Meine Nähmode, 3/2018, Modell 38 (Bluse) (= Simplicity 8296)

Schulterfreie Tunika in hellblau

Das Modell hatte mir ja im Heft sofort gut gefallen und vor meinem geistigen Auge sah ich auch einen weißen Baumwollbatsit mit Lochstickereibordüre, der seit Jahren in meiner Kiste lagert. Weiß ist ja auch wieder Sommertrend. Zum Glück habe ich mir erst mal im Urlaub eine weiße Tunika gekauft, denn bis ich zu diesem Schnitt kam, war es schon eher Frühherbst.

Außerdem stellte ich dann fest, daß ich den weißen Stoff wohl doch mal verschenkt hatte… fand aber einen anderen Lieblingsstoff mit Lochstickerei und weiß… hatte ich ja schon gekauft. Der war aber wieder so Lieblingsstoff, daß erst mal ein Probeteil her mußte. Ein eisblauer Ausbrenner Voile, den ich auch vor mehr als zehn Jahren mal bei einer Tauschaktion bekommen hatte. Also konnte ich dann doch loslegen.

Nach Vergleich meiner Körpermaße mit der Maßtabelle und den fertigmaßen habe ich mich für die Größe 44/46 entschieden. Eigentlich hätte mein Hüftmaß 48 gebraucht, aber zum einen ist das Modell weit, zum anderen kommt durch die FBA ja auch noch mal Weite rein, die ohne Abnäher auch nicht rausgenommen werden kann.

Das Kopieren des Schnittmusters war in bewährter Weise eine Freude… die Linien auf dem Schnittmusterbogen laufen ineinander, auch solche, die identisch in Farbe und Form sind, aber zu völlig unterschiedlichen Teilen gehören, rot wurde offensichtlich über schwarz gedruckt… oft muß man den Linien in beiden Richtungen folgen (wenn man mal einen Ausgangspunkt gefunden hat), um die passende Kontur zu finden.

An Fehlern mangelt es ebenfalls nicht. Saumlinie für Modell 39&39, alles klar. Beim Kopieren des Ärmels bemerkte ich dann, das es offensichtlich auch für das Vorderteil ein Passzeichen gibt, das ich aber nicht mit kopiert hatte. Eine genauere Inspektion verriet auch schnell warum… in den beiden größeren Größen ist es vorhanden, in meiner nicht. Ärmel gibt es der Beschriftung nach auch nur für zwei der vier Modelle (36-39), die anderen beiden muß man aus der Zeichnung erraten. Das geht, aber „nähleicht“, wie der Hefttitel verspricht ist das sicher nicht. Wobei sich die Markierungen an der Kante des Ärmelsschnitteils dann wohl tatsächlich nur auf eine Version beziehen… Das ist alles eher für ausgefuchste Näherinnen.

Kurzum… das Heft liefert viel Schnitt für wenig Geld, aber es ist auch unübersehbar, dass es ein Billigprodukt ist.

An Schnittveränderungen gab es zunächst mal meine üblichen figurbedingten. Am Voderteil im ganzen 6 cm per FBA eingefügt (der Abnäher liegt ja nicht ganz klassisch, daher habe ich die FBA nicht durch erweiterung des vorhanden Abnähers gemacht, sondern bin klassisch in den Armausschnitt rein. Das erweiterte dann aber den vorhandenen Abnäher einfach nach oben, so daß ich den nicht mehr verlegen mußte, sondern ihm nur eine neue Mittellinie verpassen. Rundum habe ich oberhalb der Taille noch 2cm Länge rausgenommen und am Rückenteil noch mal keilförmig, knapp 2cm an der hinteren Mitte verlaufen zu den Seitenlinie. (Die hintere Mitte bekommt dadurch einen Knick den ich aber ignoriere, sondern das Teil dann wieder ganz normal im Bruch anliege. Bei mir ist das Problem ja nicht Hohlkreuz, sondern nur kurzer Rücken mit auslandendem Po. Das ist ähnlich, aber eben nicht ganz das Gleiche.)

Die Ärmel habe ich weit zugeschnitten, also fast gerade nach unten und um die Länge der Rüsche direkt verlängert. Da soll dann ja ein Gummi rein, statt eines angesetzten Teils.

Der Zuschnitt war dann die nächste Herausforderung. Mein Stoff ist ein leichter Ausbrenner, der in sich sehr schön stabil und fadengerade war, nur leider war er extrem schief zugeschnitten, so etwa 30 cm Versatz über die Breite. Und von der Menge her knapp. Ich konnte aber tatsächlich Vorder- und Rückenteil untereinander im Bruch zuschneiden und die beiden Ärmel einlagig zugeschnitten daneben. Sogar für die Träger und die vordere obere Kante hat es noch gereicht. (Dann war aber wirklich Ende des Stoffes, der Rest gibt nicht mal mehr ein Barbiekleid.)

Ähnlich „erfreulich“ geht es mit der Anleitung weiter. Die Zeichnung zeigt, daß die Abnäher ganz offensichtlich genäht werden (was jeder erfahrenen Näherin klar ist), die Anleitung übergeht diesen Schritt ganz generös. Die obere Kante des Vorderteils wird mit Vlieseline bebügeln, was sinnvoll ist, die Träger aber nicht. Da ich die Träger aber deswegen will, damit ich nicht versehentlich im Freien stehe, fand ich es sinnvoller, sie auch zu bebügeln, damit sie nicht ausleiern. Ich habe mich angesichts des dünnen und transparenten Stoffs in beiden Fällen für hautfarbene G785 entschieden.

Zum Glück ist das Modell im Ganzen nicht schwierig zu nähen und war letztlich auch eine relativ einfach Nähaufgabe. Bei der Verarbeitung im Detail habe ich mich eh nicht an die Anleitung gehalten, denn ich wollte mal ausprobieren, ob man so ein Teil nur mit geradem Steppstich nähen kann. Quasi wie auf einer alten Gradstichmaschine. Die Antwort ist: Man kann. Ich habe einfach überall rechts-links-Nähte (aka Französische Nähte) gemacht, nur etwas breiter, als man das typischerweise machen würde. Das sieht dann von innen und außen gut aus, denn mein Stoff ist ja semi-transparent, da scheint das etwas durch.

Für die Ärmel habe ich leichten Gummi in der Länge zugeschnitte, wie der ungekräuselte Ärmel an der Stelle hätte haben sollen und habe das überlappend zum Ring geschlossen. (An der Stelle habe ich ein bisschen gemogelt und den Gradstichfuß kurz abgenommen… es wäre vermutlich auch mit Gradstich gegangen, aber die Schnittkanten mit umschließen fand ich jetzt auch nicht falsch.) Das ergab bei meinem leichten Gummi (der durch seine zartgrüne Farbe aber von rechts ziemlich unsichtbar war) zu wenig Kräuselung, also abtrennen, fünf Zentimeter rausschneiden, noch mal aufnähen… passt. 🙂 Und ja, auch den Gummi habe ich mit Steppstich aufgenäht. Der Gummi wird auf die Weite des Oberstoffes gedehnt, der Oberstoff ist nicht dehnbar, also kann der Gummi auch später nicht weiter dehnen als das und ich habe entlang jeder Gumminkante einfach gesteppt. Mit eher langer Stichlänge, damit der Fadeneintrag den Gummi nicht ausdehnt. (Hier hatte ich vorher allerdings in der Mitte des Gummis von Hand geheftet, um die Mehrweite am bereits rund genähten Ärmel gleichmäßig zu verteilen.)

