Paris-Beute

Beim letzten Parisbesuch hatte ich übrigens gar keine Kaufabsichten.

Ich war nicht mal wirklich in Läden. Also nur so ein bißchen bummeln. Nicht zu speziellen Läden um was zu kaufen.

Einkaufen in ParisWeil eigentlich… wollte ich ja nichts kaufen.

Ich hatte ja auch nur einen kleinen Koffer dabei.

Nun… dafür ist es doch recht viel geworden.

Weiß ich denn, daß ich auf so viele günstige Perlen und Rocailles in den verschiedensten Lädchen stoße?

Und die Verschlüsse für Ketten… hätte ich die auf dem Flohmarkt liegen lassen sollen? Wann bekommt man so was denn wieder? (Außerdem… bei fünf war der fünfte schon fast gratis… )

Und die Holzperlen brauche ich ja eh für ein Stickexperiment. Für 2 EUR die Tüte… muß man doch mitnehmen.

Die Perlen für Birapebluva mußte ich auch kaufen, schließlich habe ich die auch gleich vor Ort verbastelt. Und naja… bißchen Rest ist immer. Auch der Draht war dafür nötig. :o)

Und dem „Mesh Transfer Canvas“ jage ich seit Jahren hinterher, seit ich ihn in einem amerikanischen Buch gesehen habe. Dabei war ich in den Laden wirklich nur zum Gucken gegangen…

Aber… in „La Droguerie“ habe ich nichts gekauft.

Bin ich nicht standhaft? 😀

Drachen und Schwein statt Carne und Vale

Da ich mit besoffenen Menschenhorden nicht so viel am Hut habe gilt für mich seit ich in einer Karnevalshochburg wohne: Der Karneval kommt, nowak geht.

chinesisches Neujahr in St. Germain

Paris bietet sich als Ziel an, denn Fasching, Fasnet, Karneval,… gehört dort nicht zu den großen Ereignissen des Jahres. Wir haben einmal vor Jahren eine Horde verkleideter Rollerblader gesehen… aber das war zu Halloween. Und auf dem Land (Februar ist auch ein guter Zeitpunkt, um den Weinkeller aufzufüllen… ) sieht man mal ein paar verkleidete Kinder auf dem Weg ins Pfarrheim oder den Gemeindesaal… aber das war es dann auch.

Das geht so weit, daß Zeitungen sogar erklären müssen, daß der „Carnaval“ in Rio an den drei Tagen vor Aschermittwoch stattfindet… denn „Carnaval“ gibt es in Frankreich durchaus gelegentlich… aber das kann gerne auch zu Beginn der Fastenzeit oder Mitten im Sommer sein und wird meist als Werbeveranstaltung von Geschäften oder Einkaufszentren ausgerufen. :o)

Bunt ging es diesmal in Paris allerdings dennoch her, Straßenzüge und Plätze (vor allem im 13°) waren mit Lampions und Fahnen geschmückt und das ein oder andere Mal tobten farbig gekleidete Gestalten über Plätze oder auf Bühnen.

chinesischer Drache in St Germain

Denn wichtiger als so ein komischer katholischer Brauch ist in dieser Zeit das Neujahrsfest.

Das chinesische Neujahrsfest, um genau zu sein.

Und das wird gründlich gefeiert. Das große Defilee (für Kölner: der Zoch) findet allerdings erst dieses Wochenende statt, das haben wir verpaßt.

Aber dafür tanzte auf der Place St. Sulpice dieser Drache zu Trommelrhythmen und Blechklängen.

Leider wurde es gerade dunkel und unsere Digicam ist dafür so gar nicht ausgestattet… ich entschuldige mich also für die schlechte Qualität der Bilder und zeige sie trotzdem.;)

chinesisches Glücksschwein im Marais

Beim Abendessen wunderten wir uns dann über die seltsamen Geräusche, die von der Straße nach oben drangen.

Klang das nicht wie… ein Schwein?

Mitten in der Stadt ein doch unerwartetes Geräusch.

(Oder hat doch nur wieder ein Kleinkind einen Trotzanfall? gg)

Doch der Blick aus dem Fenster zeigte: doch, in der Tat, ein Schwein. Noch recht klein und auf dem Asphalt nicht restlos glücklich, ließ es sich aber doch ganz gerne streicheln (da hörte es dann auch auf zu schreien.) Und mit einem hübschen, straßverzierten Geschirr. Hat auch nicht jeder.

