber Hose 121 hat schöne Teilungsnähte. Bis Gr. 42 versteht sich… frustriert guck

Ins Styling darf der butne Retro-Rock. Der ist allerdings so dominant, daß irgendwie alle Stylings.. ähnlich wirken. Und die Absätze des „Büro-Schuhs“ sind mal wieder nur für rein sitzende Tätigkeit gedacht. Aber nur bei Leuten mit starker Blase, denn da überlegt man sich schon den Weg in die Fliesenabteiung zwei Mal. 😀

Kurzgröße diesmal nett, aber langweilig blätter Anleitungsteil… keine Überraschung bei den Schemazeichnungen… blätter

Workshop Hornknöpfe. Interessant, daß die besten aus der Hornspitze kommen wußte ich noch nicht. Was daran „Workshop“ sein soll entzieht sich allerdings meinen Verständnis. Selber machen kann man sie ja nicht und sie werden nicht anders angenäht als andere Knöpfe. gg

Leserforum… was tun, gegen rutschende BH-Träger? Na, die Antwort ist schwach. Ich wäre für „passende BHs nähen“. 😀 blätter MakeUp… sieht appetitlich aus. Ach so, schoko- und beerentöne…. g Wellness blätter blablabla blätter Top Label… nun gut, im Oktoberfestmonat muß wohl alles irgendwie „trachtig“ sein. Bißchen „gewollt“ das ganze… Auch in der Form hier nur zu Karneval tragbar. Aber auch dann gibt es schöneres. Ein Clownskostüm, zum Beispiel. :o)

Der Burda-Nachwuchs-Design-Preis hingegen… erste Sahne, der Mantel von Svea Röder! Uniformstil mal originell umgesetzt und trotzdem tragbar. Zumindest, wenn man Größe 38 oder 40 hat, mehr oder weniger darf man wohl nicht. 🙁

Bei den Kids gibts diesmal auch was für Jungs… netter Schnitt. Alles nicht zu ausgeflippt, dafür uneingeschränkt tragbare Alltagskleidung von Pampolina. (Meine Patin hat ihrer Tochter immer Pampolina angezogen… heute trägt die „Kleine“ nur noch Häschen und Mäuschen. gg)

blätter Maßschnitt… nix aufregendes… blätter Ah ja, jetzt kommen wir endlich zu den Größen für richtige Frauen. 😀 Knöchelkurze Hosen zu hohen Hacken?… Sieht immer noch dämlich aus. Blazer 136.. ja, nette paspelierung und Steppungen. Die Ärmel sehen sogar so aus, als ob Platz für Arme drin wäre… wäre ja mal was neues bei Burda. genauguck Die Knopflöcher… bißchen bügeln, oder ist das nur das Licht? Der Rest… uninspiriert, Versandhauskatalog… Gähnen unterdrück

So, die erste Ideen für nutzlose Weihnachtsgeschenke… Perlchen ans Handy… an meinem Schrotteil echt Verschwendung…. dekorative Häkelschals.. habe ich noch irgendwo Muster für Häkeldeckchen? Bei der Windradbörse war es mir ja schon immer ein Rätsel, ob das Geld da drin hält? Aber ich könnte bestimmt prima Reste dafür verwerten… Das Perlencollier wird wie umgebunden? Kropfbandmäßig eng oder hängend? Schade, daß kein Bild mit Trägerin drin ist…. oh, Einband für Post-it Blöckchen… das wäre was für mich… gg Vielleicht bräuchte ich dann auch ein paar weniger davon, wenn ich sie ab und an wiederfände…

Und was bringt das nächste Heft? Cocktail-Mode in Plus Größe von Irma Mahnel und Nicki Homewear… das lässt hoffen…

Batistbluse: Zuschnitt vollenden

Da ich die Vorderteile aus Materialmangelgründen schon grob zuschneiden mußte, muß ich sie jetzt erst mal mit den Schnitteilen wieder in Übereinstimmung bekommen.

Vorderteil zugeschnittenWas nicht ganz einfach ist, denn durch das Biesennähen, Sticken, Waschen und Trocknen hat sich der Stoff letztlich doch etwas verzogen, ist geschrumpft… etc.

Da ich die „Armausschnittseite“ schon fertig zuschneiden mußte, muß hier der Stoff also wieder so genau wie möglich auf (bzw. unter) das Schnitteile passen. Der Rest an Ungenauigkeit wird nach Gefühl „beigeschoben“.

Als „Ankerpunkte“ benutze ich die Paßzeichen und Abnähermarkierungen.