Die Länge des Schultergummis habe ich auch durch einziehen, feststecken und dann anziehen bestimmt. Meiner mußte deutlich kürzer werden, als die Anleitung vorgesehen hatte. (Abgeschnitten wird der Gummi dann immer erst zum Schluß. Ich kaufe meist so 5m und wenn die aufgebraucht sind wieder 5m. Dann habe ich weniger Verschnitt.)

hellblaue Tunika, schulterfrei, vorder- und RückansichtAn den Säumen gab es dann einen feinen Saum genäht, wie man das ohne den Säumerfuß macht, habe ich hier schon mal beschrieben.

Trotz des Winters hat das Werk den Tragetest an Sylvester auch schon bestanden. In zwischen habe ich die Träger vorne noch von Hand oben an der Ausschnittkante angenäht. Das gefiel mir so noch nicht ganz so gut.

Im Ganzen hat der Schnitt aber die Probe bestanden und wie ihr ja schon im aktuellen Nadelblick gesehen habt… auch die zweite Version ist schon fast fertig. Den enormen Abnäher durch die FBA könnte man auch aufschneiden, aber bei dem dünnen Stoff geht es auch so.

Bei leichtem Stoff würde er wohl auch problemlos ohne die Träger halten, aber da mein Körper ohne BH-Träger nicht hält… sind die Träger gut, um andere Träger zu verdecken. Im Winter sogar die eines Unterhemds mit Spaghettiträgern.

SO! Pattern, Dinah Lady (Hose)

Schnittmuster Dinah von so!-patternEnglish version is on pattern review.

Hosen mit Gummibund sind zwar bequem, sehen aber leider auch so aus. Prima als Pyjamahosen, aber für mich nicht wirklich „straßentauglich“. Bis zu dieser Besprechung der Hose Dinah Lady von SO! Pattern. Die sah nach einer „richtigen“ Hose aus und da ich zu meiner Stricktunika eine passende Hose brauchte, die auch schnell fertig sein sollte, wurde das mein Schnitt.

Da bei mir auch schnelle Projekte gerne etwas dauern, lag der eine Weile bei mir und wurde in der Aufmachung inzwischen von der Wirklichkeit überholt. Mein Schnitt enhält alle Größen von S bis 5XL, in der aktuellen Fassung kann man ihn entweder als „Dinah“ in den Größen S-L kaufen oder als „Dinah Lady“ in den Größen XL-5XL. Keine Überlappung bei den Größen ist natürlich immer unpraktisch, wenn man dazwischen liegt, aber hier brauchte ich 2XL, von daher kein Problem.

Der Schnitt kommt geplottet in einem stabilen und wertigen weißen Pappumschlag. Das hat den Vorteil, daß der Schnitt nicht verknickt und da noch viel Platz in der Hülle ist, konnte ich meine Kopie des Schnittes direkt mit reinstecken. Nachteil ist, daß es nicht zu meinem „Achivsystem“ passt. Ich habe alles in großen Ordnern und der Umschlag ist leider deutlich höher als A4.

Der Umschlag bietet reichtlich Information, inklusive benötigtem Material (auch Nähgarn wird erwähnt) und dem Stoffbedarf für längselastischen und querelastischen Stoff. Da die Hose, zumal für eine Schlupfhose, reichlich körpernah ist, geht hier ohne Elasthan im Stoff nichts, der darf aber auch quer zugeschnitten werden, ja nach dem, in welcher Richtung er dehnt. Meine geplottete Version hat die unterschiedlichen Größen in unterschiedlichen Farben, so daß man die Linien gut auseinander halten kann. Die Linien sind sehr fein gedruckt. An sich kann man die Schnittteile direkt ausschneiden, aber ich habe mir natürlich trotzdem eine Kopie auf Folie gemacht. Falls die ermittelte Größe nicht stimmt, kann man es doch in einer anderen noch mal versuchen. (Wer die Version zum selber Ausdrucken wählt kann da natürlich großzügiger sein.)

Hose Dinah zur TunikaAls Stoff habe ich eine weiche aber relativ schwer fallende Viscose-Poly-Elasthanmischung bei Eurotissus in Paris gefunden. Der Stoff war erkennbar stretchig, über den genauen Elasthangehalt konnte ich allerdings nichts rausfinden. Mental war ich darauf vorbereitet, einen Reißverschluss in die Seitennaht einzufügen, falls es nicht passt. Das war dann aber doch nicht nötig. Da der Elasthangehalt eines Stoffes nicht immer etwas über die Gesamtdehnbarkeit aussagt (es kommt ja u.a. auch noch die Webart dazu) wäre hier so ein „Dehnmaß“ (10cm müssen sich auf Strecke X dehnen lassen) auf der Packung genauer. Aber da es gut funktioniert hat, scheint es auch so zu gehen.

Bei der Größe habe ich mich nach der Maßtabelle gerichtet. Die findet sich auf dem Anleitungsheft. Das Anleitungsheft ist klein und handlich, so kann man es leicht zur Rate ziehen, bevor man ans Zuschneiden geht. Und weil der Pappumschlag wiederverschließbar ist, kann man es danach auch leicht wieder aufräumen. Im Ganzen werden neun Maße angegeben, ich habe mich nach der Hüftweite gerichtet, denn da muß die Hose drüber passen und meine Taille ist definitiv schmaler als die Hüfte. Da der Taillengummi ohnehin nach dem Maß am Körper zugeschnitten wird, habe ich hier die Größe nicht (wie sonst meist) verändert, denn der Gummi zieht im Zweifelsfall halt etwas stärker zusammen.

Hose von vorneNatürlich habe ich mir Gedanken darüber gemacht, warum die Hose trotzdem sie eine Schlupfhose ist so schmal am Körper sitzen kann. Ich denke, das liegt zum einen an den Querabnäher in den Vorderteilen und zum anderen an der längstgeteilten Hinterhose. So kann man Platz für den Po schaffen, da wo er gebraucht wird und nicht irgendwo. Für mich hat das gut funktonioniert. Ein raffinierter Schnitt also.

Außerdem gibt es einen „Pseudoreißverschlussschlitz“ vorne, so daß man der Hose ihr Schlupfhosendasein nicht an sieht.

Die Anleitung beginnt mit einem Zuschneideplan für längselastischen und querelastischen Stoff. Hier ist bei meiner Variante allerdings anzumerken. daß sich der offensichtlich auf die kleineren Größen bezieht. In 2XL funktioniert der nicht mehr so. Es war aber auch nicht schwierig, den Schnitt passend aufzulegen, ich schätze, aus dem Rest könnte ich locker noch einen Rock nähen, wenn ich einen braunen Rock brauchen würde. :o)

Die Anleitung ist klar, hat Text und deutliche Zeichnungen. Was für mich ungewohnt war, war zuerst die Schrittnaht zu nähen und dann die innere Beinnaht in einem Rutsch zusammenzunähen. Und was auch ungewohnt für mich war, daß die Anleitung das, was ich als „innere Beinnaht“ kenne als „Schrittnaht“ bezeichnet. Was natürlich genauso logisch ist, weil im Schritt treffen sich die Nähte. Da gibt es wohl unterschiedliche Nomenklaturen. Mit den Zeichnungen kann man aber nichts falsch machen.