Schließlich ist es das Jahr des Schweins, das begonnen hat! Und das soll Glück und Wohlstand bringen.

In diesem Sinn: Ein gutes neues Jahr! 😉

Voiture de Jouy

(Mit speziellen Grüßen an Bärbel 😉 )

Toile de Jouy

Daß die Toile de Jouy in Frankreich und noch mehr Paris bis heute beliebt für Vorhänge oder auch Wände ist… das ist nicht neu.

Daß Franzosen aber auch vor Autos nicht halt machen…. diese Erkenntnis verdanke ich meinem Bruder.

Der wünschte sich nämlich zu Weihnachten eine Pfeffermühle mit anständigem Mahlwerk und dafür gibt es nur eine Quelle: Peugeot. (Da er den Wunsch aber etwas kurzfristig äußerte… mußte der Einkauf bis nach Weihnachten warten.)

Und da entdeckte ich dann unter anderem diese Variante eines Autos. Auch die Sitze… sehr interessant.

Allerdings, so vermute ich… nicht wirklich straßentauglich. Andererseits auch besser so, denn heller Stoff schmutzt schnell und Kleinwagen hin oder her… für die Waschmaschine dürfte er doch zu groß sein. :o)

Schönes-Shopping in Paris: mahatsara

Tja, ich weiß nicht so recht, wie ich das Angebot des Ladens besser beschreiben soll…?

In Deutschland heißen Läden, in denen es einfach nette Sachen mit meist eingeschränktem Gebrauchswert gibt gerne „Geschenkeshop“. Und ich weiß nicht, wozu die gut sind. Denn meine Geschenke wähle ich doch lieber individuell aus, zum Empfänger passend. Außerdem ist das Angebot der Läden häufig… naja, reden wir nicht drüber.

Aber für diesen Laden fällt mir sonst kein Oberbegriff ein. Außer daß die Sachen einfach schön sind. Viel Handwerk, ein bißchen Kunst? Eher Kunstgewerbe? Die Übergänge sind fließend.

Manches ist nützlich (wie Schalen) oder wenigstens teilweise nützlich (Vasen), anderes gar nicht funktional (Figuren).

Die Herkunft der Sachen ist Afrika, manches sieht auch so aus. Anders gar nicht. Ein Entwicklungshilfeladen ist er aber auch nicht, dazu ist er zu schön, zu gestyled. Trotzdem hilft der Verkauf natürlich den Künstlern und Kooperativen in verschiedenen afrikanischen Ländern.

Und aus Mitleid muß dort keiner Kaufen, die Sachen sind schön. Und die Preise… angemessen. Keine Billigware. Schöne, handwerkliche Fertigung.

Äh.. ja… was gibt es?

Schöne Sachen. 🙂 Vasen, Schalen mit geschwungenen Mustern aus Telephondraht geflochten (oder eher gewebt?), Textilien, kleine Möbel, Objekte, handgefilzte „Steine“ von kieselklein bis felsgroß,…

Wenn man mal noch die eine oder andere ausgesuchte Kleinigkeit oder einen Hingucker für die eigene Wohnung sucht… oder als Geschenk.

Ich werde da jedenfalls noch öfter vorbeigucken!

Nicht nur im Internet: www.mahatsara.com

Adresse: 8, rue Oberkampf, 75011 Paris (Metro Filles du Calvaire)

Perlen-Shopping in Paris: Tout A Loisirs

Shopping for beads in Paris: Tout A Loisirs

Paris im Winter ist ja immer eine gute Gelegenheit zum Shopping. Bei niedrigen Temperaturen oder gar leichtem Niesel finden selbst Ehegatten (des männlichen Geschlechts) den Weg in die Geschäfte von einer gewissen Attraktivität. Und so habe ich diesmal aus Paris wieder ein paar Einkaufsadressen mitgebracht.

Winter in Paris is a great time for shopping. Low temperatures or drizzle make going into a shop interesting, even for (male) sweethearts. So I have some new adresses.