Da es gerade Abnäher sind, genügt es, jeweils die Eckpunkte zu markieren, was ich vor der ganzen Stickerei auch durch Fadenkreuze gemacht habe. Als Paßzeichen habe ich nur eines am Armausschnitt, aber das genügt. Auch das habe ich mir mit Fadenkreuzen markiert.

Dann lege ich ein Vorderteil möglichs gerade und wenig verzogen auf den Boden, mein Schnitteil oobendrauf (Folie hat hier den großen Vorteil, daß man durchsehen kann und so gut positionieren.) und stecke Stoff und Folie zuerst an den „Ankerpunkten“ fest. Der Rest wird dann nach Gefühl in Form der Folie gezogen und geschoben und Schulter, Armausschnitt und Seite festgesteckt.

Erst zum Schluß stecke ich Kragen und vordere Kante fest, wo ich dann noch zuschneide.

Obwohl ich eigentlich in der Breite für mein Gefühl reichlich zugegeben habe, ist nicht mehr so wahnsinnig viel übrig… und oops kürzer ist es durch die Biesen auch geworden. Hm

(Wenige Tage später fällt mir dank felis alpina ein Buch in die Hände, das für diese Fälle Sprühstärke empfiehlt. Vorher, versteht sich. :o) Naja, nächstes Mal… )

Batistbluse: Haarbiesen

Biesen sind genähte Falten. Man nimmt ein Stück Stoff, faltet es, näht in einem gewissen Abstand zur Faltkante… und hat eine Biese. Die kann man dann nach Wunsch auch noch wieder flach auf dem Stoff feststeppen oder nicht.

Biesen können breit oder schmal sein, meist sind sie schmal (0,5cm – 1cm breit, würde ich schätzen), ein klassisches Beispiel wäre die Brustpartie eines Frackhemdes.

Dich gesetzt haben sie den Vorteil, daß feine Stoffe blickdichter und stabiler werden, ohne steif zu werden (wie mit einer Einlage), außerdem sind sie dekorativ. Früher, als Kleidung noch lange halten mußte, waren Biesen auch beliebt, um Kinderkleider mitwachsen zu lassen, da man sie auftrennen und so mehr Weite oder Länge (je nach Position der Biesen) gewinnen kann.

Zwillingsnadel und BiesenfußGanz feine Biesen nennt man auch Haarbiesen, sie sind nur wenige Millimeter breit. Die kann man nun entweder wie oben beschrieben nähen, oder man macht sich die Sache einfach und benutzt den Biesenfuß. Wie das Bild zeigt, arbeitet man hier mit der Zwillingsnadel.

Die Breite der Zwillingsnadel muß zur dicke des Stoffes und zur Rillenbreite des Biesenfußes passen: Je feiner der Stoff, desto geringer der Nadelabstand und desto mehr Rillen kann der Fuß haben. Bei meinem Stoff wäre jetzt auch ein Biesenfuß mit sieben oder neun Rillen geeignet gewesen, aber da ich den 5er Fuß nun mal habe, wird es der.

Außerdem wollte ich die Biesen ohnehin nicht so extrem nahe beieinander haben.

(Haarbiesen sind meist rein dekorativ, ich habe aber auch schon an einem Abendkleid diese feinen Biesen längs bis zur Taille ins Oberteil genäht. Das ergab keine sichtbaren Falten, aber knapp 3cm mehr Luft, um den Bauch trotz des schmalen Kleides etwas zu kaschieren.)

Als Nadel habe ich eine 80er Zwillingsnadel (gäbe es die eigentlich auch in feiner??) mit einem Nadelabstand von 2mm. Je kleiner der Nadelabstand, desto feiner hinterher die Biese. Was aber eben nur bei feinen Stoffen geht, bei einem dicken Stoff gäbe es noch keinen Bieseneffekt, sondern nur zwei parallele Stepplinien.

Da ich auf meinem Stoff ja nicht nur Struktur, sondern auch Farbe haben wollte, verwende ich Maschinenstickgarn, Mettler Polysheen, weil es da den richtigen Farbton gab. Feines Nähgarn ist aber eine ebenso gute Möglichkeit.

Die Biese entsteht, indem der Unterfaden den Stoff zusammenzieht. Daraus folgt, daß man ein bißchen mit der Fadenspannung spielen muß.

Ich habe mir also erst mal ein Stück Stoff und mein Garn genommen (ich hatte noch was von der gleichen Sorte der selben Marke, das durfte zum Testen herhalten) und habe Testbiesen genäht. Die Unterfadenspannung kann man bei der Bernina zum Glück einfach verstellen, indem man den Faden durch ein weiteres Öhr an der Spulenkapsel stellt. Die Oberfadenspannung landet am Ende knapp auf fünf. (Also etwas fester als normal.)