Hose von hintenDen Hosensaum habe ich statt ihn zu versäubern mit Futterstoff eingefasst. Das hätte ich mir sparen können, denn unerwarteterweise waren die Beine sehr viel zu lang… Natürlich steht in der Anleitung, man soll zuerst anprobieren, aber da ich in dem Punkt noch nie Probleme hatte… merkte ich es zu spät. Daraufhin habe ich den Saum doppelt eingeschlagen und von Hand angehext. Ist nicht ganz perfekt schön… aber geht. Wa sich allerdings auch noch nie hatte: Eine Hose die ohne Änderung über meinen Hintern drüber geht und oben auch in der Taille endet, nicht irgendwo auf halber Hüfte. Das gefällt mir extrem gut, da muß ich sonst nämlich immer ändern.

Mit dem Ergebnis bin ich zunächst für den Zweck sehr zufrieden. Die Hose war schnell genäht und sie passt gut zum Oberteil. Sie trägt sich auch bequem. (Nur die Naht hinten am Oberschenkel ist manchmal etwas spürbar, das stört aber nicht wirklich, ich weiß auch nicht, ob das am Stoff oder der Versäuberung liegt bzw. ob man das nicht noch besser machen kann.)

Was mir vorher bewusst war: daß mein Stoff gnadenlos alle Fettpolster nachzeichnen würde. In diesem Fall zum Glück reichlich egal, denn die Hose passt genau zu einem Oberteil und der Teil der Hose wird somit nie sichtbar sein.

Was allerdings auch nötig ist, denn diese… äh… Betonung des Schamdreicks vorne geht ja auch gar nicht. :o)

Auf meine Mail hin hat mir die Schnitterstellerin, Frau Kroth, aber schnell geantwortet und mir den Tip gegeben, die Schrittnaht tiefer auszunähen. Da ich dazu die innere Beinnaht wieder auftrennen  müßte, wird es bei dieser Hose so bleiben. Weil… sieht man eh nie. Ich habe es aber mal mit Nadeln abgesteckt und das sah sehr so aus, als wäre es der richtige Weg.

Für die nächste Variante habe ich einen anthrazitgrauen Stretch-Jeans hier liegen. Diesmal werde ich die Schrittnaht wie gewohnt nach der inneren Beinnaht nähen, dann kann ich den Schritt leichter ändern. Außerdem soll es im Vorderteil Taschen geben. Der Schnitt richtet sich an Anfänger, daher wurde alles weggelassen, was komplziert ist. Ich muß mal sehen, ob ich die an der Position der Abnäher mit einarbeiten kann….

Der Schnitt hat für mich aber definitiv das Potential zum „ich brauch mal schnell eine Hose“ Standardschnitt zu werden. 🙂

ottobre 2/2009, Modell 6/“Loving“ Top (Shirt)

(English version is on  Pattern Review as always)

Zeichnung zu Top mit WickeloptikIch habe ja seit einiger Zeit diesen netten Stoff mit Astrokatze drauf und bin seither am Überlegen, welchen Schnitt ich dafür will. Ich wollte den Stoff etwas aufbrechen, aber auch nicht völlig in Kleinteile zerlegen. So kam der Gedanke, daß ich ein Top mit Wickeloptik und einem Taillenband haben will.

Man sollte meinen, so was wäre einfach zu finden, aber entweder es war keine Wickeloptik oder es hatte kein Taillenband. Letztlich bin ich dann bei dem „Loving“ Top aus der ottobre gelandet. Was eigentlich ein Still Shirt ist. Stillen will ich jetzt nicht, aber egal. Da es ja nicht wirklich aussieht wie eines, stört das nicht weiter.

Bevor ich meine tollen Stoff zerschnipple muß allerdings erst mal ein Probeteil her. Vor einiger Zeit hatte ich bei Wien 2002 einen weichen Jersey als „Beifang“ zu Dessoustoffen gefunden. Auf dem Bild sah er aus wie gebrochenes weiß mit blau, in der Beschreibung hatte ich dummerweise nur bis „Porzellanfarben“ gelesen. (Wer schon mal in dem Shop bestellt hat weiß wahrscheinlich, daß die Farben immer ein echtes Glücksspiel sind…) Ich komme aus einer Gegend, die Porzellan herstellt… ich weiß, wie das aussieht. Nun ja, der Stoff war rosa, das Muster lila. Da ich aber (erfahrene Leser können sich denken, was kommt…) ohnehin immer noch Lücken im Schlafanzugfach zu stopfen habe, passte der Stoff perfekt dazu. Als einfarbigen Kombistoff bekam ich bei Stoff und Stil in Köln einen feinen Bündchenstoff in genau dem passenden Lilaton. Aus dem wurde dann auch die Hose nach meinem bewährten Leggingsschnitt. (Der jetzt auch etwas locker sitzt, aber gut, ist ein Schlafanzug. Und beim nächsten Mal falte ich einfach einen Zentimeter aus jedem Hosenbein raus…)

Fertiger SchlafanzugMeine früheren Erfahrungen mit Ottobre kann ich ja dank der Gewichtsveränderung in die Tonne kloppen. Also neu vermessen (lassen), demnach brauche ich Gr 46 an der Oberweite (plus 2cm FBA) und Größe 50/52 an Taille und Hüfte.

Für Rücken und Wickelteile habe ich auch Größe 46 genommen, vorne dann an jedem Teil 1cm per FBA zugefügt. Den dadurch entstandenen Abnäher habe ich dann wieder in die Raffung unter der Brust verlegt. Nach Ausmessen des Taillenbandes und der Rockteile habe ich die Rockteile dannin Größe 48 zugeschnitten, das vordere Taillenband auch (die Raffung kann man ja schwächer oder stärker machen), beim hinteren Taillenband bin ich von Gr 46 oben auf Größe 48 unten gegangen. Außerdem habe ich am Taillenband 2cm Länge rausgenommen, oberhalb der Taille. Ich brauche ja immer etwas kürzer. Das innere Vorderteil fand ich dann etwas arg züchtig und habe den Ausschnitt um 2cm tiefer gezeichnet. Sonst habe ich es nicht verändert, weil ich mir dachte, das sei ja egal, wie breit es ist, das muß die FBA nicht mitmachen, das bedeckt die Brüste ja nicht.

Shirt ottobre SeitenansichtMit der Anleitung hatte ich meine üblichen Probleme. Wobei ich jetzt, denke ich, endlich mal verstanden habe, wie ottobre das mit der Nahtzugabe meint. Denn im allgemeinen Teil steht da immer, man soll Nahtzugaben zugeben, andererseits sind auf den Taillen aber oft Saumlinien eingezeichnet. Aber ich glaube, das ist so gemeint, das die Saumzugabe einfach schon dran ist, die Nahtzugabe der Saumzugabe (Säume sollen also doppelt eingeschlagen werden) noch nicht.

Oder so.

Das mit dem Familonband habe ich weggelassen. Ich mag das eh nicht und sah auch keinen Sinn darin. In den Schulternähten habe ich gar nichts gemacht, wobei die ein wenig rutschen, ich denke, beim endgültigen Shirt werde ich da wie sonst auch einen Streifen Futterstoff in der Naht mitlaufen lassen. (Trägt nicht auf und erfüllt den Zweck.) Auch die vordere Kante des Wickelteils bekommt stellenweise eine Framilonverstärkung. Jetzt hatte ich aber zur Einfassung die Bündchenwaren (die ich nur dreilagig, nicht vierlagig zum Einfassen genommen habe, auf der Innenseite hat sie eine offene Stoffkante, ist nicht eingeschlagen) mit viel Elasthan und sehr gutem Rücksprung. Das reichte, um den Stoff an der vorgesehenen Stelle ein wenig einzuhalten. (Dafür, daß da eingehalten wird gibt es allerdings Pluspunkte, ich hatte mit Wickelteilen ja bislang immer so meine Probleme, aber das scheint zu funktionieren!) Außerdem wird es bei mir weniger gedehnt, ich stille ja nicht. Die Kanten des Unterteils habe ich nicht gesäumt, das war mir zu dick und die Bündchenware ist ja in sich schön stabil.