Perlen, Roccailles, Kristalle,… Schmuck basteln ist ja schon seit einiger Zeit wieder ein Thema. Um das ich lange herumgeschlichen bin. Noch ein Hobby. Gut, die Zutaten sind klein. Zumindest jedes für sich. Aber man braucht ja eine gewisse Auswahl, wenn man damit arbeiten will, nicht wahr? 😉

Beads, Roccailles, Crystal,… DIY-adornement has becoming popular again. A trend I tried to avoid for quite some time. Another craft. Sure, what you need is small. At least each item. But you need a certain choice if you want to make something, right? 😉

Da der Laden zwischen unserer Wohnung und dem nächsten Baumarkt liegt, bin ich in den letzten Monaten sehr oft daran vorbeigekommen und habe ab und an auch kurze Abstecher hinein unternommen…

Ein Kramladen im besten Sinn des Wortes, aus alten, dunklen Holzregalen und Glasvitrinen glitzert einem alles was man so braucht entgegen. Sogar nach Farben sortiert. Von winzigen Roccailles über geschiffene Toupis bis zu großen Glasperlen, Tonperlen, Federn, Filzelementen, Metallteilchen… das meiste kann man sich selber aus kleinen Bottichen heraussuchen, nebeneinanderhalten, vergleichen,…

Natürlich gibt es auch alle Formen von Perlenfäden, ob man lieber auf Nylon, Seide oder schmale Organzabänder fädeln mag… alles da. Verschlüsse für Armbänder, Ketten, Ohrringe? Aber sicher.

This shop is between our appartment and the next home improvement store so I had to pass it quite often over the last months and couldn’t avoid to go in there from time to time…

It looks like an old fashionned shop, dark wooden shelves and a carved counter are an attractive background for a lot of glas jars. Inside sparkle in all hues… sorted by colour, from tiny roccailles to diamond like cut toupis, huge glass beads, clay beads from India, feathers, felt ornaments, metall,… for most things you just pick them out of the jars, go around, compare to others, find matching pieces,…

Of course they also have all kind of threads ore wire to bead on, nylon, silk, velvet ribbon,.. whatever you prefere. You want to make earrrings or rings? You name it, they have it.

Das Personal ist nicht nur nett, sondern auch kundig. Falls man nicht selber stöbern mag. Oder falls man das Gesuchte nicht findet. Denn im hinteren Ladenteil steht noch eine Wand voller Schubladen, in denen sich weitere Kostbarkeiten verbergen. Kristalle und Strasssteine in allen Größen, Farben und Formen. (Auch von Svarowski natürlich….)

Und wem die Ideen fehlen, der findet auch noch Bücher zum Thema. (Leider meist auf Französisch…)

The staff is friendly and competent. If you do not want to search around yourself. Or if you can’t find something. Because in the back part of the shop are a lot of drawers that hide more treasures. Like all sizes and colours of rhinestone (including Svarowski, of course….)

And if you need ideas, they have a lot of books. (Mostly in French.)

Eindeutig eine Pflichtadresse für alle Schmuckbastler und Perlensticker!

Und wer in nächster Zeit nicht nach Paris kommt: Der Laden hat eine Webseite, einen Katalog und man versendet, so versicherte man mir, ohne Probleme ins Ausland: www.toutaloisirs.fr

(Jetzt sollte der Link stimmen, danke Jana!)

So a place not to miss for anybody who makes anything with beads, from bracelets to embroidery.

If you don’t make it to Paris: They have a webside, a catalogue and they say shipping to the rest of the world is no problem. www.toutaloisirs.fr

Adresse: 50, rue des Archives, 75004 Paris (Metro Rambuteau)

Kurzwarenshopping in Paris: Entree des Fournisseurs

Shopping for notions in Paris: Entree des Fournisseurs

Was es hier nicht gibt, das gibt“s nicht. Oder so

Die große Fensterfront zum Hof dient nicht als Schaufenstern, sondern um Rollenständer davor abzustellen. Alle Arten Band, von Rips- über Satin-, Chiffon-, Samt-,… in allen Breiten, einer unglaublichen Farbvielfalt, uni oder auch gemustert, gewebt, gestickt…..

What you don’t find there doesn’t exist…

The big windows to the courtyard  are no showcases, the place behind is just filled with displays for all kind of trims, braids, ribbons,…. satin, chiffon, velvet,… all width, any colour, solid colours or patterned, woven, embroidered,…

Auf den (laut Webseite) 120m² navigiert man dann um die Knopfschränke herum, Farben, Stile, Materialien,… wer hier nicht fündig wird, muß selber backen. (Wobei ich knopftechnisch etliche „alte Bekannte“ getroffen habe, denn Jim Knopf etwa gibt es in Aachen beim Scherzkeks auch…)

In einer anderen Ecke warten hochwertiger Filz, Baumwollstoffe (original „Liberty“), Kinderschnitte von Citronille, Strickgarne und Wolle, alles fürs Handsticken, von Seide über Baumwolle bis Wolle,… Bücher, Strickanleitungen,… und das alles im Zentrum von Paris.