Ist die Spannung zu locker, entsteht keine Biese, ist sie zu fest, gibt es einen Kräuseleffekt gratis obendrein.

Biesenabstand durch BiesenfußAuf den Teststücken habe ich dann auch gleich rumprobiert, in welchem Abstand ich meine Biesen haben will. Am einfachsten ist es, wenn man die Rillen des Biesenfußes benutzt. Entweder in jede Rille eine Biese oder nur in jede zweite… Wie man mag.

Eigentlich würde ich den Stoff lieber nur ganz grob in passende Stücke schneiden und erst nach dem Verzieren zuschneiden. Da der Stoff aber knapp ist, scheidet diese Option aus. Bei den Vorderteilen lasse ich zur vorderen Mitte hin eine breite Zugabe (wie viel Stoff das Muster schluckt, mißt man am besten auch am Teststoff), das Rückenteil schneide ich erst mal nur als ausreichend breites Rechteck zu.

Biesenabstand mit WattierlinealAußer den Rillen benutze ich für die Abstände natürlich auch die Kante des Nähfußes und das Wattierlineal, das auch in den Biesenfuß eingesetzt werden kann.

Für das letzte Bild habe ich den Nähfuß noch mal auf die fertig genähten Biesen aufgesetzt und man erkennt, wie ich die verschiednen Führungsmöglichkeiten genutzt habe, um möglichst wenig Linien vorzeichnen zu müssen. Denn das ginge in dem Fall nur von der rechten Seite und stellt immer das Problem, wie man die Markierung am Ende rückstandsfrei wieder wegbekommt.

Haarbiesen bügelt man eigentlich gar nicht, weil sie nicht flach gebügelt werden, sondern als kleine Wülste stehen bleiben. Genau bis zur Kante hin bügeln ist sehr mühsam. grmpf

(Außerdem… ich glaube, auf der langen Strecke zieht es den Stoff doch etwas zusammen, was auf meinem kurzen Probestück nicht zu erkennen war. Aber für noch einen Versuch reicht das Stickgarn eh nicht… also bleibts, wird gebügelt und mit dem Rest werde ich leben.)

Batistbluse: Projektplanung

Meinem steten Bemühen, Material für die Restekiste gar nicht erst entstehen zu lassen ist der große Rest des feinen, cremeweißen Batists den ich für meine Khaliah-Ali Tunika als untere Stofflage benutzt hatte natürlich ein Dorn im Auge.

Dann habe ich zu dem bereits im April fertiggestellten Hosenanzug noch immer keine Oberteile.

Und meine schon vor langer Zeit erworbenen Schwertnadeln will ich auch endlich ausprobieren.

Drei Fliegen… mal sehen, ob ich eine Klappe finde, die dafür groß genug ist. :o)

Der Stoff ist sehr fein… könnte also eine Sommerbluse geben. Da diese verziert werden soll (Schwertnadel) brauche ich einen einfachen Schnitt. Einen gut sitzenden Blusen-Basisschnitt habe ich noch nicht. Was ich in den letzten Jahren in diese Richtung genäht habe war zwar tragbar, aber nichts so „gut“, daß es Basisschnitt tauglich gewesen wäre.

Ach ja, die Ottobre Woman habe ich hier liegen, mit einem schlichten Blusenschnitt. Dann kann ich ja außerdem testen, wie es mit der Paßform bestellt ist. (Fliege Nummer 4, sehr schön!) Leider ist nicht mehr wahnsinnig viel Stoff vorhanden… also muß ich den Schnitt wohl oder übel erst mal rauskopieren und auflegen, um zu sehen, ob der Stoff reicht. Und wehe wenn dann doch nicht… uff Er reicht. Zumindest für kurze Ärmel.

Und damit der Stoff farblich an den Hosenanzug „angeglichen“ wird, werde ich die Stickerei mit dem gleichen roten Stickgarn ausführen, mit dem ich auch den Hosenanzug schon abgesteppt habe. Also noch mal ein Rest weniger. Vielleicht bringe ich sogar noch was von den Resten des Jackenfutterrest unter, die haben ja die gleiche Farbe.

Die Themen der nächsten Zeit werden also die Schwertnadel und das Nähen von sehr feinen, transparenten Stoffen sein…. (Für nächstes Jahr, wenn es wieder warm wird, im Moment… schreit das Wetter eher nach Fleeceverarbeitung. Aber bei meinem Arbeitstempo… :o) )