Shirt RückansichtZum Säumen habe ich einfach Zickzackstich genommen, denn der ist optimal elastisch. Mit Zickzackstich habe ich auch die Nahtzugaben auf dem Taillenband abgesteppt, Bündchenware mit fleißigem Elasthan lässt sich ja nicht gut flachbügeln. (Und nicht dauerhaft.)

Ärmel waren am Shirt nur kurze vorgesehen, ich wollte aber lange. Ich habe mir dann einen schon bewährten Ärmel mit etwa der gleichen Breite im oberen Teil gesucht und den an die Armkugel des „Loving“ Tops (Größe 46) angezeichnet. Das war der Ärmel von Vogue V8558. (Als ich den Schnitt in der Hand hatte fragte ich mich zuerst, warum ich eigentlich nicht gleich den genommen habe. Aber dann fiel mir wieder ein, daß ich ja ein Taillenband wollte, was der nicht hat…)

Was ich mal besser auch geändert hätte, war das innere Vorderteil. Das muß zwar nicht breiter werden, aber die FBA macht ja auch länger… Das hätte eigenltich beim Annähen des Taillenbandes mit gefasst werden sollen. Zum Glück merkte ich noch vor den Nähen, daß das innere Vorderteil zu kurz war, weil ich es nicht geändert hatte… Ich habe es dann nachträglich von Hand mit Hexenstich innen auf die Nahtzugabe genäht. Dafür reichte es grade so.

Ottobre Shirt VorderansichtMit dem Ergebnis bin ich aber für einen ersten Versuch sehr zufrieden! Mit den Falten hinten an der Schulter kann ich leben, zumal ich eh nicht sicher bin, ob das nur doof hingezuppelt war. Im Rückenteil werde ich oberhalb des Taillenbandes noch mal einen Zentimeter Länge raus nehmen (zu den Seitennähten hin verlaufend), das innere Vorderteil noch mal tiefer ausschneiden.

Und beim nächsten Mal vor den Photographieren dran denken, nicht ausgerechnet den zweit schlechtesten BH zu tragen. (Und mal wieder ein paar BHs nähen… auch das…)

Aber im Ganzen ist das wirklich das bestsitzende Top mit Wickeoptik, was ich jemals hinbekommen habe. Zumal für den ersten Versuch.

Der Schnitt dar also für den „Tageseinsatz“ ran. Wann ich dazu komme… da lege ich mich mal nicht fest. Neben einem Haufen Stopfwäsche ist da mindestens noch ein anderes dringendes Projekt vorher….

Hot Patterns HP1168, Weekender Daytona Hoodies (Kapuzenshirt)

The English version is on Pattern Review.
Schnitttüte Hot Patterns
Auch wenn die Gestaltung der Verpackung mit den ungelenken Zeichnungen nicht so ansprechend war, das Kapuzenshirt mit dem klangvollen Namen „Weekender Daytona Hoodies“ fand ich im Design recht interessant. Die Fältchen in der Raglan Naht sind ein schönes Detail, das zur Hoffnung Anlass gab, das da vielleicht ein bißchen Oberweite auch rein passt und die Kapuze mit dem kleinen Ausschnittschitz gefällt mir auch. Nachdem dann auch noch eine Nähfreundin das Loblied auf die Schnitte sang, wagte ich die Mitbestellung bei ihr zu einem stolzen Preis von mehr als 16 US$ (plus Porto).

Der Schnitt kommt in einem Papierumschlag, den man aufschneiden muß und der sich nicht wieder verschließen lässt. Für deutsche Verhältnisse ist das Format auch unpraktisch, zu breit für DinA4, dafür etwas kürzer. Passt nicht in meine Ordner. Der Schnittbogen ist groß, das Papier dick und es kommen alle Größen von 6-26 mit.

Das hat allerdings auch einen Preis, wie ich beim Blick auf den Schnittbogen feststelle: Alle Linien sind in schwarz gedruckt, die Linien relativ dick. Dann konvergieren die elf Linie auch schon mal alle zusammen auf einen etwa 1cm dicken Balken, aus dem dann irgendwann später mal drei Linien wieder raus kommen.  Der Schnitt ist zwar nicht sehr kompliziert, aber da kann man dann wirklich nur raten.

Die Anleitung ist ebenfalls auf den Schnittbogen gedruckt, was ich nicht mag. Da ich die Bögen nicht ausschneide, sondern abkopiere (was ich angesichts der unklaren Linienführung doppelt nötig finde) ist es natürlich recht unpraktisch, immer den ganzen Bogen aufgeklappt herumliegen zu haben. Laut Anleitung soll man es ausschneiden und aufbewahren. Viel Anleitung ist es ohnehin nicht.
Hoodie mit Kapuze
Die Maßtabelle ist sehr ausführlich und enthält schon beinahe verwirrend viele Maße, die auch in Zentimetern gegeben werden. Oder wären es, wenn der Druck nicht mehrere weiße Streifen hätte, die etliches unlesbar machen, Da das Teil eher lose sitzt, habe ich nach Maßtabelle Größe 20 genommen und habe mir diesmal die FBA gespart.

Der Schnitt hat die Nahtzugabe schon angezeichnet, 1cm ist die Vorgabe. Bei geraden Teilen wie den Bündchen fände ich es ja praktischer, wenn einfach die Maße angegeben wären. Rechtecke könnte man dann doch gut mit Lineal und Rollschneider zuschneiden.

Als Stoff habe ich mir einen relativ wenig dehnbaren Single Jersey mit grafischem Druck ausgesucht. Wie bei unbekannten Schnitten ist das mal wieder nur das Probeteil… Da der Druck natürlich nicht sauber im Maschenlauf liegt, mußte ich mich dann öfter mal entscheiden, was mir wichtiger war.
Hoodie
Die Anleitung ist schön durchnumeriert, aber leider nicht fehlerfrei. Das geht mit dem Auflageplan los, denn wer sich dran hält, hat hinterher nur einen Ärmel. (Ich habe die Version mit langen Ärmeln und ohne Reißverschluss genäht.) Ansonsten kann man der Anleitung folgen, aber die Schritte sind in meinen Augen nicht immer die beste oder schönste Lösung. Lustig fand ich die Anweisung, man sollte das Bündchen der Känguruhtasche ein wenige einhalten, ich mußte es dehnen. Mit Passzeichen geht der Schnitt auch sparsam um, gerade für die Tasche hätte ich das gerne etwas genauer gehabt. Zumal ich die Tasche wegen der gedehnten Bündchen nicht mal glatt auflegen konnte. (Zum Tragen ist das hingegen gar nicht so schlecht.) Auch wie man mit den Nahtzugaben umgeht… Ich habe mich da an vielen Stellen dazu entschlossen, wenigstens von rechts noch mal abzusteppen, damit es sauberer aussieht. Gerade weil man die Naht in der Kapuze sieht, könnte man sich da was schöneres einfallen lassen. Mit dem Ausschnittbeleg habe ich mich verhauen, der hätte etwas anders gearbeitet werden sollen. War mein Fehler, ging aber auch so.

Fazit der Anleitung: die ist so ein bißchen „kinda sorta“ ungefähr. Man kommt so zu einem Ergebnis, aber es sieht dann schon so „heimgenäht“ aus.