Inside you have 120 m² (according to the webside) to navigate around buttons. Whatever colour, style, material you want…. if they don’t have you’ll have to make it yourself. (Even though not everything was new to me. The famous „Jim Knopf“ buttons can also be found at the Scherzkeks-Shop in Aachen.)

Another corners accomodate felt, cotton fabric (mostly „Liberty“), sewing pattern for children from „Citronille“, knitting yarns and wool, embroidery thread in cotton, silk, wool,…. books, knitting pattern,… and everythin right in the center of Paris.

Fin, bref,… wer im Marais ist (der Weg zur Place des Voges läßt sich leicht und unverdächtig so legen, daß nicht-nähende Begleitpersonen erst merken, was vor sich geht, wenn sie schon drin sind.. 😉 )und das an einem Wochentag, der sollte sich dieses Kurzwarenparadis nicht entgehen lassen. Und einen gut gefüllten Geldbeutel mitnehmen.

Fin, bref… when you are in the Marais (and it’s between Hotel Carnavalet and Place des Voges, so any not sewing familymember will only recognize what’s going on when he or she is already in…) and not on a Sunday, then come in. And better start saving for that event now… 😉

Alle anderen können sich auf der Webseite (www.entreedesfournisseurs.com) zumindest mal umgucken, auch wenn dort das Sortiment nicht zu besichtigen ist und der Katalog nur einen Bruchteil des Sortiments zeigt. (Update September 2008: die Webseite zeigt inzwischen zumindest einen Großteil des Angebots.)

The rest of the world can at least visit the website: www.entreedesfournisseurs.com (I’m not sure whether it contains all they have, but there is at lot of it.)

Adresse: 8, rue des Francs Bourgeois, 75003 Paris (Metro St Paul)

Weihnachtlicher Lichterkampf

Wir alle wissen, das wichtigste an Weihnachten sind die Geschenke.

Printemps Paris

Denn diese Geschenke kaufen wir als brave Konsumenten und ermöglichen so den Geschäften Umsatz und zumindest teilweise auch Gewinn. (Was letztlich für die Geschäfte natürlich auch bitter nötig ist, denn sonst können die ihren Angestellten die Gehälter auch nicht zahlen. So weit so legitim.)

Und natürlich möchte es jedes Kaufhaus seinen Kunden so angenehm wie möglich machen, sein Geld auszugeben und gerade für „Luxusläden“ ist es eine gute Zeit, denn… Weihnachten ist nur einmal im Jahr, wer möchte sich und seinen Lieben da nicht mal ein wenig Luxus gönnen?

Weihnachtssterne

Dumm nur, wenn der nächste Laden mit vergleichbarem Angebot nicht in der nächsten Stadt oder der nächsten Straße steht, sondern schlicht und ergreifend nebenan.

Da muß man ein wenig mehr tun, um die Kunden von den eigenen Vorzügen zu überzeugen.

beleuchteter Baum

So entschloss man sich wohl bei Printemps, diese Jahr die Weihnachts- Dekoration mal wieder neu zu gestalten (nach zwei oder drei Jahren in Pink und Rot, ich glaube die asiatischen Lampions hatten sie wenigstens zwei Jahre… ) und dies auch mit großem Brimborium, Tanz, Musik, was weiß ich, einzuweihen.

Printemps, ParisSo war der Plan und so war es in der Presse angekündigt.

Für die zweite Novemberwoche. (Klar, das Zeug ist teuer, da will man auch etwas von haben.) Für Donnerstag, wenn ich mich recht erinnere.

Nur damit der Nachbar am Montag verkünden läßt, daß er sein weihnachtliches Lichterspiel schon am Dienstag an den Start gehen lässt. (Doch, wir sprechen immer noch über das erste Novemberdrittel.)

Und das ganze noch viel prächtiger, gleißender… mit mehr „Wumm“ eben.

Galeries Lafayette

Sogar eine richtige Lichtregie hat man sich geleistet, die Lampen leuchten auf, erlöschen wieder, bilden Muster auf der beinahe vollständig bedeckten Fassade.