Überraschend gut ist dann tatsächlich die Passform. Obwohl ich nichts geändert hat, passt die Schulterpartie überraschend gut. Auf den Bildern wirkt es jetzt so, als ob eine FBA vielleicht doch besser gewesen wäre, im Spiegel sieht man das jedoch nicht. Nicht so schön fällt die Fältchenpartie aus, die beutelt etwas nach außen. Ich denke, das kann man beheben, indem man da das Vorderteil etwas anhebt. Die Ärmel sind mir am Bündchen zu weit, das Problem habe ich aber öfter.

Der Schnitt hat den Test jedenfalls bestanden. Das Ärmelbündchen wird um 4cm schmaler gemacht (zum Ellbogen auslaufend) und da das Shirt dann zum Rock passen soll, werde ich es um 9cm kürzen. Die Tasche auf dem Bauch dürfte dem Vorgang dann zum Opfer fallen.

Bei der Verarbeitung muß ich mir noch einiges einfallen lassen, für Kappnähte ist die Nahtzugabe ein wenig schmal, mal sehen… Auch den Ausschnittbeleg udn die Kapuze werde ich in anderer Reihenfolge nähen, weil das dann innen sauberer aussehen dürfte. Zumal man das ja beim Tragen auch ein wenig sieht.

Angesichts des stolzen Preises für den Schnitt finde ich die Druckqualität nicht recht angemessen. Und obwohl die Passform recht gut ist und mir noch einige andere Designs der Firma gefallen werde ich mir da angesichts der eher schwachen Anleitung sicher keinen komplizierten Schnitt deser Firma kaufen.

Diesen Schnitt kann ich mir hingegen gut noch öfter vorstellen, auch mit kurzen Ärmeln oder als Jacke mit Reißverschluss.

Threads Number 178, Fast & Fabulous Purse

(The English review is on Pattern Review)

Clutches sind ja wegen des fehlenden Schulterriemens etwas unpraktisch, aber sie sehen so elegant aus. Und als dieses Modell letztes Jahr in der Mai-Ausgabe der Threads war, war klar, daß ich die bei den nächsten Stoffresten ausprobieren würde.

pinke ClutchEmpfohlen wird das Modell ja an sich für dünne Stoffe, aber von meiner Jacke war das grob gewebte Leinen der Belege übrig und für die Innenseite habe ich die dünne, feste Baumwolle genommen, mit der ich die Jacke unterlegt hatte. Und das Ergebnis gefällt mir schon mal gut.

Zunächst hatte ich allerdings ein Problem, die empfohlene Einlage „In-R-Form“ von Bosal gibt es in Deutschland noch nicht. Oder nicht, als ich die Tasche vor einigen Wochen genäht habe. Inzwischen habe ich da was zum Testen hier. Also klar, daß die nächste Tasche mit der empfohlenen Einlage genäht wird. Für diese Tasche habe ich Decovil von Freudenberg genommen. Wie man sieht, funktioniert sie auch.

Für die Anleitung gibt es einen Schemaschnitt, der ließ sich diesmal einfach zeichnen. Ich habe gleich ein Maßband mit Zollskala genommen und mir daher das Umrechnen erspart.

Die Anleitung geht Schritt für Schritt vor, auf den zweiten Blick jedoch funktioniert das nicht ganz so gut, wie es scheint. So wird erst erklärt, wie man die Einlage einbringt und festbügelt und der nächste Schritt erklärt dann, daß man aber bitte vorher die Falten des Zwickels hätte feststeppen sollen. Im Übrigen konnte ich auch die Falten nicht so einbügeln, wie auf dem Photo, sondern genau anders herum, sonst hätten sich die Falten nicht nach Innen, sondern nach Außen gelegt. Was blöd aussähe. Und ich natürlich erst merkte, nachdem ich sie schon abgesteppt hatte.

enpu1603Etwas obskur finde ich auch die Idee, einfach Löcher in den seitlichen Ausfaltteil zu machen, die gar nicht versäubert werden. Hier sollen kleine Verlängerer für Schmuck durchgezogen werden, um die Tasche zwar öffnen zu können, sie aber nicht völlig auseinanderfallen zu lassen. Es war ein Wochenendprojekt, solche Verlängerer hatte ich nicht da. Außerdem fand ich bei meinem stark ausfransenden Stoff die Idee unversäuberter Löcher extrem schlecht. Ich habe einfach einen doppelten Faden Alterfil durchgezogen und zwischen jeder Falte drei Roccailles aufgefädelt. Da mir nicht klar war, ob man das am Ende aufmachen können muß, habe ich das Ende mit einem normalen Verschlusshaken für Ketten (so was hatte ich da) versehen und auf der anderen Seite eine Garnöse genäht. Damit man es aushaken und die Tasche weiter öffnen kann. Das mit das Aushaken wäre aber nicht nötig gewesen. Man will so eine Clutch ja nicht megavollpacken.

enpu1602Als Verschluss habe ich einfach am Ende einen großen Druckknopf aufgenäht, den ich vorher mit Futterstoff in pink überzogen hatte. Magnetverschlüsse hatte ich nicht da.

Die Tasche ist toll und hat auch (mit 11“ Länge) ein gutes Format. Es passen Handy, Geldbeutel, Taschentuch und andere wirklich nötige Teile rein. Danach kann man sie dann entweder so mit ins Theater oder ins Restaurant nehmen oder man legt sie in eine Riesenhandtasche und findet so die wichtigen Kleinteile auf einen Griff wieder.

Die Anleitung ist leider nicht so ganz fehlerlos, aber mit etwas gesundem Nähverstand kann man die Probleme lösen. Dann geht sie auch fix zu nähen und man kann etwas größere Stoffreste gut in Szene setzen. Die nächste ist schon geplant, dann mit der „Originaleinlage“. 🙂

Burda 6785, Modell C (Kleid)

The English version is on Pattern Review.

Bild von SchnitttüteDie Erfahrung nach einem Burda Einzelschnitt zu nähen hatte ich ja schon lange nicht mehr. Da mir die Heftschnitte nur so solala passen und (noch wichtiger) die Burda Webseite so unübersichtlich ist, daß das Suchen nach einem bestimmten Schnitt so zeitaufwendig und mühsam ist, daß ich da nur guche, wenn ich woanders nichts gefunden habe (also bisher nie), hatte ich seit sicher 20 Jahren keinen Einzelschnitt von Burda mehr.

Auf der h&h in diesem Jahr bekam ich aber einen Plus-Schnitt als Werbegeschenk und da die in Arbeit befindliche Jacke und der blaue Rock noch ein, zwei Oberteile bekommen sollen nahm ich das gerne an. Der Wasserfall-Ausschnitt und die Raffungen gefielen mir nämlich auf Anieb, daß der Schnitt „super easy“ ist schreckte mich gar nicht, denn mal ein Teil das schnell fertig wird, wäre ja auch ganz nett.

Genäht habe ich aber zuerst das Kleid. Ich brauchte noch ein Nachthemd und hatte einen Viscose-Elastic Jersey da, den ich mal ganz billig, ich glaube in Belgien, gekauft hatte.

Als Größe habe ich mir nach der Maßtabelle (und sonstigen Burda-Erfahrungen) die 48 ausgesucht, zur Hüfte hin dann auf 52 auslaufen. (Immer wieder nervig: die Maßtabelle befindet sich nicht auf der Anleitung, sondern auf dem Schnitt. Bevor man also Stoff kaufen kann, muß man erst mal den Schnittbogen auffalten, die Maßtabelle suchen und dann alles wieder einpacken.) Dann habe ich den Oberkörper vorne und hinten oberhalb der Taille um 1,5 cm gekürzt. Im Rücken dann noch mal keilförmig weitere 2cm in der rückwärtigen Mitte, zu den Seitennähten auslaufend.

Die folgende FBA war dann nicht so sehr „easy“, weil der Beleg für den Wasserfall nämlich direkt an das Vorderteil angeschnitten ist und mitgeändert werden muß. Hier habe ich zunächst nur die vordere Mitte und das Ende des Beleges eingezeichnet, sonst reichlich Folie überstehen lassen. Nach der FBA habe ich dann die Folie an der Umbruchlinie gefaltet und (Abnäher vorher zustecken!) die Form der Armausschnitte und Seitennähte vom veränderten Vorderteil durchgepaust.

Im Rücken hatte ich durch meine keilförmige Veränderung erst mal keine gerade rückwärtige Mitte mehr. Diese Veränderung, vermutlich nach Kenneth D. King,  bog das wieder gerade.

Die Ärmel habe ich in Größe 48 genommen, am Oberarm aber auf Größe 50 erweitert. Das gibt am Schnitt eine komische Kurve, die stört am fertigen Modell aber nicht. Das basiert auf meiner Erfahrung mit den Heftschnitten der letzten Jahre, das Burda auch bei Plus Größen eher mit Ärmchen als mit Armen kalkuliert. (Und von Kaufkleidung abgeleitet habe ich eher keine sonderlich dicken Oberarme…..)

Kleid nach Burda 6785 von vorneMit den Schnittveränderungen war die Hauptarbeit aber tatsächlich getan.

Das Zusammennähen ging nach Anleitung und zügig. Ich habe für die Konstruktionsnähte den Overlockstich meiner Nähmaschine genommen und den Rückenbeleg sowie die Säume anleitungsgemäß mit der Zwillingsnadel genäht. Letzteres habe ich schon ewig nicht mehr gemacht, weil nach meiner Erfahrung die Säume dann tatsächlich so dehnbar nicht sind. Das hat sich inzwischen auch bestätigt, für den Saum zumindest eines Nachthemdes war das nicht dehnbar genug, wenn es wieder aus der Wäsche kommt, werde ich das mit einem wirklich elastischen Stich (Federstich könnte nett sein) nachnähen. Für ein normales Kleid könnte es reichen, zumindest so lange man keine zu großen Schritte macht…

Was jedoch nicht funktionierte war die Raffung der Seiten mit 3mm breitem Gummi. Ich weiß nicht, was für einen 3mm breiten Gummi Burda da nutzt, ich hatte drei da, die waren allesamt zu schwach den Stoff zu raffen, sondern passten sich andersherum dem Stoff an. Ein 5mm breiter und weniger weicher Gummi von Gold Zack war für den Effekt nötig.

Etwas nervig fand ich, daß der rechteckige Rückenbeleg als Schnitteil angegeben war. Vermaßt wäre der mit Rollschneider und Patchworklineal schneller zugeschnitten gewesen. Hier scheint Burda die Unsitte diverse amerikanischer Schnittmuster zu übernehmen. (Mein Verbesserungsvorschlag wäre, einfach zusätzlich zum Ausschneideschnitteil von solchen Teilen die Maße anzugeben, dann kann jeder das machen, wie er mag.

Kleid Burda 6785, RückseiteSpannend war für mich der Blick auf die Rückseite und das aus zwei Gründen. Zum eine… Raffungen über dem Po? Das Kleid ist bei Burde sicherheitshalber auch nur von vorne gezeigt. Und Po… habe ich nun mal jede Menge. Besonders hinten. Der zweite Grund war meine Begradigung der rückwärtigen Mitte, wie fällt das praktisch aus?

Zwischendrin hatte ich dann auch mal Zweifel, ob diese Kürzung im Rücken überhaupt nötig war, wenn der Stoff doch eh gerafft wird?

Das Bild zeigt mir aber, daß die Kürzung auf alle Fälle sinnvoll war, denn die Fältchen, die sich vorne noch halbwegs gefällig verteilen, landen natürlich alle nicht auf, sondern über dem Po. (Oder ich hätte sie sorgfältiger festzuppeln müssen.)

Von vorne gefallen mir der Wasserfall und die Raffungen aber ganz gut. (Als ich mein Herzblatt zu schnellen Photos überreden konnte, hatte ich gerade den suboptimalsten BH an… das sicht mit anderen besser aus.)

Gut gefällt mir auch, daß der Vorderteilbeleg serh weit ins Vorderteil hineinreicht und so für Stabilität und je nach Stoff auch Blickdichtheit sorgt. Weil er angeschnitten ist hat man da auch keine Naht und er legt sich recht gefällig. Nachteil davon ist, daß das Schnitteil sehr lang ist und dadurch der Stoffverbrauch hoch ist. Außerdem muß man die Schnitteile des Vorderteils stückeln, das passte nicht im Ganzen auf den Schnittmusterbogen.

Werde ich das noch mal nähen? Ja, ich denke das wird ein Shirt werden. (Wenn die Querelastizität des Shirt Stoffes passt…) Als Kleid ist das über dem Po ja nicht so ideal, bei einem (kürzeren) Shirt sollte das aber anders aussehen. Außerdem werde ich das Rückenteil noch mal um 2cm kürzen, und das Vorderteil beim Annähen dann entsprechend dehnen. So daß ich hinten einfach weniger Stoff als vorne habe.

Fazit: Ein schnell genähtes Kleid mit netten Details. Verwunderlich, daß das bisher noch keiner (im Netz) genäht hat. Auf Pattern Review war nichts zu finden, in der Burdastyle Community auch nicht. (Wobei man da nicht mal nach Schnittnummern sortieren kann… ich frage mich wirklich, ob es da eine Abteilung gibt, die sich bewußt darum bemüht, alles so nutzlos wie möglich zu gestalten?) Lediglich einen Blogeintrag fand ich zum Shirt. Die Bloggerin redet wohl nicht gerne, zeigt aber den Herstellungsprozess in vielen Bildern. Falls das jemand mal braucht… 😉

 

Österliche Schnittkritik: Burdastyle 03/2015, Wand-Nest

A pattern Review for Easter.

Zuerst wünsche ich euch natürlich allen frohe Ostertage! Da ich ausnahmsweise mal österliche Deko genäht habe, gibt es die passende Schnittkritik dazu.

First of all: Happy Easter Days everyone! I’ve sewn some themed home dec I think it fitting to bring the pattern review today. (I don’t think Pattern Review has a possibility to enter this, because the pattern has no number, so it will all be here.)

ostern1501Diese befüllbaren Wand Nester in der März Burda fand ich recht witzig, denn unser Osterbesuch ist inzwischen zu alt, um noch Eier zu suchen (bzw. mir fällt nichts altersgemäßes mehr ein), aber für Schokoeier und Lindthäschen ist man ja nie zu alt.

Burdastyle had those „wall nests“ in the March issue and since our Easter visitors are meanwhile to old to search for eggs (or to be more precises I am out of ideas how to give them an age apprpriate egg hunt), but never to old for chocolate eggs and a Goldbunny.