Auf den ersten Blick scheint klar, wer hier gewonnen hat.

Lichterspiel an Galeries Lafayette

Allerdings… fairerweise muß man sagen, daß die Galeries Lafayette hier nur ihre Deko der Vorjahre aus dem Depot geholt haben.

Ein wenig neu angeordnet, freilich.

Aber das Bild… das kennen wir schon.

Da können auch keine Lichterspiele darüber hinwegtäuschen.

Die aber unbestritten auch ihren Reiz haben. Hat so was von… Kinowerbung? … Disko?

Letztlich… eine Frage von Geschmack und Stil.

(Derweil BHV mal anfängt, die ersten Lichterketten aufzuhängen und bei Bon Marche gerade mal die Lebkuchen in der Delikatessabteilung eingeräumt werden. Aber die… sind ja auch einige Arrondissements weiter. 😉 )

Salon du Chocolat: Genuß mit allen Sinnen

Also Schuld war ja eigentlich Ric. Hatte er doch irgendwo auf Metropoleparis erwähnt, daß in Paris jedes Jahr eine Messe stattfindet, die ausschließlich dem Thema Schokolade gewidmet ist.

Chocolatier bei der Arbeit

Und daß bislang alle erzählt hätten, der Besuch lohne sich. (Selbst war er natürlich noch nicht da, der Hund!) Daß dieser Hinweis, eine Woche vor der Abreise nach Paris zeitlich perfekt plaziert, mein Interesse weckte war klar.

Und daß der Messetermin auch noch in die Zeit unseres Aufenthaltes fiel machte die Sache nicht besser.

Na gut, ein bißchen waren das Wetter und die Touristen auch Schuld. Denn es war ein nieseliger Sonntag (keine echte Überraschung im November) und wir hielten das für einen guten Tag, das renovierte und wiedereröffnete Musee des Arts Decoratifs zu besuchen.

Angesichts der Warteschlange vor dem Eingang verlor die Idee dann doch einiges von ihrem Charme. (Daß man überdies dabei im Nassen stand machte es auch nicht wett.)

Also.. warum nicht zum Salon du Chocolat? Der Eintritt war mit 12 EUR pro Person deutlich höher, aber es gab mehr Kassen und man wartet wenigstens unter Dach.

Eine rechte Vorstellung was mich erwartet hatte ich ja nicht… Gut, man würde sicher einiges Degustieren können. Naschen und Probieren also. Das Ausstellerverzeichnis versprach da auch höchste Qualität. Die eine oder andere Firma kannte ich und hatte mit dem einen oder anderen Pralinchen oder Schokolädchen schon geliebäugelt, aber angesichts der Preise bislang die Finger davon gelassen. Für besondere Anlässe darf es ja durchaus mal was ganz besonderes sein… aber wenn ich es vorher probieren kann ist mir das doch wesentlich lieber…

Pralinenherstellung

(Leider wurden wir am einen oder anderen Stand fündig… seufz Beim Eintrittspreis ist es nicht geblieben. 😉 Und wir haben ein paar neue Sachen auf unsere „wieder kaufen“ Liste.)

Was ich aber gar nicht erwartet hatte, war die Fülle an Eindrücken für alle Sinne. Klar, riechen, tasten, schmecken… das war klar.

Aber daß es so viel fürs Auge sein würde… DAS hätte ich nicht gedacht.

Bildhauerei wurde betrieben. Nicht mit geschmolzener Schokolade, sondern aus einem Block herausgeschlagen, daß die (Schoko)Späne nur so flogen. (Die ans Publikum dann freigiebig verteilt wurden.)

Eine andere recht zuverlässige Methode, um an die begehrten frischen Probierstückchen zu kommen, deren Produktion an vielen Ständen lieve vorgeführt wurde (und von denen es dann jeweils nur begrenzt viele auf einmal gab) ist natürlich, selber mitzuhelfen.