Die Anleitung im Heft ist eine Bildanleitung, also kann man da nicht viel falsch machen. Allerdings habe ich die Nahtzugaben nicht einfach unversäubert gelassen, sondern habe die Teile mit Satinstich zusammen genäht. Das gefällt mir besser. Außerdem habe ich die Eier (vor allem die großen) im unteren Drittel zugenäht. Was eine gute Idee ist, aus dem kleinen fallen die Sachen nämlich doch sehr leicht raus. Die Stoffe sind verschiedene Baumwollreste, die ich in meiner Kiste hatte. Zusammengenäht habe ich dann mit Maschinenstickgarn, das blaue von Alterfil, das rote von Gütermann Sulky. Was halt noch so da war…

The instructions come with a lot of photos, so you can hardly go wrong. What I changed is that I did not like the raw seam allowance, but I’ve sewn the pieces togehter with satin stitch. I like it better like that. Also I closed the side with the opening in the lower third. (Burda leaves it alltogehter open.) Which is a good idea, because I did not do that for the smaller egg and things tend to fall out quite easily. Fabric are cotton brints and woven stripes from my remnant bin. For sewin I used machine embroidery thread, the blur one is from Alterfil, the red one is Gütermann Sulky. Things I had at hand.

HäschenZwei Sachen hätte ich an der Anleitung zu kritisieren. Zum einen wird nirgendwo erklärt, wie und wann man die Bänder einnäht. Da die Nester ja sonst nicht schwer zu nähen sind, richtet sich die Anleitung ja wohl an Anfänger und dann sollte dazu auch was stehen. (Ich brauche das natürlich nicht, mir fällt da schon was ein.) Die andere unschöne Sache lag an der Vlieseline. Ich habe die Schabrakeneinlage mit feuchtem Tuch aufgebügelt, dann das Vliesofix… und dann die zweite Seite des Vliesofix wieder mit feuchtem Tuch. Und da gab es dann stellenweise Knitter auf der resten Bügelfläche. Das feuchte Tuch hat das wohl wieder „angelöst“:

There are only two things I did not like about the instructions. One is that they do not really tell you when and how to attach the strings. Since the come with many pictures I’d say this is made for a beginner and then such a crucial point should be explained. (No problem for me, of course. But I am not a beginner.) The other issue I had with the fusible. The first (stiff) Vlieseline is ironed ot with a damp cloth, then the Vliesofix dry on one side and then again with a damp cloth for the second that. Which created some wrinkles on the fabric side I had fused first. The damp cloth seams to „unfuse“ the stiff Vlieseline again.

Ansonsten sind das aber ganz süße Nester, die auch schnell zu nähen waren.  (Die Aufbügelei hat glaube ich fast so lange gedauert wie das Nähen.) Da kann man tatsächlich in Serienproduktion gehen.

Otherwise the nests are super cute and were sewn quickly. (All the fusing had probably taken nearly as long als the sewing.) So you can make loads of them.

Butterick B5328, Modell B (Wickelbluse)

The English version is on Pattern Review.

Schnitt ButterickIch liebe ja an sich Wickelblusen und Tops. (Sie passen dann nur nie…) An diesem Schnitt waren es der Kragen, die Form der Schulterpasse und die Raffungen, die mich angezogen hatten.

Ich habe den Schnitt in Größe 20 genommen und unterhalb der Taille auf Größe 22 erweitert. Da ich wegen der Raffungen im Vorderteil nicht recht wußte, wohin ich die vor einer FBA verlegen sollte (auf die Idee, mich um die vorhandene Mehrweite einfach gar nicht zu kümmern, und die FBA mit der gleichen Technik zu machen, wie bei einem Oberteil ganz ohne Abnäher kam ich irgendwie nicht…), bin ich an der vorderen Kante auf Größe 22 ausgeschwenkt, habe das dann aber wieder auf die Blende in Größe 20 eingereiht. Wobei ich die Länge der Blende zur seitlichen Kante dann wieder auf Größe 22 habe auslaufen lassen.

SchnittteileDa mir solche Ausschnitte dann typischerweise über der Brust zu weit sind, habe ich an der oberen Kante der Ausschnittblende dann vier mal 0,5 cm keilförmig weggenommen. Dadurch wird die Blende stärker gerundet. Oberhalb der Taille habe ich wie üblich 1,6cm Länge rausgenommen. Die Schulterpasse wurde auf der Schulterlinie um 0,5cm schmaler gemacht. (Da mußte ich ein wenig rumfuddeln…)

Mein Stoff ist ein gestreifter Baumwoll-Hemdenstoff von Hüco Stoffe in Berlin. Mein kürzlich gelesenes Buch über Stoffe hat mir beigebracht, daß man den Typ „Schaftgewebe“ nennt. Denke ich. Nähfaden mein bewährter Alterfil S120, Nadel eine 70er Maschinennadel von Organ. Die Einlage im Kragen und am Auschnittband ist Vliseline G785 in haut. Aufgebügelt auf die äußere Stofflage wird der Farbeindruck weißgrundiger Stoffe nicht verändert, die Nahtzugaben scheinen aber nicht durch. (Interessieren die genauen Materialangaben irgendwen?)

Beim Zuschneiden mußte ich natürlich das Streifenmuster berücksichtigen, aber das Nähen war nicht weiter kompliziert. Die Mehrweite des Ärmels ließ sich gut ohne Falten einhalten, Den Kragenbeleg habe ich innen von Hand festgenäht. Die Nähte sind Kappnähte, weil ich das wesentlich sauberer finde, nur bei der Ärmeleinsatznaht habe ich die zurückgeschnittene Nahtzugabe mit Schrägband eingefasst.

Innenverarbeitung BluseWas mich etwas… nun, ich will nicht sagen entsetzt, aber doch erstaunt hat war, daß die Anleitung die Schulterpasse nicht doppelt. Schließlich ist der Hauptgrund für eine Schulterpasse, daß man hier mehr Stabilität bekommt und gleichzeitig alle Nähte gut verpackt sind. Dem habe ich abgeholfen und einen Rest naturfarbenem Seidenpongé (dünne Qualität, von der Seidenmalerei) verwendet und auch die typische „Herrenhemdverarbeitung“ durchgeführt.

Soweit so gut, bis ich die Bluse anzog. Der Oberarm war unerwartet eng, das war ich von Butterick-Schnitten bislang nicht so gewohnt. Schlimmer aber war der Ausschnitt, der den Blick bis unterhalb des BHs frei gab. Meine „gemogelte“ FBA hatte einfach nicht gereicht. Ein paar Versuche mit Plastikdrückern halfen auch nicht, die wurden einfach wieder aufgesprengt.

Danach (regelmäßige Leser erinnern sich…) hing die Bluse lange über der Puppe, bis ich sie an den Seiten um 2,5cm erweitert habe. Das war schon besser, die Ärmel sind jetzt auch bequem, aber der Ausschnitt immer noch… immerhin klappte er nicht mehr bis unter den BH auf.

Haken und FadenöseNach einigen weiteren Experimenten mit Nadeln, Druckknöpfen und was weiß ich, habe ich jetzt einfach Haken und Fadenöse auf das Ausschnittband genäht. Da ich kleine Haken nur in schwarz hatte, habe ich einen BH-Verschluss „massakriert“ um an einen weißen Haken zu kommen. Jetzt ist der Ausschnitt immer noch tief, aber oberhalb des BH. Ich habe darauf geachtet, genau in der Verlängerung der vorderen Mitte einzuhaken. Die Bluse einfach mit Gewalt weiter oben zu schließen (was man natürlich kann) führt sonst dazu, daß das alles schief sitzt.

grsp15006In dem Punkt zeigt sich mal wieder der Nachteil, wenn der Schnitt nur eine Zeichnung, aber kein Photo des getragenen Teils zeigt. Daß der Ausschnitt nicht gerade züchtig hoch sein würde, war klar. Aber so tief… daß die Zeichnung (vermutlich um die Schnitttüte auch für amerikanische Verhältnisse „jugendfrei“ zu gestalten) einen Brustansatz bestenfalls extrem dezent andeutet hilft da auch nicht weiter.