Die Trüffel hatte der Maitre Chocolatier schon fertig dabei (und wollten auch nicht verraten, aus was sie gemacht sind… ), in die Schokolade tauchte er sie selber. Aber beim Wälzen in der Mischung aus Kokosraspeln und getrockneten Himbeerstückchen war Publikumshilfe erlaubt. Und beim Probieren konnte ich gleich noch ein paar Vorurteile über Kokos und Trockenfrüchte über Bord werfen. Hätte ich mir vorher nie gekauft, in dieser Kombination…

Skulptur aus Schokolade

Wer seine Künste im Umgang mit der süßen Materie ernsthaft erweitern wollte konnte dies übrigens auch bei richtigen Kursen tun. Und bei Vorführungen. Dabei waren über der Arbeitsfläche große Spiegel angebracht, so daß man vom Zuschauerraum tatsächlich den Maitres auf die Finger sehen konnte. (Dafür hatte ich leider nicht genug Zeit.) Auch ein Wettbewerb für Nicht-Profis wurde dort ausgetragen. Unter heftigem Zuschauerinteresse.

Unglaubliches Augenfutter waren jedoch die Kunstwerke aus Schokolade. (Das Thema war wohl Märchen und Sagen gewesen.) Bei den meisten Statuen und anderen dreidimensionalen Aufbauten hätte ich gar nicht erkannt, daß sie auch Schokolade sind, wenn es nicht dabei gestanden wäre. Einfach unglaublich, was die Profis so erschaffen.

Zwischen dem ganzen Augenfutter kam natürlich auch das Probieren nicht zu kurz… die Frage „braucht man Plantagenschokolade?“, verarbeitet aus Kakaobohnen nur eines Anbaugebietes kann ich jetzt klar mit „Ja“ beantworten. Schokolade steht an Geschmacksvielfalt einem guten Wein in nichts nach. So kann sie etwa fruchtig schmecken, säuerliche Nuancen aufweisen… und das alles ohne künstliche Aromen oder Geschmacksstoffe reinzuknallen. Natürlich ist sie teurer als Schokolade aus dem Supermarkt… aber eigentlich sollte man ein Genußmittel ja auch genießen, nicht in Massen in sich hineinstopfen. (Oder stopfen wir Schokolade nur deswegen gerne tafelweise in uns hinein, weil wir unbewußt auf ein Geschmackserlebnis warten, das nicht kommen will? Und wir daher Stück für Stück essen, ohne die erwartete Befriedigung zu erfahren? – Ich kann von hochwertigen dunklen Schokoladen tatsächlich nicht so viel auf einmal essen wie von den „üblichen“ Marken aus dem Supermarkt. Meinem Gewicht tut es sicher gut. gg )

Cocktailkleid aus Schokolade

Weniger eßgeeignet dürften aber die Schokoladen auf den Werken für die Modeschau sein. Ich vermute doch sehr, daß da ein bißchen „was auch immer“ beigemischt wird, um sie haltbarer zu machen.

Trotzdem hat mir dieses Modell sehr gut gefallen, weil es sowohl das Thema „Schokolade“ mit den um die Hüften drapierten Kakaobohnen aufgreift als auch mit dem tafelartig herunterhängenden „Überrock“ irgendwie an Josefine Bakers berühmten Bananenrock erinnert.

Kakaobohnen konnte man übrigens auch im Original sehen. Denn einige Herstellerländer präsentierten sich ebenfalls. Ein Blick auf die Messestände zeigte aber sehr deutlich, daß das Geld wohl eher bei den europäischen „Veredlern“ kleben bleibt als bei den Rohstoffproduzenten. Dafür gab es viele Anregungen, was man mit Schokolade noch so machen kann, die gar nicht zuckrig-süß waren, sondern sich nur die vielen Aromen der Schokolade zu nutze machten, wie ein Gewürz.

Die europäischen Hersteller liefern dafür „Schokolade-light“, die in der Tat (als dunkel Schokolade und in hauchdünnen Täfelchen“ sehr gut schmeckt. Weniger süß, aber um so schokoladiger. (Und angesichts des Preises für eine 200g Dose auch nur in Maßen zu genießen. Aber eben… mit Genuß. )

Origami aus Schokolade

Daß Japaner nicht nur Sushi lieben, sondern ihre feinen Dekorations- Künste auch auf Schokolade und Pralinen ausgedehnt haben war mir bislang auch neu. Zum Probieren war ich da schon viel zu satt, aber das handwerkliche Geschick mit dem hier liebevoll Pralinen einzeln aufwendig von Hand verziert wurden war mehr als eindrucksvoll. (Und erklärt letztlich auch den Preis für handwerklich hergestellte Pralinen. Nicht nur an diesem Stand dauerte die Dekoration einer einzigen Praline länger als drei Sekunden und zwei Handgriffe. Liebevoll wurde mit verschieden gefärbten Schokoladen und Zuckergüssen hantiert, Dekoration mit der Pinzette aufgesetzt oder echtes Blattgold mit feinen Werkzeugen aufgetragen.)

Und das „Schokoladenorigami“ kann ich bis heute nicht ganz fassen.

Zwar wurde die Schokolade nicht gefaltet, sondern die Figur aus einzelnen Plättchen zusammengesetzt, aber diese so exakt zu schneiden und aneinander zu kleben, ohne daß die Klebstellen sich durch Schokokleckese verraten… Und danach wird das Kunstwerk noch von Hand mit einem feinen Muster versehen, um den Eindruck hochwertigen Origami-Papiers zu erzeugen.

Gibt es jemanden, der es übers Herz bringt, so ein Kunstwerk zu essen? (Andererseits… es alt werden zu lassen wäre auch schade, bei den Zutaten. Mit allen Sinnen Genießen ist also angesagt.)

Als wir auf die Uhr sahen, stellten wir irgendwann erstaunt fest, daß es schon kurz vor 18.00 Uhr und somit Messeschluss war. Dabei hatten wir nicht mal zu Mittag gegessen. (Okay… Kalorien hat der Körper genug bekommen.)

Und die Schokoladenmarguerita aus Mexiko kurz vor dem Ausgang hatte was…. nach einem Tag umhüllt von süßen Düften und vielen schokoladigen Pröbchen kam eh gerade der Gedanken „ein Schnaps wäre jetzt gerade Recht“ 😉

Ich habe weder den Tag noch den Eintritt bereut und kann mich jetzt auch in die Riege derjenigen einreihen, die sagen: „Wenn ihr mal Anfang November in Paris seit… geht unbedingt hin. Es lohnt sich!“

Mode zum Anbeißen

Publikum

Wer glaubt, Schokolade schmecke in erster Linie gut, der war noch nicht auf dem Salon du Chocolat in Paris.

Die Schokoladenmodeschau wollte allerdings nicht nur ich sehen. Zwar waren wir eine gute Viertelstunde vor Beginn an der Veranstaltungsbühne und hofften, einen Platz zu bekommen, wenn die Zuschauer der vorher stattfindenden „Miss oder Mister Twist“-Wahl ihre Plätze verlassen würden… aber die blieben alle.

Oder hatten sich den vorherigen Teil des Unterhaltungsprogramms vielleicht nur deswegen angesehen.

Immerhin fanden wir noch zwei Po-große Plätze auf den Zuschauerpodesten neben den Stühlen.

buntes Kleid aus SchokoladeDie Versuche der Ordner, ausreichend Laufwege freizuhalten waren nur teilweise von Erfolg gekrönt. Aber immerhin schafften sie es, daß sich vorne alle hinsetzen mußten.

Erstaunlicherweise ging es gleich bunt los.

Kleid aus Schokolade

Die Kleider waren, wenn sie nicht auf der Bühne waren, auf Puppen ausgestellt, so daß ich viele davon noch von nah betrachten konnte.

Diese prachtvolle „Stickerei“ etwa ist… Schokolade.

Weiße Schokolade läßt sich offensichtlich gut bunt einfärben. (Ob die dann allerdings noch schmeckt?)

Kleid aus Schokolade

Dass es sich um die wahrscheinlich schlecht beleuchtetste Modeschau der Welt handelt, dürfte in der Natur der Sache liegen. 😉

Kleid mit Schokoladendekoration

Jede mögliche Sekunde zwischen dem Verlassen der Bühne durch ein Modell und dem Betreten durch das nächste werden die Lampen gelöscht. Jedes halbe Grad Temperatur zählt.

Mantel und Schirm aus SchokoladeWer hätte gedacht, daß Schokolade so filigran sein kann?

Dafür entpricht die Farbgebung wieder dem Erwartungswert….

Swingig in the rain…

Abendrobe aus Schokolade

Schokoleopard… macht auf dem Ball eine gute Figur und ist sehr tierfreundlich.

(Vielleicht weniger freundlich zu den Modells, ich weiß nicht, ob diese runtergekühlt wurden, um die Werke nicht zum schmelzen zu bringen. Neben den Kleiderständern standen jedenfalls Klimageräte…)

Abendrobe aus Gold und Schokolade

Den Glamourfaktor von Schokolade sollte man auch nicht unterschätzen.