Möglicherweise ist bei den Stoffempfehlungen auch was schief gelaufen, denn empfohlen werden wahlweise „Stretchpopeline“ und „Leinen oder Broadcloth“, die letzten beiden sind jedoch nicht elastisch. Und dann (das fiel mir aber erst hinterher auf) gibt es auf dem Schnittumschlag auch eine „Dehnlehre“ bei der angegeben wird, man solle den Strickstoff dort anlegen und dehnen. 30 Prozent Dehnung wären demnach nötig. Kein Wunder, wenn das aus normalem, festen Webstoff nicht funktioniert.

Ich bin mir im Moment nicht sicher, ob ich den Schnitt irgendwann noch mal versuche. Dann aber sicher mit einer richtigen FBA und mit weiteren Ärmeln. Oder gleich aus einem Interlock oder Jersey? Der Kragen und die Fältchen gefallen mir nämlich immer noch…
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Vogue V9015, Modell C (Unterkleid)

Schnitt VogueThe English version is on Pattern Review.

Ich habe zwar einen bewährten Schnitt für Unterkleider, aber das hintert ja nicht, noch eine weitere Variante auszuprobieren. Diese hier ist etwas figurnäher, als der Burda-Schnitt den ich bislang benutze, also einen Versuch wert.

Ich wollte ein schlichtes Unterkleid, habe mich also für Version C entschieden und die Spitze deutlich dezenter gestaltet.

Nach Maßtabelle und Erfahrungswerten habe ich mich für Größe 20 entschieden, zur Hüfte dann auf 24 rausgezogen. Oberhalb der Taille habe ich 2cm Länge rausgenommen und im Vorderteil 5cm mehr Weite (also 2,5cm auf jeder Seite) als FBA eingefügt und einen passenden Brustabnäher dazu konstruiert. Da das Vorderteil nicht im Bruch geschnitten wird, sondern als ein komplettes Schnitteil vor liegt war das etwas lästig, weil ich die FBA für jede Seite extra machen mußte. Die Teile werden im schrägen Fadenlauf geschnitten, da hätte ich mir möglicherweise die Änderungen sparen können, aber schöner ist es dann doch, wenn es ganz passt und nicht nur größtenteils.

Nachthemd nach Vogue Dann habe ich den Schnitt erst mal als Nachthemd geteste. In Abweichung von der Anleitung habe ich die vordere Kante mit einem Streifen Schrägband aus dem Oberstoff (alter Bettbezug aus Baumwolle) verstürzt, hinten und an den Seiten mit Falzgummi eingefasst. (10% Dehnung am Rückenteil, 20% an den Seitenteilen). Die Träger habe ich aus dem Schnitt übernommen, aber mit BH-Ringen dazwischen angenäht.

Die Nähte habe ich alle als französische Nähte gearbeitet, in Abweichung von der Anleitung.

(Wobei die Anleitung völlig klar ist und die vorgeschlagene Nahtvariante auch eine stabile und flache Naht ergibt.)

Die Passform des Nachthemds war in Ordnung, nur die Träger waren deutlich zu lang. Dank der Ringe konnte ich das aber mit einmal auftrennen und neu fädeln beheben.

Unterkleid Vogue 9015Danach habe ich den Schnitt genauso noch mal aus einem mitteldicken Seidencrêpe genäht. Also ein Unterkleid auch für den Winter.

(Ich entschuldige mich für die miese Bildqualität, aber wenn ich drauf warte, daß „gutes Tageslicht“ und „ich habe Zeit“ gleichzeitig auftreten, dann passiert das dieses Jahr wohl nicht mehr. Und nächstes Jahr habe ich vergessen, was ich gemacht habe.)

Der Stoff fällt natürlich deutlich schöner… Gearbeitet habe ich fast wie beim Nachthemd, nur für den Ausschnitt vorne hatte ich noch eine passende cremefarbene elastische Spitze, die ich mit 10 Prozent Dehnung aufgenäht habe. Und den Stoff darunter weggeschnitten. (Das entspricht auch der Anleitung, nur ist meine Spitze viel schmnaler.) Für die Träger habe ich BH Träger verwendet, die ich verstellbar mit Ringen und Schiebern gearbeitet habe.

Der Schnitt braucht durch den Schrägschnitt relativ viel Stoff, fällt aber toll und schmal, so daß er sicher sowohl als Unterkleid als auch als Nachthemd das eine oder andere Mal Verwendung finden wird.

 

 

Meine Nähmode, 4/2014, Modell 11 (Kleid) (= Simplicity 2372)

The English version is again on Pattern Review.

Irgendwie sind dieses Jahr ziemlich viele meiner Sommernachthemden und -schlafanzüge auseinandergefallen. Da fand ich diesen Kleiderschnitt aus „Meine Nähmode“ gerade richtig. Bei den Simplicity Schnitten bin ich mir ja noch nicht ganz so sicher, ob und wie gut die passen und Nachtwäsche ist das ein hervorragender Test. Man kann es eigentlich immer irgendwie tragen…

Kleid von Meine Nähmode/ SimplicityHat mit den Falten ein paar nette Details, sieht aber nicht zu kompliziert aus. Und ist aus Webstoff, so daß ich noch mal den brauenen Bettbezug weiter“verarbeiten“ konnte.

Das Kleid kommt in Doppelgrößen und ich habe 48/50 gewählt. Meine üblichen Änderungen habe ich mir fast gespart, ich habe nur 2 cm Länge oberhalb der Taille rausgenommen.

Kopieren war wie beim letzten Mal nicht gerade erfreulich und ich weiß nach wie vor nicht, ob einige der Passzeichen fehlten oder ob ich sie nicht gefunden habe… Zum Glück ist der Schnitt simpel, der Stoff nicht dehnbar und so bekomme ich das auch so ohne Probleme hin.

Die Anleitung habe ich daher auch nur überflogen, ich habe wieder breite französische Nähte verwendet und am Ausschnittbeleg habe ich mir die Einlage gespart. Den Beleg habe ich noch durch alle Teilungsnähte längs festgenäht. Das klappte alles ohne Probleme.

Kleid Meine NähmodeDas Ergebnis hat mich in einer Hinsicht überrascht. Gut, das Kleid ist nur als Zeichnung im Heft, aber daß es sooo lang ist… Mehr als wadenlang hätte ich nicht erwartet, aber das geht eher Richtung Knöchel. Für ein Nachthemd okay, aber falls das mal noch ein einfaches Sommerkleid werden sollte, muß ich da an der Länge was machen. (Angesichts des Stoffverbrauchs hätte mich das allerdings nicht so überraschen sollen.)

Für so ein einfaches Kleid sieht es jedenfalls nicht übel aus. Die Ärmel könnten etwas sperren, aber das ist bei solchen Armkugeln (also den nicht vorhandenen) aus Webstoff ja öfter der Fall.

Da der Sommer vorbei ist, gibt es den endgültigen Tragetest allerdings erst nächstes Jahr…

(P.S.: Mein aktueller „Nadelblick“ muß auf nächste Woche warten, ich komme gerade nicht dazu, frische Bilder zu machen. Und diese Bilder liegen schon länger auf der Festplatte…)

(My „fresh on/under the needles“ will have to wait for next week. I don’t find the time to take pictures right now. And those pics were already on my disk for some time…)