Das war definitiv eines meiner Lieblingsstücke.

Schokoladenoutfit

Doch dieser… Kragen?… Kapuze?… eingebauter Regenschirm? ist auch beeindruckend.

Schokoladenkimono

Fernöstliche Schokoladenträume.

Einfach nur atemberaubend.

Revuegirls im Schokoladenoutfit

Und zum Abschluss zeigten noch echte „Bluebell-Girls“ ihre Beine.

Und showreifen Schokoladenglitter.

Stoffgroßtransport

StoffsäckeKaufen der Stoffe war eine Sache.

Um die Stoffe zur Kasse im Erdgeschoß zu bringen gab es zum einen einen „Fallschacht“ durch den die in den einzelnen Abteilungen zusammengepackten Tüten auf dem geraden weg nach unten wandern. Pfluff Und für die beiden großen Säcke aus der ersten Etage (die nicht mehr in den Schacht gepaßt hätten) gab es einen Aufzug.

Nach dem Bezahlen habe ich mir dann noch einen weiteren großen Sack geben lassen um die noch verbliebenen kleineren Tüten darin unterzubringen.

Blieben drei Säcke.

Glücklicherweise war die Metrostation nicht weit und es ging ausschließlich bergab. Und mein liebster Ehemann von allen half schleppen. (Tragen kann man nicht mehr sagen…)

Umsteigen an Chatelet-Les Halles zur Stoßzeit mit drei Riesensäcken ist ein Erlebnis, die Blicke in der Metro auch. Aber da mußten wir durch. Und die anderen Reisenden auch. :o)

Nur wenige hundert Meter sind es von der Metrostation zu unserer Wohnung… aber ich hatte den Eindruck, meine Arme wären hinterher viel länger gewesen.

Und als ich dann mit meinen Säcken vor der Kellertür stand kam der nette Nchbar aus dem 3. Stock und fragte unvorsichtigerweise, ob er helfen könne… nun, das hatte er dann davon. gg

Stoffrollen über die Treppe zerrenAls ich zwei Tage später die vier Rollen abholen ging war ich etwas besser gerüstet. Oder so. Mit zwei Rädern.

Mit vier stabilen Gummibändern und sechs Händen gelang es uns tatsächlich, die Rollen auf dem winzigen Wägelchen zu stabilisieren.

Und wieder gings zur Metro.

Ohne Rolltreppe übrigens an dieser Station. Erwähnte ich das schon?

Glücklicherweise war es diesmal Mittag und die Metro deutlich leerer

Stofftransport über die RolltreppeDie nächste spannende Frage war: In les Halles umsteigen oder lieber den längeren Fußweg nehmen?

Insider wissen: von der vier auf die eins steigt man ohne Rolltreppe um.

Der Weg nach draußen hingegen hat eine. uff

Die Abwägung war nur kurz…

Den Wagen durch die Absperrung hinenzubringen war einfach gewesen: Man bittet einen RATP-Angestellten, einen durch das Kinderwagentor reinzulassen.

Rauswärts war erstaunlicherweise schwieriger, weil die Türöffenautomatik auf den Wagen nicht reagiert. Also konnte ich ihn nicht vor mir herschieben.

Und ziehen heißt, man muß sehr fix sein, bevor die Türen wieder zuklappen und den Wagen einklemmen…

Stoffe schiebenMein Herzblatt hat sich jedenfalls köstlich amüsiert, bei der Aktion… 😉

Danach war dann nur etwa ein halber Kilometer nach Hause zu zuckeln. Sehr langsam allerdings, denn das Rollwägelchen war durch die hohen Rollen sehr kippgefährdet…

Komische Blicke bekommt man hingegen bestenfalls von Touristen. Denn in der Pariser Innenstadt wird viel zu Fuß mit der Sackkarre transportiert. Mit dem Auto kommt man nicht überall hin und es würde länger dauern.

Und ich habe den Weg vom Hallenviertel ins Marais noch nie so unbelästigt zurückgelegt.

Niemand hat mich angesprochen.

Niemand wollte eine Umfrage mit mir machen.

Niemand wollte eine Unterschrift oder eine Spende für einen guten Zweck haben.

Nicht einmal der „ich suche Arbeit, aber wenn sie keine haben nehme ich auch Geld“-Bettler an der Ecke Rue des Archives hat mich angesprochen.

Schade eigentlich… gg